Hauptschule mit Gütesiegel

Bezirksregierung würdigt Engagement für Ausbildungsfähigkeit der Schüler Die Jury war vom Förderkonzept, dass die Lehrkräfte erarbeitet haben, beeindruckt.


HOHENKIRCHEN/NC - Vorbildlich kümmert sich die Hauptschule in Hohenkirchen darum, dass ihre Schüler gut vorbereitet auf den Ausbildungsmarkt gehen. Dafür hat sie jetzt das Gütesiegel "Startklar für den Beruf" erhalten, kann damit in den nächsten drei Jahren werben, etwa im Briefkopf. Schulleiter Gerd Hanke und Manfred Popken, Fachbereichsleiter Arbeit, Wirtschaft, Technik, freuen sich, dass die Bezirksregierung Weser-Ems die Bemühungen mit dem Gütesiegel würdigt. Die Hauptschule Hohenkirchen beteiligte sich in diesem Jahr erstmals an dem Wettbewerb, von den 177 Haupt- und 62 Schulen für Lernhilfe im Raum Weser-Ems bekamen 35 bei einer Schulbörse im emsländischen Spelle die Auszeichnung in Form einer Urkunde.

Übergabe der Urkunden in Spelle

am 7. Oktober 2003

Aus Friesland war auch die Hauptschule Varel dabei. Eine Arbeitsgruppe der Hohenkirchener unter Popkens Federführung hatte eine umfangreiche Dokumentation erstellt und sämtliche Einzelaktivitäten der Schule, es sind beinahe 50, aufgelistet. Die Jury, sie bestand aus Vertretern der Schulbehörde, der Wirtschaft und der Arbeitsverwaltung, prüfte und bewertete die Dokumentation eingehend und sah sich vor Ort deren Umsetzung an. "Die Jury war beeindruckt von dem Förderkonzept, dass wir entwickelt haben", sagt stolz Schulleiter Hanke. Dazu gehört etwa wöchentlich ein dreistündiger Projektunterricht für die Siebt- und Achtklässler. Der soll den Schülern neben den Grundfertigkeiten Lesen, Schreiben und Rechnen das selbstständige Arbeiten, das Einteilen der Zeit, das Beschaffen von Informationen sowie das Präsentieren von Ergebnissen vermitteln. Vorgesehen ist dabei bei spielsweise auch die Kontaktaufnahme zu Betrieben. Neuland nicht nur für die Schüler, sondern ebenso für die Lehrer. Sie mussten zudem den Stundenplan ändern, um die Zeit für die Projektarbeit zu gewinnen. Leitthemen dieses Unterrichtes heißen Backen, Fahrrad oder Landwirtschaft und Ernährung. "Beim Backen werden nicht nur Kuchen hergestellt, sondern auch Tischdekorationen und ein Rezeptbuch; alles zusammen wird dann dem Fachbereichsleiter vorgestellt", erläutert Manfred Popken. Nach einer Eingewöhnungsphase kommt der Projektunterricht bei allen Beteiligten gut an. Ein weiterer Schwerpunkt des- "Startklar für den Beruf-" Konzeptes ist eine Kooperation mit den Berufsbildenden Schulen in Jever, einmal in der Woche erhalten die Achtklässler dort Unterricht. "Dabei durchlaufen sie pro Schuljahr die Abteilungen Bau, Metall, Hauswirtschaft und Körperpflege, können sich so über mögliche Ausbildungswege umfassend informieren", so Gerd Hanke. Ihm und Popken ist klar: Die Schule hat generell den Auftrag, ihre Abgänger ausbildungsfähig zu entlassen. Und die Schulen, die sich nicht um das Gütesiegel beworben hätten, seien bestimmt nicht schlechter als die mit der Auszeichnung. Doch in der Realität hätten die Hauptschüler einen schweren Stand auf dem Ausbildungsmarkt, die Hohenkirchener Schule gebe sich redlich Mühe, die Chancen der jungen Leute zu verbessern - und scheue sich nicht, dies öffentlich zu dokumentieren.
Besondere Schwerpunkte:
In den Klassen 7 und 8 werden Förderprogramme zur Stärkung der Ausbildungsfähigkeit durchgeführt. Gezielt werden das Rechnen, Schreiben und Lesen in Kleingruppen an Beispielen aus der häuslichen Umgebung und der Arbeitswelt trainiert.
Parallel dazu gibt es für eine Teilgruppe der Klasse eine Einführung in die Arbeit mit den Programmen Word und Excel, wobei ebenfalls der Bezug zur Arbeitswelt hergestellt wird.
In der 8. Klasse findet zum obigen Förderkonzept zusätzlich ein Mal in der Woche ein 4 stündiger praktischer Unterricht in der Berufsbildenden Schule in Jever statt. Dort wird in den Bereichen Metalltechnik, Bautechnik, Hauswirtschaft und Körperpflege ein erster Einblick in die Arbeitswelt gegeben, um die Berufsfindung zu erleichtern. Im Anschluss daran wird das Gelernte im Arbeitslehreunterricht aufgearbeitet.

Gütesiegel Dokumentation 2003 als pdf-Datei