Jahrgangsgemischte Eingangsstufe -  miteinander und voneinander lernen

Die Kompetenzen eines jeden Kindes fördern

Die Grundschule Brockdorf hat sich mit dem Weg zum erfolgreichen Lernen für die jahrgangsgemischte Eingangsstufe entschieden.
Mit dem Lernen in jahrgangsgemischten Gruppen wird an die Gruppenstruktur im Kindergarten angeknüpft. Jahrgangsgemischte Gruppen fördern kooperatives Lernen, gegenseitige Hilfe und Übernahme von Verantwortung.
Unsere Schülerinnen und Schüler machen in heterogenen Lerngruppen wichtige Erfahrungen und lernen voneinander.
So ändert sich z. B. ihre Position in der Lerngruppe jährlich. Sie beginnen als die Kleinen, denen die Großen helfen und wachsen langsam in die Rolle der Großen, die den Kleinen helfen, lenken und anregen; somit erfährt jedes Kind Könnenserlebnisse. Insbesondere Schulanfänger werden schnell integriert und lernen von ihren Mitschülern und Mitschülerinnen die Regeln und Rituale. Die lange Eingewöhnungsphase fällt weg. Die neuen Kinder „kommen schneller an“. Sie wissen ihre Patinnen oder Paten zu schätzen, die für sie da sind.

Alle schulpflichtigen und schulfähigen Kinder werden eingeschult. Die Kinder besuchen die jahrgangsgemischte Eingangsstufe in der Regel zwei Jahre. Danach wechseln sie in den 3. Schuljahrgang. Schnell lernende Kinder können bereits nach einem Jahr in den 3. Schuljahrgang wechseln. Kinder, die mehr Zeit benötigen, können drei Jahre in der Eingangsstufe bleiben und rücken danach in den 3. Schuljahrgang auf. Das Tempo ist nicht entscheidende! Versagensängste und leidvolle Konkurrenz mit anderen, schneller lernenden Kindern werden relativiert.
Das Lernklima wird entspannt, weil jedes Kind individuell lernen kann. Durch die Individualisierung des Unterrichts werden Kinder in ihrem Lerneifer nicht ausgebremst- jedes Kind kann dort abgeholt werden, wo es steht.
 
Ein bedeutendes Ziel dieses Unterrichts ist das Eingehen auf die individuellen Fähigkeiten der einzelnen Kinder.
Umzusetzen ist diese Art des Unterrichts nur, wenn der Unterrichtsablauf transparent und ritualisierbar ist, damit ein fester Rahmen für die selbständige Arbeit gewährleistet ist. Deswegen beginnt bei uns jeder Morgen mit der Ülfa-Zeit (Übendes Lernen in Freiarbeit).
In dieser ca. 20minütigen  Arbeitsphase hat jedes Kind individuelle, differenzierte Arbeitsmaterialien in seinem Fach, die es weitgehend selbständig bearbeitet bzw.es steht ein individueller Arbeitsplan für jedes Kind zur Verfügung; Lehrer und Mitschüler dienen in dieser Situation als Helfer.
Die Unterrichtszeit ist nicht in einen 45 Minuten Takt eingebettet; der erste Block findet von 8:00 Uhr bis 10:00 Uhr statt, der jedem Kind einen individuellen Lernrythmus ermöglicht. Innerhalb des Blocks, währenddessen der Anfangsunterricht (Deutsch/Mathe) bei der Klassenlehrerin stattfindet, findet eine ca. 15minütige Frühstückspause mit kurzer Bewegungspause statt.

Es soll eine ruhige und gleichzeitig anregende Lernatmosphäre geschaffen werden, wobei der Klassenraum übersichtlich gestaltet werden und das Lernen der Kinder durch die Bereitstellung vielfältiger, differenzierter und individualisierter Materialien optimal organisiert sein muss. Das Material muss weitgehend selbständiges Arbeiten ermöglichen, funktional und motivierend sein; nach Möglichkeit sollte es Selbstkontrolle anbieten.
Die Lernumgebung weitet sich an unserer Schule auch auf Flure und Gruppenräume aus. Zudem gibt es in den Klassenräumen unterschiedliche Arbeitsbereiche (Computerbereich, Sitzkreisbereich, Spielbereich, Materialbereich, Stationsbereich…).

Zwingend erforderlich ist eine harmonische Teamarbeit innerhalb des Kollegiums, die die Unterrichtsvorbereitung durch Arbeitsteilung erleichtert. Außerdem gibt die Arbeit im Team Raum für Gedanken- und Erfahrungsaustausch und bietet die Fortsetzung der kontinuierlichen Arbeit in Vertretungssituationen.

Die Eingangsstufe bedeutet für uns Lehrerinnen viel Vorbereitungsarbeit. Die Bereitschaft dazu kommt aus unserer Überzeugung, dass dieser Unterricht gut und richtig ist.

Wir erhoffen uns für jedes unserer Kinder einen angenehmen Schulstart, der ihnen zukünftig das eigenverantwortliche, selbständige und kooperative Arbeiten ermöglicht.
 

Von Daniela Kolbeck (Klassenlehrerin der Teddys im 1./2. Schuljahr)
 

In Anlehnung an das Informationsblatt des Niedersächsischen Kultusministeriums „Jahrgangsgemischte Eingangsstufe- ein Weg zum erfolgreichen Lernen“ 2007.