Die Moorsoldaten
 

hdddddddddddd bbDie Inhaltsangaben der einzelnen Kapitel:nn

"Die Moorsoldaten"

Siehe Literatur  

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  1. Wohin auch das Auge blicket,

    Moor und Heide nur ringsum.
    Vogelsang uns nicht erquicket,
    Eichen stehen kahl und krumm.

    Wir sind die Moorsoldaten
    und ziehen mit dem Spaten
    ins Moor.
     

  2. Hier in dieser öden Heide

    ist das Lager aufgebaut,
    wo wir fern von jeder Freude
    hinter Stacheldraht verstaut.

    Wir sind die Moorsoldaten
    und ziehen mit dem Spaten
    ins Moor.
     

  3. Morgens ziehen die Kolonnen

    in das Moor zur Arbeit hin.
    Graben bei dem Brand der Sonne,
    doch zur Heimat steht ihr Sinn.

    Wir sind die Moorsoldaten
    und ziehen mit dem Spaten
    ins Moor.

  1. Heimwärts, heimwärts jeder sehnet,

    nach den Eltern, Weib und Kind.
    Manche Brust ein Seufzer dehnet,
    weil wir hier gefangen sind.

    Wir sind die Moorsoldaten
    und ziehen mit dem Spaten
    ins Moor.
     

  2. Auf und nieder gehn die Posten

    keiner, keiner kann hindurch.
    Flucht wird nur das Leben kosten,
    vierfach ist umzäunt die Burg.

    Wir sind die Moorsoldaten
    und ziehen mit dem Spaten
    ins Moor.
     

  3. Doch für uns gibt es kein Klagen,

    ewig kann's nicht Winter sein.
    Einmal werden froh wir sagen:
    Heimat, du bist wieder mein.

    Dann ziehn die Moorsoldaten
    nicht mehr mit dem Sparten
    ins Moor!

 
 

Zum Entstehungshintergrund

Das Lied entstand 1933 im "Staatlichen preußischen Konzentrationslager I Börgermoor" bei Papenburg im Emsland. Über den Entstehungsgeschichte ist eine Version bekannt, nach der das Lied für eine Zirkusvorstellung der Häftlinge ("Zirkus Konzentrazani") geschrieben wurde. Um die Aufführung sei unter den Häftlingen gerungen worden. Letztlich habe man sich aber für die Aufführung unter den Augen der SA entschieden, um dieser zu demonstrieren, dass die Häftlinge ungebrochen seien. Zum Schluß der Vorstellung sei "Die Moorsoldaten" erstmals gesungen worden. Zwei Tage darauf wurde das Lied durch die Lagerleitung verboten. Bekannt wurde das Lied in der späteren Fassung von Hanns Eisler, der es 1935 für den Sänger Ernst Busch bearbeitete.

Die Konzentrationslager der Nazis hatten in dieser frühen Phase des Terrors vor allem die Aufgabe, politische Gegner der Nationalsozialisten - vor allem Kommunisten und Sozialdemokraten - aufzunehmen. Noch war nicht die physische Vernichtung der Gefangenen das Ziel der Nazis, sondern das Brechen des Widerstandswillen gegen das System. Gleichwohl überlebten viele Gefangene den Lagerterror nicht oder starben nach ihrer Entlassung an dessen Folgen. Für die Mehrheit der Gefangenen bestand dennoch die Hoffnung auf Entlassung, die sich in der letzten Strophe des Liedes wiederspiegelt.