Die Geschwister Scholl : Ein Leben im Widerstand
Hans Scholl |
Sophie Scholl |
Franz
Joseph Straße 19. In diesem Haus im Künstlerviertel Schwabing,
München, lebten die Geschwister Scholl lbis zu ihrer Verhaftung. Heute
erinnert eine Tafel an die einstigen Bewohner.:
"Sophie und Hans Scholl. Die unter dem Zeichen der "Weißen Rose" aktiven Widerstand gegen das Dritte Reich geleistet haben, wohnten von Juni 1942 bis zu ihrer Hinrichtung am 22. Februar 1943 hier im Rückgebäude." |
"Wir
schweigen nicht, wir sind Euer böses Gewissen".
Nach dem Fall von Stalingrad wollten
Hans und Sophie ein weithin sichtbares Zeichen setzen, um alle antinazistischen
Kräfte zu ermutigen.Am Vormittag des 18. Februars machten sie sich
auf den Weg zur Universität, um dort Exemplare des letzten Flugblattes
zu verteilen, das sich ausdrücklich an die Studenten wandte. Es sollte
ihr letzter Weg in die Freiheit sein.
Hans
und Sophie Scholl, Kinder des Bürgermeisters einer kleinen
Stadt in Württemberg, sind 14 und 11 Jahren alt, als Hitler 1933 an
die Macht kommt. Zunächst ist Hans, zur großen Bestürzung
und Enttäuschung seines Vaters, von derHitlerjugend begeistert. Er
überzeugt auch seine vier Geschwister. Alle werden Mitglieder der
HJ und des BDM. Hans wird "Fähnleinführer" im Jungvolk und erlebt
mit 18 Jahren einen Reichsparteitag der NSDAP in Nürnberg. Die gewaltigen
Aufmärsche, die vielen Fahnenappelle, die langen Reden und die überschwengliche
Huldigung des "Führers" Adolf Hitler machen Hans nachdenklich. Zu
Hause erfährt er jetzt bewußter als zuvor die vielen Verbote:
Diese Lieder dürfen nicht gesungen werden, jene Bücher nicht
gelesen, manche Gedichte sind unerlaubt, jüdische Künstler werden
verfolgt, ihre Werke für "undeutsch" erklärt. Hans bricht mit
der Hitlerjugend und schließt sich einerverbotenen Jugendgruppe an.
Außerdem war er der
Gründer derWiderstandsgruppe gegen Hitler, die auch als Weiße
Rose bekannt war.
Seine Schwester, Sophie,
war auch nur kurz in der in der NSDAP, wandte sich aber nach ihrem Gymnasialabschluss
von der nationalsozialistischenIdeologie entschieden ab.
1942 begann sie in München
mit dem Studium der Biologie und Philosophie.
Ihr Bruder Hans Scholl
studierte dort zur gleichen Zeit Medizin. beeinflusst durch den katholischen
Publizisten Carl Muth, TheodorHäcker, Kurt Huber (Professor für
Psychologie und Philosophie) sowie durch katholische Widerstandskämpfer.
Die Geschwister Scholl
waren beide die begründer der Wiederstandsgruppe "Weiße Rose".
Vor allem unter dem Eindruck der Kämpfe um Stalingrad entschloss sich
die Geschwister gemeinsam mit ihren Freunden,die Öffent-
lichkeit wachzurufen. In
Flugblättern rief die Weiße Rose zum passiven Widerstand auf,
forderte die Erneuerung Deutschlands im Zeichen der Grundrechte durch einen
"vernünftigen Sozialismus" in einem föderativ aufgebauten Staat.
Bei der Verteilung
der Flugblätter wurde Sophie Scholl am 18. Februar 1943 in der Münchner
Universität festgenommen, am22.Februar 1943 durch den "Volksgerichtshof"
zum Tode verurteilt und am gleichen Tag in Müchen- Stadelheim durch
das Fallbeil hingerichtet.
Flugblatt
1 der Widerstandsgruppe "die Weiße Rose" zum Downloaden
Flugblatt 2
Flugblatt 3
Flugblatt 4
Flugblatt 5
Flugblatt 6