Es werden ständig im Mittel gleich viele Ionen vom Präparat erzeugt
(Primärionisation). Die positiv geladenen Ionen werden vom negativ
geladenen Gehäuse (Kathode) angezogen, am Gehäuse nehmen sie ein Elektron
auf, so dass der Minuspol wieder ein Elektron nachliefern muss. Die bei der
Ionisation ausgelösten Elektronen werden von der positiv geladenen Anodenspitze
angezogen und fließen über die Widerstände zum Pluspol ab. Insgesamt
fließt also jeweils kurzzeitig Strom, der zu einem Spannungsimpuls am
Widerstand führt.
Bei Erhöhung der angelegten Spannung ergibt sich der folgende Stromverlauf,
der am Anfang mit dem Verlauf beim Versuch
mit der Ionisationskammer übereinstimmt:
Rekombinationsbereich: Auf dem Weg zu den Elektroden können sich positive Ionen und Elektronen
beim Zusammentreffen neutralisieren (Rekombination).
Je größer die angelegte Spannung ist, desto stärker werden
die geladenen Teilchen beschleunigt und desto weniger Rekombinationen sind
möglich.
Sättigungsbereich:
Alle in einem bestimmten Zeitintervall erzeugten Ionen erreichen ohne Rekombination
die Elektroden, es kommt zu einem Sättigungsstrom.
Proportionalbereich:
Stoßionisation durch primär erzeugte Elektronen, die weitere Gasmoleküle
wegen ihrer hohen Energie ionisieren können
(Sekundärionisation, ~ Primärionisation ~ Energie der Strahlung)
Energiemessung der ionisierenden Teilchen möglich.
Auslösebereich:
Primärelektronen erzeugen durch Stoßionisation weitere (Sekundär-)Elektronen
und regen Atome zur Photonenemission an. Diese können durch lichtelektrischen
Effekt Elektronen auslösen, es kommt zu einer raschen Ausbreitung der
Entladung. Alle Entladungen sind gleich und liefern gleichgroße Spannungsimpulse
unabhängig von der Primärionisation.
Zählen der Spannungsimpulse ~ Anzahl der einfallenden Teilchen.
In diesem Bereich wird das Zählrohr zur Bestimmung der Zählrate
benutzt.
Während eines Entladungsvorgangs können keine weiteren einfallenden
Teilchen gezählt werden, da die positiven Ionen weniger beweglich als
die Elektronen sind und eine positive Raumladung um den Draht bilden, die
die Feldstärke so weit herabsetzt, dass keine Stoßionisation mehr
möglich ist. Die Zeit zum Abbau dieser Raumladung wird Totzeit
genannt (ca. 10-4 s).
Das Erlöschen der Gasentladung erreicht man durch ein Löschgas (z.B.
Alkoholdampf, entzieht den positiven Ionen die Energie zur Sekundärelektronenbildung)
oder durch einen hohen Widerstand, an dem beim Entladungsvorgang ein Teil
der Zählrohrspannung abfällt.
Dauerentladung, Zerstörung des Zählrohrs
Das Zählrohr im Zählbetrieb
(von vorne gesehen):
Stoßionisation
(Primär-, Sekundär-Ionisation
und lichtelektrischer Effekt)
→
freie Elektronen wandern
zum Draht
(schneller als positive Ionen) ↓
↑↑↑
einfallende radioaktive
Teilchen / Strahlung
Strom fließt durch den Widerstand ↓
Spannungsimpuls am Widerstand ↓
Zähler wird um 1 erhöht
positive Raumladung
um den Draht herum,
Draht feldfrei ↓
keine Teilchen mehr
registrierbar (Totzeit),
bis Raumwolke durch Löschgas
wieder aufgelöst wurde