Förderschule  Krummhörn

Erziehung

„Kinder lernen viel mehr durch das Beispiel als durch schöne Worte.

Und so achten sie schon von klein auf nicht nur darauf,

was du sagst, sondern was du tust.“

(Jane Pauley)

Unsere Schule hat sich den Auftrag gegeben, Kindern und Jugendlichen mit

Lernbeeinträchtigungen

·  „grundlegende Fähigkeiten und Fertigkeiten,

·  berufsorientierende Kenntnisse und

·  ein angemessenes Arbeits- und Sozialverhalten zu vermitteln.“[1]

Unsere Schule wird auch von Kindern und Jugendlichen besucht, die durch ihre familiären Situationen und bisherigen problematischen Schullaufbahnen nur geringe elementare Erfahrungen im Sinne von persönlicher Förderung und von positiven Gemeinschaftserlebnissen gemacht haben.

Das Einhalten von Regeln, das Wissen um bzw. das Beachten von Grundsätzen des sozialen Miteinanders fällt vielen unserer Schülerinnen und Schüler schwer. Sie kommen zum Teil aus Elternhäusern, in denen ihnen die elementaren Bausteine des mitmenschlichen Umgangs sowie die Sinnhaftigkeit von gewissen Verhaltensregeln nicht vorgelebt werden.

Viele kennen ihre Grenzen nicht. Damit fehlt ihnen ein „leitendes Geländer“, welches ihnen Struktur und Sicherheit für ihr tägliches Handeln und ihr Verhalten im Umgang mit anderen gibt. Es fällt ihnen schwer, ihr Verhalten zu reflektieren, weil sie aus Unwissenheit über kein Unrechtsbewusstsein verfügen.

Hinzu kommt, dass viele unserer Schülerinnen und Schüler oftmals über ein nur geringes Selbstwertgefühl verfügen, sich generell nur wenig zutrauen und sich von der Gesellschaft nicht angenommen und akzeptiert fühlen.

Am Anfang des Leitbildes unserer Schule steht deshalb folgendes oberstes Ziel unserer Erziehungsarbeit:

An unserer Schule arbeiten alle Beteiligten zusammen, geprägt von gegenseitigem Respekt, Wertschätzung, Rücksichtnahme und Toleranz. Wir wollen unsere Schülerinnen und Schüler befähigen, aktiv am gesellschaftlichen und beruflichen Leben teilzunehmen.“

Wir als Kollegium dieser Schule sind davon überzeugt, dass ohne unsere tagtägliche persönliche Zuwendung und Wertschätzung jedes einzelnen Schülers und jeder einzelnen Schülerin jegliche Forderung nach Disziplin und Einhaltung von Regeln ins Leere läuft.

Indem die Kinder und Jugendlichen an unserer Schule das Gefühl erleben, grundlegend und ohne Vorbehalte akzeptiert und angenommen zu werden, ermöglichen wir es ihnen, zu begreifen, warum und wozu Disziplin einer Gemeinschaft nützen kann.

Soziale Regeln müssen zusammen mit Kindern und Jugendlichen gelebt werden. „Der Mangel, den wir zu beklagen haben, ist nicht das Schwinden von Disziplin und nicht die Missachtung sozialer Regeln, sondern die Tatsache, dass es zu viele Kinder gibt, mit denen diese Regeln nicht gemeinsam gelebt wurden und werden“ vgl.[2]

Dem einleitenden Zitat entsprechend sehen wir daher neben „dem Vermitteln von grundlegenden Fähigkeiten und Fertigkeiten“[3] folgenden Schwerpunkt unserer Arbeit in der Schule als unverzichtbar:

Jede Kollegin und jeder Kollege lebt täglich einen respekt- und verantwortungsvollen Umgang vor, der durch Freundlichkeit, Höflichkeit, Friedfertigkeit, Rücksichtnahme, Partnerschaftlichkeit und Hilfsbereitschaft geprägt ist.

Es ist uns wichtig, unseren Schülerinnen und Schülern Regeln des sozialen Miteinanders vorzuleben, ihnen konsequent Grenzen aufzuzeigen und ihnen somit eine sichere Struktur für ihr Handeln zu bieten.

Mit diesem Fundament können wir ihnen dann auch unsere Schulordnung[4] mit ihren Regeln verständlich und sinnhaft werden lassen und ihre Einhaltung konsequent einfordern.

Letzteres schließt ein Konzept zur Durchführung von Maßnahmen und Sanktionen bei Regelverstößen[5] ein, wie es an unserer Schule erarbeitet wurde.

Unabdingbar ist des Weiteren aber auch eine intensive Zusammenarbeit und stetige Kommunikation mit den Eltern und Erziehungsberechtigten unserer Schülerinnen und Schüler[6]. Dies schließt auch die Vermittlung von Hilfsangeboten sowie die Kooperation mit Jugendämtern, Erziehungsberatungsstellen, schulpsychologischem Dienst, Ärzten, Psychiatrie und weiteren Beratungs- und Förderstellen ein.



[1] s. Leitbild der Förderschule Krummhörn

[2] nach Joachim Bauer „Lob der Schule“ (Hamburg2007), S. 104f.

[3] s. Leitbild der Förderschule Krummhörn

[4] s. Schulordnung der Förderschule Krummhörn

[5] s. Maßnahmen und Sanktionen bei Regelverstößen (Maßnahmenkatalog der Förderschule Krummhörn)

[6] s. Leitbild der Förderschule Krummhörn