"Aufgeklärter Absolutismus" ...

... ein Begriff, der von einem immanenten Widerspruch gekennzeichnet ist. Und doch treten Aufklärung und Absolutismus im 18. Jahrhundert gemeinsam auf. Das Phänomen des "aufgeklärten Absolutismus" ist sowohl von Konvergenzen als auch von Divergenzen gekennzeichnet. Schließlich bringen die Spannungen dieses historische Phänomen zum Scheitern. 

Die folgenden Aspekte sind entnommen aus:

Horst Möller: Friderizianismus, Theresianismus, Josephinismus. In: Zwischen Absolutismus und Aufklärung: Rationalismus, Empfindsamkeit, Sturm und Drang 1740-1786. Hg. von Ralph-Rainer Wuthenow. Reinbek bei Hamburg: Rowohlt, 1986. S. 27 - 41. [Deutsche Literatur. Eine Sozialgeschichte. Bd. 4].

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Gemeinsamkeiten (Konvergenzen) Spannungen (Divergenzen)

 

- Friedrich II ist ein "aufgeklärter" Monarch ...

- Machtentzug der Kirche (Säkularisierung)

- Judenemanzipation

- kleine Betriebe, die die Modernisierung behindern, sind im Weg -> Abschaffung

- Gestaltung des Staates und der Herrschaft nach rationalen Grundsätzen

- Modernisierung der Behördenorganisation, des Rechts-, Ausbildungs- und Heereswesens

- Schaffung eines (gebildeten) Beamtentums

- Steigerung der Finanzkraft und der Wirtschaftstätigkeit

 

- hält aber dennoch fest am absolutistischen Herrschaftsanspruch

- Aufklärung erfordert bessere Infrastruktur <-> König muss aufkommen

- Soziale Dynamik (Aufklärung) <-> bedroht soziale Statik (Absolutismus)

- Aufgeklärte Ziele (Anspruch der Aufklärer, an der inneren Gestaltung des Staates beteiligt zu werden) <-> ungleiche Verteilung von Rechten und Pflichten

- Aufgeklärte Schriftsteller provozieren Unzufriedenheit mit dem Aufgeklärten Absolutismus

- Funktionalisierung und Sozialdisziplinierung widersprechen dem Sinn der Aufklärung

- Kosmopolitismus der Aufklärung

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