Trainingsbaustein 1

Das Unterrichtsgespräch nach Unruh/Petersen:

Sammeln und resümieren

 

 

1.

„vorher“

1.1

Organsiation

Gesprächsregeln verabreden!

Turn taking: verhindern, dass das Rederecht automatisch nach jeder Sch.-äußerung an L. zurückfällt!

Übungen zur Erweiterung geeigneter Redemittel.

1.2

Vorbereitung

1.2.1

Inhaltlich:

Antizipation

Wie werden die Sch. argumentieren?

(Vorwissen, Voreinstellungen, affektive Zugänge, kognitive Entwicklung: Perspektivenwahrnehmungen, Stufen des moralischen Urteils usw.)

 

1.2.2

Org. des Sammelns

Raster/Baumdiagramm  für die Notizen während des UG!!

Papier (-> TB), Folie ....

1.2.3

Formulierung des Resümees

Ich habe den Eindruck, dass jetzt alle Positionen geäußert wurden; ihr habt das Dilemma zu lösen versucht .... ggfs. Bezugnahme  zu einzelnen Sch.-äußerungen ...

Ich versuche zusammenzufassen, welche Positionen deutlich geworden sind ....   -> ohne Wertung!!!

Es soll den Sch. deutlich werden, dass ihre Sichtweisen und Problemwahrnehmungen differenziert wahrgenommen wurden und dass damit weiter gearbeitet wird, dass ihnen Klärung ermöglicht wird (mit Hilfe des/der L).

 

1.2.4

Formulierung von

Impuls/Arbeitsauftrag

Klärungsbedarf? Wo kann/soll vertieft werden?

= Schwerpunktsetzung/Fokussierung:

Der Impuls/AA sollte so formuliert sein, dass sie ihn – mit Bezug zu den tatsächlichen, ggfs. von den erwarteten Äußerungen abweichenden Beiträgen – schnell/flexibel variieren können (Alternativen!).

2.

„rein“

2.1

Orientierung

UG ankündigen, an Gesprächsregeln erinnern

2.2

Fokussierung

Das Thema nennen

2.3

Entschleunigen

Den Sch. Zeit geben (1-2 Min.), sich auf das Gespräch vorzubereiten (HA, Spickzettel sichten; kurzer Austausch PA

3.

„drin“

 

Nichts kommentieren, nichts fragen, nichts wiederholen!

Erlaubt: nonverbal ermutigen (Zuhören, ordnen, notieren – in das vorbereitete Raster -  und gleichzeitig aufmerksames Zuhören zeigen können).

4..

„raus“

4.1

Resümee

 

4.2

Impuls/Arbeitsauftrag

 

 

 

 

Trainingsbaustein 2

Das Unterrichtsgespräch mit Lehrerintervention:

Gesprächsanregende Impulse

 

1.

„vorher“

1.1

Organsiation

Gesprächsregeln verabreden!

Turn taking: verhindern, dass das Rederecht automatisch nach jeder Sch.-äußerung an L. zurückfällt (L. muss sich melden.)

Übungen zur Erweiterung geeigneter Redemittel.

1.2

Vorbereitung

1.2.1

Inhaltlich:

Antizipation

Wie werden die Sch. argumentieren?

(Vorwissen, Voreinstellungen, affektive Zugänge, kognitive Entwicklung: Perspektivenwahrnehmungen, Stufen des moralischen Urteils usw.)

1.2.2

Org. des Sammelns

Raster/Baumdiagramm  für die Notizen während des UG!!

Papier (-> TB), Folie ....

1.2.3

Formulierung von

gesprächsanregenden

Impulsen

Reaktion auf  überwältigend viele, nur 1 –2 oder gar anhaltend ausbleibende Schülerangebote bzw. auf triviale oder abwehrende Rezeption oder auch differenzierte, unter-schiedliche  Interpretationsangebote, Hypothesen usw.

Vorbereiten! -> vgl. Anlage!

1.2.4

Formulierung des mögl. Resümees

Ich habe den Eindruck, dass jetzt alle Positionen geäußert wurden; ihr habt das Dilemma zu lösen versucht .... ggfs. Bezugnahme  zu einzelnen Sch.-äußerungen ...

Ich versuche zusammenzufassen, welche Positionen deutlich geworden sind ....   -> ohne Wertung!!!

Es soll den Sch. deutlich werden, dass ihre Sichtweisen und Problemwahrnehmungen differenziert wahrgenommen wurden und dass damit weiter gearbeitet wird, dass ihnen Klärung ermöglicht wird (mit Hilfe des/der L).

1.2.5

Formulierung von

Impuls/Arbeitsauftrag

Klärungsbedarf? Wo kann/soll vertieft werden?

= Schwerpunktsetzung/Fokussierung:

Der Impuls/AA sollte so formuliert sein, dass sie ihn – mit Bezug zu den tatsächlichen, ggfs. von den erwarteten Äußerungen abweichenden Beiträgen – schnell/flexibel variieren können (Alternativen!).

2.

„rein“

2.1

Orientierung

UG ankündigen, an Gesprächsregeln erinnern

2.2

Fokussierung

Das Thema nennen

2.3

Entschleunigen

Den Sch. Zeit geben (1-2 Min.), sich auf das Gespräch vorzubereiten (HA, Spickzettel sichten; kurzer Austausch PA

3.

„drin“

 

Überwiegend nonverbal steuern (Zuhören, ordnen, notieren – in das vorbereitete Raster -  und gleichzeitig aufmerksames Zuhören zeigen und sparsam intervenieren können:

Kommunikationsanregende, zu Präzisierung anregende, Gegensätze markierende Fragen und Impulse).

4..

„raus“

4.1

Resümee

 

4.2

Impuls/Arbeitsauftrag

 

 

 

 

Anlage zum Trainingsbaustein 2:

3. „Drin“:  Wie reagieren auf:   

 

überwältigend viele Schülerangebote

 1-3 Schülerangebote

anhaltend ausbleibende Schülerangebote

  • Prozessreflexion = umwandeln in Blitzlicht, Kreisgespräch bzw. Planungsgespräch

Also z.B.: "Damit wir diese Fülle von Ideen und Eindrücken überhaupt austauschen  können: - Versucht bitte das für Euch wichtigste in 2 Sätzen zusammenzufassen (5 Min.)."

  • Aufforderung zu Bezugnahme untereinander
  • Bezüge/Zusammenhänge selbst herstellen

 

 

  • "Die anderen ??"
    gezieltes Ansprechen auf Positionen, ggfs. Gegensatz
  • individuelle Ansprache
  • auf Notizen/ Unterstreichungen der Sch. zurückgreifen
  • neuer Impuls: ... die beieindruckendste, beklemmendste, unverständlichste ... Beobachtung/Figur/Tonfolge/Textstelle...
  • Provokation
    = erneuten affektiven Zugang provozieren: z.B. Textstelle einlesen/ anschreiben

 

 

  • auf Beobachtungen während Rezeption zurückgreifen: non/verbale Spontanreaktionen, gehäufte Anstreichungen
  • Beiseite-Äußerungen aufnehmen / Urteile qualifizieren lassen
  • Prozessreflexion: das Ausbleiben thematisieren;
  • individuelle Ansprache (Voraussetzungen !?!)
  • eigenen Zugang veröffentlichen ("Werkstattbericht")
  • Provokation

 

 

"triviale" Rezeption

differenzierte Verstehensentwürfe, Anmutungen,  Hypothesen

abwehrende Rezeption

  • nachfragen
  • Provokation
  • Stören: L. als Anwalt der Sache/des Textes
  • Produktive Verfahren: Standbild/Rollenspiel (Perspektivenwechsel!)
  • Verfremdung:
    Seiten-/Gegentext
  • prozessbegleitendes Feedback
  • Gegensätze markieren
  • nachfragen
  • zu Begründungen bzw. Präzisierungen anregen
  • Spiegeln
  • Zweifel andeuten

 

 

 

  • Begründungen einfordern
  • Prozessreflexion: Zugangsprobleme artikulieren lassen
  • Verständnis signalisieren
  • neuen Zugang eröffnen: Bezug zu Erfahrungen herstellen

 

 

4. „Raus“ : Wann?

1.      Didaktisches Kriterium: Wenn bearbeitbare Hypothesen, genauere Fragen, klärungsbedürftige Kontroversen etc. vorhanden sind, wenn keine weiteren Zugänge eröffnet werden (können) - zunehmende Redundanz der Beiträge bzw. Konzentration auf einen Aspekt - d.h. wenn intersubjektive Einigung = Verständigung über die Geltungsansprüche der Aussagen und damit Rückwendung auf den Gegenstand unter neuer, präzisierter Fragestellung, d.h. mit neuem Erkenntnisinteresse, möglich und sinnvoll ist.

2.     Kriterium: Zeitökonomie

 

Training konkret: Das Sterbehilfe-Dilemma

Zur „Versuchsanordnung“:

 

In der Seminarsitzung werden Sie mit 24 Schüler-Stellungnahmen zum „Sterbehilfe-Dilemma“ konfrontiert werden (9. Klasse, z.B. WuN, - ein Fach, das Sie evtl alle unterrichten müssen!).

 

Ihre Aufgabe wird es sein, im Anschluss an mein Vorlesen der Statements in der Rolle des Lehrers/der Lehrerin

 

Dazu sollten Sie

 

 

 

Welche Lernaufgabe/Lerntätigkeit sollen die Sch. jetzt bewältigen? Der AA sollte so formuliert sein, dass Sie ihn – mit Bezug zu den wirklichen/ggfs. von den erwarteten Sch.-äußerungen abweichenden Beiträgen – schnell/flexibel variieren können;

 

 



[1]        I.S. von Hentigs: „Die Sachen klären, die Menschen stärken.“