Naxos |
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Durch die zunehmende Grundwasserentnahme ist eine Grundwasserabsenkung und das Versiegen diverser Quellen in der Livadi-Ebene zu beobachten. Infolge der Absenkung des Grundwasserspiegels im zentralen Bereich der Küstenebene im Frühjahr findet eine Umkehr der Grundwasserfließrichtung statt, so daß salzhaltiges Meerwasser (Natriumchlorid = NaCl) in die grundwasserführenden Schichten eindringen kann, sog. Meerwasserintrusion (KOCK 1992, MIHLAN 1992). Bei Untersuchungen des Gesamtsalzgehaltes des Grundwassers aus Schachtbrunnen im Gebiet der Livadi-Ebene wurden Leitfähigkeitswerte zwischen 864 µS/cm und 5500 µS/cm (bei 25°C) gemessen. Der Mittelwert von 2932 µS/cm führt zu der folgenden Einordnung: "Schädigung durch Gesamtsalzgehalte sehr stark; Wasser geeignet für Pflanzen mit sehr guter Salzverträglichkeit auf durchlässigem gut dräniertem Boden; verstärkte zusätzliche Salzauswaschung ist erforderlich". Bei landwirtschaftlichen Nutzpflanzen können erhöhte Salzgehalte in der Bodenlösung zu sichtbaren Schädigungen und zum Ertragsrückgang führen. Ursachen können sein: osmotische Effekte (verringerte Wasseraufnahme durch die Wurzeln), ionenspezifische Toxizität (insbesondere bei Chloriden und Sulfaten des Natriums und Magnesiums) und sekundäre Ioneneffekte (z.B. bei Natrium: Veränderung der Bodendurchlüftung und Durchwurzelbarkeit durch Quellung und Dispergierung des Bodens). Tabelle: Salztoleranz wichtiger
Kulturpflanzen (Quelle: MIHLAN 1992, verändert)
Die Toleranz der Pflanzen gegenüber Salz im Bewässerungswasser hängt stark von der Korngrößenzusammensetzung und Dichte des Bodens ab. Kulturen auf grobkörnigen Böden zeigen die höchste Salztoleranz, da es kaum zur Salzanreicherung kommt. Entscheidend ist aber auch die Art der Bewässerung. Bei der Beregnung mit Drehstrahlregnern, die fast ausschließlich zur Bewässerung der Kartoffeln auf Naxos eingesetzt werden, werden die im Wasser enthaltenen Salze direkt über die Blattoberfläche der Pflanzen aufgenommen. Die Toleranz vor allem gegenüber Natrium und Chlorid im Bewässerungswasser ist dadurch herabgesetzt. Die grobkörnigen, sandigen Böden der Küstenebenen sind relativ unempfindlich gegenüber einer dauerhaften Versalzung (Salzakkumulation). Da keine Bindung der Salze an die Quarzsandkörner stattfindet, werden die mit dem Bewässerungswasser zugeführten Salze durch die Winterregen wieder ausgewaschen. Durch die hohe Auswaschungsrate gelangen die Salze jedoch erneut ins Grundwasser und belasten es. Um von den periodisch trockenfallenden und unter Umständen stark salzhaltiges Wasser liefernden Schachtbrunnen unabhägig zu werden, wurden seit 1975 verstärkt Bohrbrunnen angelegt. Von 1978 bis Mai 1991 sind auf ganz Naxos ca. 250 Tiefbohrungen mit einer Tiefe von >120 m ab Geländeoberfläche abgeteuft worden. Um das Niederbringen eines Bohrbrunnes finanzieren zu können, schließen sich die Landwirte zum Teil zu Betreibergemeinschaften zusammen. Häufig teilen sich 6 bis 7 Familien einen Bohrbrunnen. Daraus entsteht dann oftmals der Zwang, auch zu ungeeigneten Tageszeiten (mittags) die landwirtschaftlichen Kulturen zu beregnen. Die Folgen dieser Praxis sind ein erhöhter Wasserverbrauch aufgrund der hohen Verdunstung und Schädigungen der Pflanzen durch die Linsenwirkung der Wassertröpfchen (KOCK 1992). Die Qualität des Grundwassers wird aber nicht nur durch salziges Meerwasser beeinträchtigt, sondern auch durch hohe Düngemittel- und Pestizideinsätze in der Landwirtschaft.
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