Figure: Learnfield
Nature-Culture-Society (Source: WINDOLPH 1997)
Klaus Windolph Wesentliche Grundprinzipien der wissenschaftlichen Landschaftsökologie können auch unterrichtsrelevant sein und sollten in der Schule viel stärker beachtet werden. Dennoch führt die didaktische Aufbereitung der Landschaftsökologie noch nicht zu einem geeigneten Umweltunterricht. Werden die ökosystemaren Grundlagen zum Unterrichtsgegenstand, so treten ähnliche Probleme der Wissensfülle, unverstehbaren Komplexität, Atomisierung des Lernens, Praxis- und Problemferne auf wie im Unterricht der Naturwissenschaften. Dem kann nur durch eine neue didaktische Konzeption begegnet werden. H. Leser (1991, S. 544) nennt Raumfunktionalität, Systemzusammenhang, Zusammenhang Natur-Technik-Gesellschaft, Raumgrößenordnungen und die Dimensionsstufen der Systeme als methodische Prinzipien der Landschaftsökologie, ohne die wesentliche Umweltthemen in der Schule nicht zu bearbeiten seien. Doch mit der Integration dieser und anderer landschaftsökologischer Grundlagen in den Unterricht ist noch keine Basis für die Verwirklichung der "Grundprinzipien der schuldidaktischen Behandlung von Problemen der Umwelt und der Landschaftsökologie" (H. Leser, 1991, S. 548) gegeben. Diese didaktischen Grundprinzipien - Systemprinzip, Aktualprinzip, Anthropoprinzip, Umweltschutzprinzip, Betroffenheitsprinzip, Exemplarisches Prinzip, Themenprinzip und Handlungsprinzip - (H. Leser, 1991, S. 548) sind unstrittig, bedürfen allerdings einer Einpassung in eine didaktische Konzeption, die sich nicht aus der Landschaftsökologie ableiten läßt. Ähnlich wie H.Leser fordern heute zahlreiche Autoren systemares und ökologisches Denken und Verhalten als Unterrichtsziel. "Die Systemlehre sollte bei der Konzeption von Lehr- und Studienplänen viel stärker als bisher als Ordnungsrahmen herangezogen werden: Das Üben vernetzten Denkens über Fach- und Disziplingrenzen hinweg ist eine wichtige Randbedingung für das Erlernen von Einzelfakten und deren problemorientierter Verknüpfung... Die allgemeinbildenden Schulen und die Universitäten (sollten) dem Menschen nicht nur die Folgen seiner Eingriffe in den Naturhaushalt aufzeigen, sondern darüber hinaus wäre im Rahmen eines ´erziehenden Unterrichts´auf ein sachlich und ethisch begründetes Verhalten hinzuwirken." (W. Schröder, 1992, S.151/52). Der Systemlehre muß unterrichtlich die Kritik am systemischen Denken gegenübergestellt werden. Ethisches Verhalten als Erziehungsziel muß in das weitergehende Ziel ökologisch begründeter Handlungsfähigkeit eingebunden werden. Eine neue didaktische Konzeption kann nicht vom landschaftsökologischen Systemansatz ausgehen. Die Unterrichtspraxis mit landschaftsökologischem Ansatz konnte bisher kaum dem Anspruch eines (geographischen) Umweltunterrichtes genügen. Ein Grund dafür liegt in der Unzulänglichkeit der bisherigen didaktischen Konzeption. Die "Lernbereichskonzeption" (G. Freise 1993, 1990, 1988, 1987, 1986, 1985) vermag diese Lücke zumindest vom Ansatz her zu schließen.
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