Realschüler besuchen Partnerschule in Polen

Zum Ende des Schuljahres 2000/2001 machten sich 15 Schülerinnen und Schüler und zwei Betreuer der Realschule Georgsmarienhütte auf den Weg, die Partnerschule in Komprachcice zu besuchen. Im Rahmen des vierten deutsch-polnischen Schüleraustauschs war dies der Gegenbesuch, da die polnischen Freunde im Herbst 2000 in Georgsmarienhütte zu Gast waren.

Die Schüler der Realschule wurden in den Familien aufgenommen und mit der gewohnten schlesischen Gastfreundschaft verwöhnt. Auf dem Programm standen zunächst Unterrichtsbesuche. So mancher Fachunterricht war sicherlich schwer zu verstehen, auch wenn man  in der vorherrschenden polnischen Sprache so manches zu erkennen glaubte. Aber eine Deutschstunde in einer polnischen Schule zu erleben, ist eine Besonderheit mit Spaßfaktor, weil man da das meiste versteht, mitmachen kann und einen Erfahrungsvorsprung besitzt.
 
Besonders viel Mühe wendeten unsere Gastgeber für die Gestaltung des polnisch-deutschen Schultages auf. Hier maßen sich die Realschüler mit den Gymnasiasten aus Komprachcice im Basketballspiel und Tauziehen vor der Kulisse der anfeuernden beiden Fangemeinden. Dabei wurde unterschwellig wohl ein wenig darauf geachtet, dass Sieg und Niederlage auf beiden Seiten sich die Waage hielten.

 In einem anschließenden Dia-Vortrag stellten die Sportlehrer dieser Schule ihre alpinistischen Fähigkeiten auf zahlreichen Bergtouren vor. Dabei kam die Faszination über die Berglandschaften ebenso gut über wie die Gefahren die auf Schritt und Tritt auf sie lauerten.

Nach diesen spannenden Berichten kam der Clou: Das Mittagessen der besonderen Art. In zwei Ecken, jeweils mit Landesfahnen geschmückt, befanden sich, hübsch hergerichtet, die deutsch-polnischen Spezialitäten. Hier konnte man u.a. den Borschtsch, den Bigos, die Pierogi, eben die typischen polnischen Gerichte nach Hausmacherart kennenlernen.
Ebenso war auf der deutschen Seite Landestypisches für die polnischen Kinder bzw. für jedermann mit entsprechenden erklärenden Täfelchen serviert. Eine nicht nur kulinarisch rundum gelungene Sache an diesem deutsch-polnischen Schultag.
 
In den nachfolgenden Tagen schauten sich die Schüler Oppeln (Bild links)  und  einige geschichtsträchtige Städte der näheren Umgebung an, dann führte sie ein zweitägiger Ausflug nach Warschau (Bild unten).
 
Aus der Sicht der Schüler spielten  die sehr gelungenen Aufbauleistungen nach den Zerstörungen des II. Weltkrieges im Bereich des alten Marktplatzes, wie der beiden Sommerresidenzen polnischer Könige, eher eine untergeordnete Rolle. 
Wohl mindestens ebenso beeindruckend war für sie die unmittelbare Begegnung mit Bill Clinton, der auf dem Schlossvorplatz die Menschenmenge, also auch einige Realschüler durch Shake-hands begrüßte.

 Dann ist einigen Schülern die kurze Nacht von Warschau in bleibender Erinnerung geblieben,  in der sich die letzten Zubettgeher den ersten Aufwachenden die Hand reichten. Dass dies in einer äußerst kühlen Nacht und einer dort herrschenden Mückenplage so möglich war, zeigt, zu welchen erstaunlichen Ausdauerleistungen die Schüler unter Umständen fähig sein können. Kurzum: Warschau war gut.

Abgesehen vom ansprechenden Rahmenprogramm haben die Realschüler 11 Tage lang bei und mit ihren polnischen Partnern gelebt. Sie bekamen also Einblicke ins Familienleben und sind Freunde geworden. Sie sahen Armut in Krisenregionen und den Ausbruch großen Wohlstands an anderen Stellen. Sie können jetzt mitreden, denn sie haben das Leben in Polen selbst miterlebt. All diese Kenntnisse, die die Realschüler gewonnen haben, sind ein wertvoller Beitrag zur Normalisierung der Verhältnisse zwischen Deutschland und unserem östlichen Nachbarn Polen.

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