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Wir über uns |
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Sophie Scholl
Frau des 20. Jahrhunderts - ein
Vorbild
Büste
von Sohie Scholl erhält ab 2003 Platz in der bayrischen Ruhmeshalle,
Walhalla
| Unbekannte Briefe zur "Weißen Rose" aufgetaucht:
Sechzig Jahre nach der Zerschlagung der studentischen Widerstandsorganisation
"Weiße" Rose sind bislang unbekannte Briefe an Sophie Scholl aufgetaucht.
Die Schreiben stammen aus der Feder ihres Freundes, Fritz Hartnagel, der mit
Hitlers Armee auf dem Marsch anch Stalingrad war. (Klaus Wiegreife) |
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| Sophie Scholl wurde am 9. Mai 1921 in Forchtenberg in dem heutigen
Baden-Württemberg geboren. Sie hatte vier Geschwister. Ihr Vater war
inForchtenberg Bürgermeister, ihre Eltern hatten sich im ersten Weltkrieg
in einem Lazarett kennen gelernt. Dort hatte Sophies Mutter als Krankenschwestergearbeitet.
Sophies Vater musste dort für das Rote Kreuz verwundete Soldaten betreuen,
denn er hatte als Pazifist den Kriegsdienst mit der Waffe abgelehnt.
Soziales Engagement, liberale und fortschrittliche Vorstellungen beherrschten das Denken und Handeln der Eltern und damit auch die Kindheit von Sophie Scholl. Sie lernte in ihrem Elternhaus, sich eine eigene Meinung zu bilden und diese zu vertreten. Sie hatte ein stark ausgeprägtes Gerechtigkeitsgefühl. Sie hatte den Mut zu protestieren und sich gegen Ungerechtigkeit zur Wehr zu setzen. Dabei handelte sie meistens bedacht, denn sie war ein nachdenklicher Mensch. Dieses wird deutlich in den vielen Texten, die sie geschrieben hat. Sie hat ein Tagebuch geführt, Briefe geschrieben, Aufsätze und kurze Geschichten verfasst. Sie besaß auch eine musikalische und zeichnerische Begabung. Da sie eine sehr begabte Malerin war, erwartete die Familie, dass sie nach dem Abitur in eine Kunstakademie eintreten werde. Sophie entschied sich aber für das Studienfach Biologie. Sie war der Meinung, dass man Kunst nicht lernen kann. Sophie und ihre Geschwister verbrachten einen großen
Teil ihrer Freizeit in der Hitlerjugend. Sophie und ihre drei Schwestern
gehörten dem Bund Deutscher Mädel an. Ihr Vater hatte sie und ihre
Geschwister vor dem Eingriff von Hitlers Regierung in die Freiheit der Meinung
und des Glaubens gewarnt und deutlich gemacht, dass Hitler die Kriegsindustrie
ankurbelt. Dennoch machte Sophie, ebenso wie ihre Geschwister die Aktivitäten
der Hitlerjugend so engagiert mit,dass sie und ihre Geschwister bald zu Jugendführern
wurden. Nachdem Sophie Scholl im Jahre 1940 ihr Abitur bestanden
hatte, begann sie eine Ausbildung zur Kindergärtnerin. Siehoffte, dass
diese als Ersatz für den Reichsarbeitsdienst anerkannt würde. Denn
die Aufnahme eines Studiums setzte eine halbjährige Tätigkeit
beim Reichsarbeitsdienst voraus. Die Ausbildung wurde nicht anerkannt. Sie
musste im April 1941 ihren Dienst in einem Lager antreten. Nach ihrer Tätigkeit
im Reichsarbeitsdienst musste sie noch sech Monate Kriegshilfsdienst leisten.
Im Mai 1942 nahm sie in München das Studium der Philosophie und Biologie
auf. Sie wohnte zunächst im Hause von Professor Carl Muth. Er war Herausgeber
einer von den Nazis verbotenen Zeitschrift. Es handelte sich um ein literarisch-philosophisches
Blatt, das bei fortschrittlichen Katholiken in Deutschland hohes Ansehen genoss.
Der Professor übte auf Sophies Bruder Hans und dessen Freunde einen
erheblichen Einfluss aus. Nachdem Sophie und Hans Scholl am 18. Februar 1943 in der Universität München an verschiedenen Stellen das letzte Flugblatt der "Weißen Rose" abgelegt hatten, wurden sie an Ort und Stelle verhaftet. Am 22. Februar 1943 wurde Sophie Scholl neben ihrem Bruder Hans und einem weiteren "Mittäter" nach fünfstündiger Verhandlung von dem Volksgerichtshof unter Vorsitz seines Präsidenten Roland Freisler zur Hinrichtung durch das Beil verurteilt. Der Vorwurf lautete: "Vorbereitung Hochverrat und Feindbegünstigung." München 3.2.1943. Sophie und Elisabeth Scholl, 22 und 23 Jahre alt, unterhalten sich: Sophie: "Man müßte etwas tun,
zum Beispiel Parolen auf Mauern schreiben." |
| Sophie Scholl, einundzwanzigjährig, in einem Brief vom 10.10.1942 an ihre Freundin Lisa Remppis: Jetzt freue ich mich wieder an den letzten Strahlen der Sonne, ich staune über die unerhörte Schönheit alles dessen, was nicht der Mensch geschaffen hat. Die roten Dahlien am weißen Gartentor, die hohen ernsten Tannen und die zitternden goldbehangenen Birken mit ihren jetzt leuchtenden Stämmen vor all dem grünen und rostfarbenen Laubwerk, die goldene Sonne, die die leuchtende Farbenkraft eines jeden einzelnen Dinges noch erhöht, anstatt, wie die glühende Sommersonne, alles, was sich neben ihr noch regen will, zu erdrücken. Alles ist so zum Staunen schön, daß ich noch nicht weiß, was für ein Gefühl mein sprachloses Herz dafür entfalten soll, denn für eine reine Freude daran ist es noch nicht reif genug, es staunt und begnügt sich mit entzücktem Staunen. - Ist es nicht auch Rätsels genug, und wenn man den Grund dafür nicht weiß, beinahe furchterregend, daß alles so schön ist? Trotz des Schrecklichen, das geschieht. In meine bloße Freude an allem Schönen hat sich etwas großes Unbekanntes gedrängt, eine Ahnung nämlich von seinem Schöpfer, den die unschuldigen erschaffenen Kreaturen mit ihrer Schönheit preisen. -Deshalb eigentlich kann nur der Mensch häßlich sein, weil er den freien Willen hat, sich von diesem Lobgesang abzusondern. Und jetzt könnte man oftmals meinen, er brächte es fertig, diesen Gesang zu überbrüllen mit Kanonendonner und Fluchen und Lästern. Doch dies ist mir im letzten Frühling aufgegangen, er kann es nicht, und ich will versuchen, mich auf die Seite der Sieger zu schlagen. Am 09.Mai 1996 wäre Sophie Scholl 75 Jahre alt geworden. |