Die Rolle der Frau im 18. Jahrhundert



Das allgemeine Bild der Frau im 18. Jahrhundert bestand aus den drei Erwartungen Hausfrau, Gattin und Mutter.
Sie hatte die Aufgabe, das Haus für ihren Mann zu einem Platz der Ruhe und Entspannung zu machen. Es war ihr verboten, sich durch Arbeit am Unterhalt zu beteiligen. Sie hatte auch sonst keine Möglichkeiten, frei zu entscheiden, was sie tun wollte.
Als Tochter war sie dem Vater unterstellt, der auch häufig ihren Ehemann auswählte. Dieser hatte die Frau in seine Obhut zu nehmen. Von da an diente sie eigentlich nur zum Zwecke der Fortpflanzung, Gefühle durfte sie nicht zeigen, da diese nicht erwünscht waren und auch nicht im eigentlichen Sinne des Fortpflanzungsaktes waren.
In der Öffentlichkeit musste die Frau jedoch von der Gesellschaft geachtet werden, z. B. aufgrund ihrer Schönheit. Ihre eigene Meinung durfte sie jedoch nicht preis geben. Die Frau wurde als gleichwertige Gefährtin und Gesprächspartnerin des Mannes nicht akzeptiert.
Grundsätzlich entschied der Mann über die Bildung seiner Frau, abhängig von der eigenen Bildung und dem sozialen Status der Familie. Da Frauen weder Wahlrecht hatten noch in der Öffentlichkeit ihre eigene Meinung sagen durften, lag die einzige Möglichkeit die Meinung frei zu äußern im Schreiben von Büchern und Gedichten. Wenn sie ihre Werke aber veröffentlichten wollten, war das zumeist nur unter Pseudonym möglich.
Dennoch: Dieses waren die ersten Ansätze der Emanzipation der Frau.


Aus: Braun, Lily: Die Frauenfrage
Duby, Georges und Perrat, Michelle: Die Geschichte der Frauen. Bd. 3. Frankfurt am Main: 1993.
Hufton, Olwen: Frauenleben. Eine europäische Geschichte. Frankfurt am Main: 1998.