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Schulprogramm


Baustein 1 : Wer sind wir? Baustein 2: Was uns wichtig ist! Baustein 3: Was wir schon erreicht haben! Baustein 4: Was wir uns vorgenommen haben! Baustein 5: Was wir konkret umsetzen! Baustein 6: Wie wir uns fortbilden! Baustein 7: Konzepte

Vorgehensweise bei Schulabsentismus Förderkonzept Beratungskonzept Medienkonzept Konzept zur beruflichen Orientierung Gewaltpräventionskonzept Suchtpräventionskonzept Beschlüsse und Regelungen zur Leistungsbewertung Regelungen zum Umgang mit Hausaufgaben Konzept zur Verteilung der Haushaltsmittel



Förderkonzept




1. Zur Feststellung sonderpädagogischen Förderbedarfs
Unsere Schule wird von Schülerinnen und Schülerinnen besucht, bei denen ein sonderpädagogischer Förderbedarf im Bereich Lernen festgestellt wurde. Ergeben sich bei Beginn der Schulpflicht oder in der Regelschule Hinweise, dass ein Kind eine sonderpädagogische Förderung benötigt, wird von der Schule, die es besucht, das Verfahren auf Feststellung eines sonderpädagogischen Förderbedarfs eingeleitet. Im Rahmen der Einschulung ist dies nur mit Einwilligung der Eltern möglich. Ein Bericht der Regelschule und ein Beratungsgutachten des Förderschullehrers bilden die Grundlage der Entscheidung über die Feststellung eines sonderpädagogischen Förderbedarfs sowie des Förderortes, die von der Landesschulbehörde getroffen wird.
Im diagnostischen Verfahren des Förderschullehrers wird das Schulleistungsprofil des Kindes detailliiert ermittelt, vor allem sind aber die den Lernprozess tragenden Fähigkeiten wie Abstraktions- und Transferfähigkeit, Merkfähigkeit, Problemlösendes Denken, Ausdauer, Konzentration, Motivation zu überprüfen. Auch die sozial-emotionalen, motorischen und perzeptiven Fähigkeiten werden betrachtet.
Innerhalb des Verfahrens werden schwerpunktmäßig Beobachtungen und informelle Verfahren durchgeführt. Standardisierte Verfahren werden eher untergeordnet eingesetzt. Im Beratungsgutachten werden schließlich vor dem Hintergrund einer Kind-Umfeld-Analyse der individuelle Entwicklungsstand des Kindes genau beschrieben und bewertet, die sich ergebenden notwendigen Förderschwerpunkte ermittelt und die hieraus abgeleiteten Fördermaßnahmen dargestellt.
In den letzten Jahren hat sich die Anzahl der Schülerinnen und Schüler deutlich erhöht, die neben der sonderpädagogischen Förderung im Lernen auch einer besonderen Förderung in ihrer sozialen und emotionalen Entwicklung bedürfen. Bei einigen Schülerinnen und Schülern liegt zusätzlich ein festgestellter sonderpädagogischer Förderbedarf in diesem Bereich vor.

1.1. Dokumentation der individuellen Lernentwicklung
Ab dem 01.08.06 ist die Dokumentation der individuellen Lernentwicklung gesetzlich verankert. Durch die Zusammenführung der Informationen aller Beteiligten (Lehrkräfte, Eltern, Schülerinnen und Schülerinnen, evt. Erzieher/ Heilpädagoge u.a.) und das Setzen von individuellen Zielen soll die Lernentwicklung jedes einzelnen Kindes im Laufe der Schulzeit optimiert werden.
Bei Kindern, die in unsere Schule eingeschult oder umgeschult werden, wird im Beratungsgutachten der individuelle Förderbedarf des Kindes genau beschrieben. Diese Lernausgangslage ist Grundlage bei der Einstufung des Kindes in die angemessene Klasse und bei der weiteren individuellen Förderplanung.
Für die weitere Beobachtung haben wir in unserer Schule für jede Schulstufe (Unterstufe, Mittelstufe, Oberstufe) einen eigenen Beobachtungsbogen entwickelt.
In den Klassen 1 und 2 ist er viermal jährlich, danach zweimal jährlich (November, März) mit Bewertungssymbolen auszufüllen. Dabei wird in drei Abstufungen bewertet: Stärke, unauffällig, Unterstützungsbedarf.
In der Unterstufe werden Lernleistungen und Lernentwicklungen in den Basiskompetenzen Wahrnehmung, Motorik und Kognition, in fachbezogenen Bereichen (Mathematik, Sprache, Lesen, Schriftsprache, Englisch) sowie in fächerübergreifenden Fähigkeiten wie Lern- und Arbeitsverhalten, Emotionalität und Sozialverhalten dokumentiert.
In der Mittelstufe gibt der Beobachtungsbogen Auskunft über die fachbezogenen Bereiche Lese- und Schreibkompetenz, mathematische , fremdsprachliche, motorische Kompetenz, über den naturwissenschaftlichen und den lebenspraktischen Bereich sowie über das Arbeits- und Sozialverhalten.
In der Oberstufe wird die Lernentwicklung in den Bereichen Lern- und Arbeitsverhalten, Lesekompetenz, Sprachkompetenz, Schreibkompetenz, mathematische Kompetenz, fremdsprachliche Kompetenz, Kompetenz im Fachbereich AWT, Umgang mit dem PC sowie Praktika beurteilt.

1.2. Der individuelle Förderplan
In regelmäßig stattfindenden stufenbezogenen pädagogischen Konferenzen werden die Aussagen und die Lernentwicklung erörtert und münden in die Erarbeitung eines individuellen Förderplans. In diesem Förderplan werden individuelle Lernziele festgelegt, die durchzuführenden Fördermaßnahmen beschrieben und nach einem bestimmten Zeitraum evaluiert.
Die dokumentierten Aussagen bilden ebenso die Grundlage für die Unterrichtung und Beratung der Erziehungsberechtigten über die schulische Entwicklung ihrer Kinder (Elternsprechtage im November und März).
Zudem sollen die Schülerinnen und Schüler/innen selbst zunehmend ein Bewusstsein dafür entwickeln, dass und wie sich Lernfortschritte entwickeln. Ab Klasse 5 füllen sie hierzu einen Selbsteinschätzungsbogen aus. Gespräche zwischen Lehrkräften und Schülerinnen und Schülern dienen dazu, die Reflexion über das eigene Lernen anzuregen und die Mitverantwortung für den eigenen Lernweg zu übernehmen.



2. Grundsätze der Förderung
Im Mittelpunkt unserer Förderung des einzelnen Kindes steht immer die Entwicklung seiner Gesamtpersönlichkeit. Kernzielbereiche aller Förderschwerpunkte sind die Entwicklung von Selbst-, Sach- und Sozialkompetenz. Da jedwede Förderung aus unserer Sicht nur in einem entspannten Lernklima stattfinden kann, versuchen wir in unserer Schule eine den Schülerinnen und Schülern annehmende und vertrauensvolle Atmosphäre zu schaffen. Grundlegende Prinzipien unserer Unterrichtsgestaltung sind die Vermittlung von Lerninhalten über Anschaulichkeit und Handlungsorientierung, über die Anregung und Entwicklung aller Sinne sowie über vielfältige Formen des Übens.
Jedes Kind ist einzigartig und lernt auf seine ihm eigene Art und Weise. Diese pädagogische Erkenntnis ist Grundlage unseres Förderkonzeptes, in dem wir uns bemühen, jedem Kind die ihm individuell angemessene Förderung zukommen zu lassen. Lerninhalte und Lerntempo werden deshalb hinsichtlich der individuellen Bedürfnisse, auch unter Berücksichtigung möglicher entwicklungshemmender Gegebenheiten und den jeweiligen Lernvoraussetzungen (Stärken und Schwächen) des Einzelnen abgestimmt. Versagenserlebnisse sollen dabei möglichst vermieden werden.
So können im gemeinsamen Unterricht je nach Leistungs- und Entwicklungsstand differenzierte Aufgaben/ Aufgabentypen bearbeitet werden. Unterschiedliche Anschauungsmittel, die verschiedene Sinne ansprechen, sollen den Lernprozess dabei unterstützen. Besonders bei freien Arbeitsformen sind individuelle Hilfestellungen durch die Lehrkraft möglich. Das Mitschüler-Helfer-Prinzip bindet leistungsstärkere Schülerinnen und Schüler sinnvoll ein, leistungsschwächere profitieren davon.
Insbesondere in den ersten Schuljahrgängen bemühen wir uns, kleine Klassen einzurichten oder bei größeren Lerngruppen die Klassen teilweise doppelt zu besetzen, um den Kindern eine möglichst intensive individuelle Förderung zukommen zu lassen. Es ist unser Ziel, die Schülerinnen und Schüler mit guten Grundlagenkenntnissen in den Kernlernbereichen in die Mittelstufe zu führen.



3. Förderschwerpunkte
3.1. Wahrnehmung
Gut ausgebildete Wahrnehmungsfähigkeiten sind als Basisfähigkeiten für das schulische Lernen zu verstehen. Viele unserer Schülerinnen und Schüler weisen jedoch erhebliche Wahrnehmungsdefizite auf, die das Erlernen der Kulturtechniken sehr erschweren. Vor allem in den Unterstufenklassen ist deshalb die Förderung aller Wahrnehmungsbereiche (auditiv, visuell, sensorisch, vestibulär) schwerpunktmäßiger Bestandteil des Anfangsunterrichts.


3.2. Sprache
Sprachschwierigkeiten bedeuten in der Regel eine massive Beeinträchtigung erfolgreichen Lernens. Unsere Schülerinnen und Schüler haben häufig einen hohen Förderbedarf in ihrer Sprachkompetenz. Die Schwierigkeiten liegen oftmals auf der morphologisch-syntaktischen und der semantisch-lexikalischen Ebene. Auch phonologische Schwächen, Redeflussstörungen, eine näselnde Aussprache oder auch Sprechangst treten bei einigen unserer Schülerinnen und Schüler in Erscheinung. Bei besonders starken Beeinträchtigungen empfehlen wir den Eltern die Aufnahme einer ambulanten Therapie.
Eine Berücksichtigung der Sprachschwierigkeiten und eine entsprechende Förderung erfolgen in unserer Schule unterrichtsimmanent, finden Berücksichtigung bei der Auswahl des Arbeitsmaterials, bei der Erstellung von Arbeitsblättern und in der Lehrersprache.
Die bis vor einigen Jahren noch erteilten Stunden Sprachsonderunterricht kann die Förderschule Schwerpunkt Lernen nicht mehr ausweisen.


3.3. Motorik
Die Bedeutung von Bewegung für die Entwicklung eines gesunden Haltungs- und Bewegungsapparates ist hinlänglich bekannt. Wissenschaftlich erwiesen ist mittlerweile aber auch deren Bedeutung für die Persönlichkeitsentwicklung, für den Aufbau eines gesunden Selbstkonzeptes und auch für die Entwicklung sozialer Kompetenzen.
Vielen Kindern und Jugendlichen fehlt es im Alltag an ausreichender Bewegung. Einige unserer Schülerinnen und Schüler konnten in ihrer Entwicklung nicht genügend Bewegungserfahrungen sammeln. Unser Ziel ist es, sie Freude an der Bewegung erleben zu lassen und ihre Bewegungs- und Körpererfahrungen zu erweitern.
Der natürliche Bewegungsdrang soll nicht nur im Sportunterricht genutzt werden, sondern auch in anderen Unterrichtsstunden Berücksichtigung finden. So lockern Bewegungsspiele vor allem in der Unterstufe den Schulvormittag auf, Schleichdiktate ermöglichen Bewegungszeiten. Auch im regulären Unterricht werden die Flure als Unterrichtsraum einbezogen.
In den Pausen bieten wir den Schülerinnen und Schülerinnen und Schülerinnen und Schülern durch unsere Schulhofgestaltung vielfältige Bewegungsanreize (Fußballfeld, Torwand, Basketballkorb, Kletterwand, Klettergerüste, Schaukeln, Rutsche). Darüber hinaus werden auch kleine Handgeräte wie Seile, Bälle, Reifen zur Verfügung gestellt. Lauf- oder Ballspiele werden durch die Aufsicht führende Lehrkraft angeleitet.
In der Unterstufe erhalten alle Klassen neben der wöchentlichen Sportstunde zwei Wochenstunden Schwimmen sowie eine Wochenstunde Psychomotorik. Für die psychomotorische Förderung steht ein gut ausgestatteter Bewegungsraum zur Verfügung. Im Rahmen des ISI-Projektes der Stadt Lingen ("Integrieren statt isolieren") profitieren die Schülerinnen und Schüler der Klassen 3 und 4 darüber hinaus von einer weiteren zusätzlichen Sportstunde. In der Mittelstufe wird der Sport- und Schwimmunterricht fortgesetzt. Schülerinnen und Schülerinnen und Schülerinnen und Schüler mit besonderem motorischen Förderbedarf erhalten weiterhin Psychomotorik.
In der Oberstufe erhalten alle Klassen zwei Wochenstunden Sport. Auch einige Arbeitsgemeinschaften bieten eine bewegungsorientierte Förderung, wie z.B. die Fußball-, Tanz- und Völkerball-AG.


3.4. Sozial-emotionales Erleben und Verhalten
Wir Lehrer und Lehrerinnen erleben immer mehr Schülerinnen und Schüler, die sozial-emotional nicht gefestigt sind, wenig Vertrauen zu sich selbst und zu anderen haben und Schwierigkeiten im alltäglichen Umgang miteinander zeigen. Ein wichtiger Arbeitsbereich ist für uns Förderschullehrer deshalb der Aufbau und die Stärkung sozial-emotionaler Kompetenzen.
Im erzieherischen Bereich sind ein vertrauensvolles Verhältnis und ein intensiver Bezug zwischen Schülerinnen und Schülern und Lehrer notwendig. Aus diesem Grund bevorzugen wir das Klassenlehrerprinzip, was bedeutet, dass der Klassenlehrer so viele Stunden wie möglich in seiner eigenen Klasse unterrichtet und so eher die Möglichkeit hat, das starre Stundenkonzept zu durchbrechen und bei Bedarf den inhaltlichen Schwerpunkt auch in den erzieherischen Bereich zu verlagern.
Der Aufbau und die Stärkung von Selbstvertrauen werden unterstützt durch die Vermittlung von Erfolgserlebnissen bzw. eine Vermeidung völliger Überforderung. Es geht darum, Schülerinnen und Schülern ihre Fertigkeiten und Fähigkeiten bewusst zu machen und sie dadurch gleichzeitig zu stärken, sich auch mit den eigenen Schwächen auseinanderzusetzen. So kann eine angemessene Eigen- und Fremdwahrnehmung gefördert werden.
Spezielle Unterrichts- und Handlungsformen, die die sozialen Fähigkeiten unserer Schülerinnen und Schüler stärken können, sind Bestandteil des Schulalltages. Dazu gehören gezielt eingesetzte Partner- und Gruppenarbeitsphasen, Tages- oder Wochenplanarbeit, klassenübergreifender projektorientierter Unterricht, das Aufsuchen außerschulischer Lernorte. Feste Regeln und Rituale wie Morgen- oder Wochenabschlusskreis, Klassendienste, Konzentrationsübungen etc. gehören zum Unterrichtsprinzip der jüngeren Schuljahrgänge. Die angeleitete Pausengestaltung wirkt Konflikt reduzierend. Mehrtägige Klassenfahrten fördern das Zusammengehörigkeitsgefühl und beeinflussen nachhaltig positiv die Klassengemeinschaft. Mit dem gleichen Ziel nehmen die Schülerinnen und Schüler der jetzigen 8. Klassen an einem langfristig angelegten Erlebnispädagogikprojekt („Ich bin klasse!“) teil. Projekte mit dem Kunstverein oder der Kunstschule fördern gleichfalls die soziale Entwicklung.
Zur Unterstützung der sozialpädagogischen Zielsetzungen stehen uns die Sozialpädagogen Heike Kramer (mit einer halben Stelle) sowie Frank Eichholt (mit 5 Stunden) zur Verfügung.
Unsere Schule bietet seinen Schülerinnen und Schülern ein transparentes und konsequent angewendetes Regelwerk in Form einer Schulordnung. In einem Verhaltensvertrag erklärt sich jede Schülerin und jeder Schüler bereit, wichtige Umgangsformen einzuhalten.


3.5. Entwicklung von Grundfertigkeiten in den Bereichen Deutsch und Mathematik
Gemäß den rechtlichen Vorgaben für die Förderschule mit dem Schwerpunkt Lernen liegen unseren Unterrichtsinhalten und – zielen die Rahmenrichtlinien für die Grundschule und die Hauptschule zugrunde. Wie bereits beschrieben bringen unsere Schülerinnen und Schüler in der Regel nicht die kognitiven Voraussetzungen mit, diese Ziele umfassend zu erreichen. Deshalb kann es sich in unserer Schulform immer nur um eine Annäherung an die vorgegebenen Zielsetzungen handeln. Entsprechend hat die Schule eigene Arbeitspläne für alle Fächer entwickelt, die für unseren Unterricht maßgeblich sind.
Die Förderung in den Fächern Deutsch und Mathematik erfolgt entsprechend unseren allgemeinen Fördergrundsätzen vor allem in der Unterstufe sehr individuumsorientiert, um über Lernerfolge die Persönlichkeit zu stabilisieren, die Motivation zum Lernen zu erhalten bzw. wieder aufzubauen und Versagenserlebnisse zu verhindern. Es geht zunächst ausschließlich um den individuellen Lernzuwachs des Kindes. Aus diesem Grund wird auf vergleichende Klassenarbeiten oder Tests in den ersten Schuljahrgängen weitestgehend verzichtet.
Im Fach Mathematik werden zunächst grundlegende Fähigkeiten im pränumerischen Bereich gefördert. Mathematische Operationen und entsprechende Rechenzeichen werden erst im Anschluss eingeführt. Um eine innere Vorstellung von einer Menge entwickeln zu können, bieten wir unseren Schülerinnen und Schülern gut strukturiertes Anschauungs- und Handlungsmaterial an. Wichtig ist auch immer die Eingebundenheit des mathematischen Handelns in konkrete, für unsere Schülerinnen und Schüler nachvollziehbare Situationen. Diese Prinzipien bleiben über die Unterstufe hinaus grundlegend für unsere Unterrichtsarbeit.

Im Mittelpunkt unseres Deutschunterrichts stehen die Förderung der Sprechhandlungskompetenz sowie die Leseförderung.
In den Anfangsklassen sollen die phonologische Bewusstheit besonders trainiert werden. Lautgebärden werden zur Unterstützung des Leselernprozesses eingesetzt.
Besonders betrachten wir eine generelle Förderung des Leseinteresses als wichtige Aufgabe unserer Schule, vor allem im Hinblick darauf, dass viele unserer Schülerinnen und Schüler keine positiven Vorgaben aus ihrem Elternhaus mitbringen. Unser Ziel ist es, allen Kindern das lebenspraktische Rüstzeug im Hinblick auf Lesekompetenz zu vermitteln, und zwar durch eine sinnvolle Verbindung von Lesemotivation und dem Training von Texterschließungsfähigkeiten, was wiederum zur Förderung der Sprechhandlungskompetenz beiträgt.
Um Lesemotivation und Lesefreude aufzubauen und zu vermitteln werden vielfältige Handlungsformen ausgenutzt: Vorlesen (schafft Nähe und Geborgenheit, fördert Konzentrationfähigkeit, erweitert den Wortschatz, wirkt lesemotivierend), Märchenerzählerin, Lesepass, Bilderbücher, Bücherkisten, Büchereibesuche, Lesekisten, Ganzschriften lesen (Leseprojekte) – als Klassensätze vorhanden, Lesetagebücher gestalten, Sachbücher im Fachunterricht, schulinterner Lesewettbewerb der 5. und 6 Klassen, Teilnahme am kreisweiten Lesewettbewerb.
Die Förderung von Texterschließungsfähigkeiten (sinnerfassendes Lesen) geschieht über Antizipation und Hypothesenbildung, über das Verknüpfen von Texten (z.B. durch Textrekonstruktion über Bewusstmachen der grammatischen Strukturen oder das Lesen eines Textes vom Ende her), über das Bewusstwerden und Nachdenken über Bedeutungen, über die Ergänzung wichtiger fehlender Begriffe im Text als auch durch szenisches Spiel/Handlung. Unsere Zielsetzung ist es, unsere Schülerinnen und Schüler zum selbstständigen Umgang mit Büchern hinzuführen und als Informationsquelle zu nutzen.

Aufbauend auf die Förderung der Jahrgänge bis einschl. 6 wird im Fachbereich Deutsch in der Oberstufe eine Verknüpfung zu anderen Unterrichtsfächern intensiviert. Über diesen Weg gelingt es den Schülerinnen und Schülern anwendungsorientiert ihre Kompetenzen im Fach Deutsch zu erproben.

Die Stärkung der Lese- und Schreibkompetenzkompetenz, Wörterbucharbeit und Übungen zur Grammatik bilden die Grundlage des Deutschunterrichts.
Die Erweiterung des Sprachgebrauchs kann darüber hinaus zum Beispiel in Verbindung mit dem Fach AWT über Rollenspiele (Bewerbungsgespräch, Kundenberatung, u.a.) geschehen. Aber auch das Verfassen formaler Texte (schriftliche Bewerbung, Lebenslauf) gehört zur unmittelbaren Erfahrungswelt der Schülerinnen und Schüler, die in Vorbereitung ihrer insgesamt 6 Wochen Berufspraktikum (1x dreiwöchig; 1x zweiwöchig; 5 Praxistage) zudem auch an die Erstellung von Tätigkeitsbeschreibungen (Versuchsbeschreibung im Fach Physik) und Praktikumsberichten herangeführt werden.
In den Jahrgängen 8 und 9 ist es obligatorischer Bestandteil des Curriculums, dass die Schülerinnen und Schüler (wahlweise in einem natur- oder geisteswissenschaftlichen Fach) einen Kurzvortrag halten; hierbei steht die strukturierte Präsentation von Inhalten, sowie das richtige Einsetzen von einfachen Vortragsmitteln und das deutliche und verständliche Sprechen im Mittelpunkt.
Das Lesen von altersgemäßen Lektüren – oftmals zu Themen aus dem Bereich der Geschichte und/oder Gesellschaftspolitik) sind fester Bestandteil des Deutschunterrichtes der Oberstufe.
PC- Lernprogramme für die Fächer Deutsch und Mathematik stehen für alle Schulstufen zur Verfügung und können gezielt eingesetzt werden.


3.6. Methodenkompetenz
Um unsere Schülerinnen und Schüler verstärkt zum eigenverantwortlichen Arbeiten zu befähigen, benötigen sie Basiskompetenzen in den Bereichen Lern- und Arbeitstechniken, Kommunikation und Kooperation. Methodische Trainings sind deshalb wichtiger Bestandteil unseres Unterrichts. Dies beginnt bei der Vermittlung einfachster Grundtechniken (z.B. ausschneiden, kleben, lochen, abheften), der Fähigkeit Ordnung am Arbeitsplatz zu halten bis hin zu sinnvollem Unterstreichen oder dem Erstellen von Tabellen. Zur Förderung des kommunikativen und kooperativen Verhaltens wird beispielsweise aktives Zuhören trainiert, Regeln für Partner-/Gruppenarbeiten werden entwickelt oder eine gemeinsame Präsentation wird vorbereitet.
Durch zunehmend eigenständiges Arbeiten der Schülerinnen und Schüler werden Lehrerinnen und Lehrer im Unterricht spürbar entlastet und können so individueller und gezielter fördern.


3.7. Berufliche Orientierung
In den Jahrgangsstufen 8 und 9 liegt ein Schwerpunkt der Unterrichtsarbeit in der Auseinandersetzung mit der zukünftigen Berufswelt unserer Schülerinnen und Schüler. In unserem Konzept zur beruflichen Orientierung wird dieser Schwerpunkt umfassend beschrieben (vgl. Konzept zur beruflichen Orientierung).


3.8. Lebensentwürfe
Als übergeordnetes Erziehungs- und Bildungsziel gelten für uns der Ausgleich sozio-kultureller Benachteiligungen sowie kognitiver Einschränkungen und die Ermöglichung der gesellschaftlichen Teilhabe unter Einbeziehung aller Lebensbereiche.
In unseren Oberstufenklassen erfolgt darum eine Schwerpunktsetzung unter der Fragestellung, wie wir unsere Schülerinnen und Schüler stärken können für neue Lebensentwürfe unter Einbeziehung der Option fehlender Erwerbstätigkeit und somit die Eröffnung neuer Tätigkeitsfelder.

4. Fördermaterialien
In unserer Schule wird Fördermaterial eingesetzt, das den aktuellen Anforderungen nach Anschaulichkeit, Handlungsorientierung, Zugang über verschiedene Sinne, Motivationsförderung und Differenzierungsmöglichkeiten entspricht. Für alle Fachbereiche stehen unterschiedliche, adäquate Fördermaterialien zur Verfügung. Auf eine Auflistung aller Materialien wird an dieser Stelle verzichtet.
In Fachkonferenzen, schulstufenbezogenen Besprechungen und fächerübergreifenden Dienstbesprechungen wird neues Material gesichtet und über die Anschaffung entschieden. Begrenzte finanzielle Mittel machen immer wieder eine Prioritätensetzung notwendig.





Verabschiedet am 16.10.2007

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