Presse

EJZ vom 09.07.2011

Traum von Oberschule geplatzt

Gartower Elbtalschule hat dafür nicht genug Schüler - SG-Rat lehnt Antrag der Gruppe UWG/Grüne ab

ab Kapern. Nun steht definitiv fest: Die Gartower Elbtalschule wird keine Oberschule. Ein entsprechender Antrag war vor geraumer Zeit gestellt worden, »doch das mit der Oberschule können wir uns abschminken», berichtete Schulleiter Gerhard Sprockhoff am Dienstag im Dorfgemeinschaftshaus in Kapern (vormals Gasthaus Wulli) in der Sitzung des Gartower Samtgemeinderates (EJZ berichtete).

Ulrich Flöter (CDU) wollte wissen, wie es um die Entwicklung der Einrichtung, eine Ganztagsschule, bestellt sei: »Als Schulträger inte-ressiert uns das natürlich brennend.»

Eigentlich sei die Elbtalschule aufgrund ihrer Unterrichtsstruktur schon lange Oberschule, so Gerhard Sprockhoff, doch diese Bezeichnung bleibe ihr verwehrt. Und das liege daran, »weil wir nicht genug Schülerinnen und Schüler haben». Bedingung, um Oberschule zu werden: Die Gartower Elbtalschule mit ihren derzeit 144 Schulpflichtigen müsse mindestens jeweils 29 Schüler in ihren sechs Jahrgangsklassen beschulen. »An diese Zahl aber kommen wir nicht heran», skizzierte der Schulleiter die Situation.

Sprockhoff berichtete von einem Gespräch mit Niedersachsens Kultusminister Bernd Althusmann (CDU), von dem man zuvor »überhaupt keine Antwort» auf den Antrag in Sachen Oberschule erhalten habe. Althusmann sei in Hannover die »Insellage» der Elbtalschule geschildert worden. Der Minister habe die Ablehnung damit begründet, »dass wir zu klein sind und eine Zweizügigkeit deshalb nicht möglich sei».

Althusmann habe aber zugesagt, dass sein Minsterium nicht daran denke, Schulen im Land zu schließen, »und das beruhigt uns schon». Der Minister habe sozusagen abgenickt, dass die Elbtalschule erhalten bleibe - wegen ihrer »Insellage». Sprockhoff ist nach wie vor überzeugt: »Das Land wird nicht locker-lassen, bis es flächendeckend Oberschulen eingerichtet hat.» Man werde natürlich so weitermachen wie bisher, schilderte er vor dem Rat: »Natürlich wären wir gern Oberschule geworden, aber das Kollegium hat über die Entscheidung des Kultusminis-teriums nicht geweint.»

Schon einmal, und zwar Mitte März, hatte sich Gartows Samtgemeinderat mit einem Antrag der Gruppe UWG/Grüne befasst: über ihren Antrag, die Fahrtkosten für im Gartower SG-Bereich wohnende Schülerinnen und Schüler der elften und zwölften Klassen beziehungsweise der Berufsgrundbildungsschulen und anderer weiterführenden Schulen in Lü-chow-Dannenberg zu bezu- schussen.

Der Zuschuss müsse Eltern von Schülern gewährt werden, deren Einkommen unter oder nur knapp über der Bemmessungsgrenze läge und denen keine staatlichen Fördermittel zustünden, die durch neue Gesetzgebungen im Bildungspaket abgedeckt seien, argumentierte der Sprecher der Gruppe, Bernd Kreutzkamp (UWG): »900 Euro für eine Bus-Jahreskarte sind schon recht happig.»

Der Antrag der Gruppe werde im Rat nicht weiterverfolgt, war von Samtgemeidebürgermeister Friedrich-Wilhelm Schröder (CDU) zu hören. Es solle aber möglichst bald eine Arbeitsgruppe gebildet werden, die sich mit der grundsätzlichen Förderung von Kindern und Jugend-lichen im SG-Bereich auseinandersetze.

In der Zuschuss-Debatte war von Problemen die Rede. Das mit der Bemessung, wo nämlich die Einkommensgrenze anfange und wo sie aufhöre, sei nicht ganz ohne, sagte Bürgeramtsleiter Lutz Haas. Denn es gebe keine festgesetzten Einheitsgrenzen. Wenn es um Zuschüsse gehe, würden es viele Leute versäumen, für ihnen gesetzlich zustehende Fördermittel Anträge zu stellen, meinte Gerhard Beye (SPD). Theda Kruse (UWG): »Die Leute wollen an die Hand genommen werden, weil sie mit der zunehmenden Bürokratie ganz einfach überfordert sind.»

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Von »Gasthäusern des Lernens»

Der Bildungsjournalist Reinhard Kahl plädierte an Gartows Schule für eine Reform der Bildungspolitik

asb Gartow. Wieso werden Schulexperimente immer wieder mit Skepsis und Misstrauen betrachtet, vor allem wenn sie die Freude am Lernen in den Mittelpunkt ihrer Modelle stellen? Das war eine der provokanten Fragen und der in die Zukunft blickende Thesen zum Thema Bildung, die der Journalist und Filmemacher Reinhard Kahl am Dienstagvormittag im Rahmen einer mehrstündigen Lehrerfortbildung den versammelten Kollegien der Gartower Schulen präsentierte. »Freude und Lernen scheinen in unserer Gesellschaft ein unauflösbarer Widerspruch zu sein», wunderte sich Kahl.

»Dieses Phänomen konnte immer noch nicht befriedigend beantwortet werden. Es scheint so, dass Menschen es nicht wagen, ihren Wahrnehmungen zu trauen und vor allem beim Thema Lernen immer das Gefühl haben, dass Lernen nicht funktioniert, wenn man nicht dazu gedrängt wird.» Dazu kommt nach Kahls Ansicht eine immer wieder beobachtete innere Haltung von vielen Erwachsenen, die den Schülern wenig zutraut. »Es wird nicht positiv vermittelt, dass man sich auf den neuen Schüler freut, sondern es klingt immer wieder der negative Beigeschmack eines ,Auf dich haben wir gerade gewartet» durch», bemängelte der Filmemacher. »Nur wenn ich an die Fähigkeiten eines Schülers glaube, dann können sie auch zum Vorschein kommen.» Doch viele Pädagogen sähen sich in ihrer eigenen Entwicklung ebenfalls eingegrenzt. »Durch Ihre eigenen Beschränkungen beschränken Sie auch die Kinder», so Kahls Aufruf an die anwesenden Lehrerinnen und Lehrer, sich von äußeren und inneren Reglementierungen nicht zu sehr leiten zu lassen. Darüber hinaus stellte Kahl bei Lehrern und in Schulstrukturen durchgängig einen »defensiven Perfektionismus» fest. »Wenn ich ständig große Angst vor Fehlern habe, dann führt dies zu Situationen, in denen große Fehler und Probleme erst passieren können», stellte er fest. Und nicht nur das: Kahl hat in seiner jahrzehntelangen Journalistenlaufbahn unzählige Beispiele dafür gesammelt, dass Kinder gerade dann besonders gut lernen, wenn ihnen Lernstoff, Spielen und Alltagsleben nicht als getrennte Einheiten aufgenötigt werden - wie er mit einem Filmbeispiel aus dem Odenwald belegte. Für Kahl sind derartige Modellprojekte, die übrigens in Baden-Württemberg schon längere Zeit offiziell gefördert werden, zu seiner Vision von der »Schule der Zukunft». Schulen, fuhr er fort, »müssen wieder anziehende Orte, müssen Gasthäuser des Lernens werden», so sein Plädoyer für eine neue Schulpolitik. »Spielen muss als Entwicklungsfeld für Kinder endlich akzeptiert werden.» Statt dessen bildeten Lehrer oft eine Opfergemeinschaft mit ihren Schülern gegen den bösen Rest der Welt. Kahl erklärt sich diese Haltung aus der nationalsozialistischen Vergangenheit der Gesellschaft. »Die Umkehr in die Opferrolle schützt vor einer Täterzuweisung», so Kahl. »Immerhin: hier ist ein Mentalitätswandel hin zu mehr Risiko erkennbar.» Die rund 30 Lehrer und Lehrerinnen der Grund-, Haupt- und Realschule in Gartow hörten die Thesen von Reinhard Kahl mit Interesse, teilweise sogar mit Begeisterung. »Wir fühlen uns in unserer Arbeit bestätigt,» so Schulleiterin Mechthild Rehwinkel, die, wie sie sagt, schon seit Jahren versucht, neue Wege zu gehen - trotz aller Richtlinien. »Es war wunderbar, einen Einblick in viele verschiedene Schulmodelle zu bekommen. Doch wir werden leider nicht allzu davon umsetzen können.» Nicht nur ihr ist bewusst, dass neu definierte Lehrerrollen mit den existierenden Pädagogenausbildungen nur mühselig zu entwickeln sind - ganz zu schweigen von Rahmenlehrplänen, die Lernstoff und Art und Weise der Vermittlung eng reglementieren.

Bild: Gute Laune und provokante Thesen prägten die schulinterne Fortbildung der Gartower Schulen, zu der dieses Jahr der Journalist Reinhard Kahl (rechts) eingeladen war. Neben ihm Andreas Widow,ein Lehrer an der Elbtalschule. Aufn.: A. Blank

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EJZ vom 08.05.2010:

Auf Berufskurs bringen

Projekt »Berufsnavigator» erstmals im Landkreis an fünf Schulen

by Lüchow. Was soll nach der Schule werden? Viele Schülerinnen und Schüler haben bislang nur diffuse Vorstellungen, was nach dem Ende ihrer Schulzeit aus ihnen werden soll. Mehr Klarheit soll ihnen der »Berufsnavigator» geben.

So heißt ein computergestütztes Berufsauswahlverfahren, das eine Hamburger Firma gleichen Namens entwickelt hat. Deren Berufs- und Unternehmensberater waren in dieser Woche erstmals an fünf Schulen im Landkreis im Einsatz - am Gymnasium in Lüchow, an der Elbtalschule in Gartow, der Nicolas-Born-Schule in Dannenberg, der Bernhard-Varenius-Schule in Hitzacker und der Realschule in Lüchow. Die übrigen Schulen werden in den kommenden Wochen besucht. Insgesamt 482 Schülerinnen und Schüler sollen in diesem Jahr bei ihrer Berufsfindung unterstützt werden. Das kostet pro Schüler rund 60 Euro. Finanziert wird das ganze zu 50 Prozent von der Arbeitsagentur, die Volksbank Osterburg-Lüchow-Dannenberg ist mit 15 Euro pro Schüler dabei, der Eigenanteil der Jugendlichen liegt bei 5 Euro, und den Rest übernimmt der Landkreis.

Der »Berufsnavigator» soll die Jugendlichen auf Kurs in Sachen Beruf bringen, vor allem soll er sie dazu animieren, ernsthaft über das Thema nachzudenken, damit sie eine aktive Entscheidung treffen können, so Christine Hagemann, Berufs- und Unternehmensberaterin beim »Berufsnavigator».

Navigiert wurde in zwei Teilen. In einem ersten bewerteten jeweils drei bis vier Jugendliche, die sich schulisch und privat gut kennen, gegenseitig ihre Stärken und Fähigkeiten. Dabei ging es etwa um die Punkte Auftreten, Belastbarkeit, Bildung, Durchhaltevermögen, Einfühlsamkeit, Gründlichkeit, Finger- und Handgeschick, körperliche Ausdauer, Rechnen, Lesen, Schreiben, Selbstvertrauen, Stressbewältigung - insgesamt mehr als 50 Persönlichkeitsmerkmale mussten bewertet werden. Jedes dieser individuellen Stärkenprofile wurde anschließend im Computer mit hunderten von Berufsprofilen abgeglichen - so dass jeder der Jugendlichen eine Liste mit zehn Berufen erhielt, die angesichts seiner oder ihrer Stärken »passen» könnten. Im zweiten Navigationsteil folgte eine persönliche Beratung, in der es dann um Fragen ging wie: Passen die Berufe? Passen die Interessen zu den Fähigkeiten? Wie geht es weiter?

Christine Hagemann appellierte etwa am Freitag an die Schülerinnen und Schüler der Lüchower Realschule, sich weiter zu orientieren: »Beschäftigen Sie sich mit den vorgeschlagenen Berufen, machen Sie gezielt Praktika, lesen und informieren Sie sich, entwickeln Sie mit der Zeit ein Bauchgefühl dafür, ob ein Beruf zu Ihrem Interesse und Ihren Stärken passt.» Den Jugendlichen brachte der Berufsnavigator einige Über- raschungen und vor allem viel Stoff zum Nachdenken. Etwa darüber, dass Selbst- und Fremdeinschätzung nicht immer identisch sein müssen, oder auch darüber, dass es Berufe gibt, für die man die notwendigen Stärken besitzt, über die man aber bisher noch nie nachgedacht hat. Die einen fühlten sich bestätigt, andere auf völlig neue Wege geführt. »Ich hätte nicht gedacht, was dabei alles rauskommt», staunte eine Schülerin. Einen anderen hat der Navigator nicht weitergebracht. Bislang hatte er keine Idee, was er werden wolle - und von der Liste mit den Berufen sagte ihm auch keiner zu.

Bild: Beratungsgespräch an der Lüchower Realschule: Manuela Weber und ihre Kollegen klärten mit den Jugendlichen, ob die vorgeschlagenen Berufe passen und was weiter zu tun ist. 2 Aufn.: Ch. Beyer

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EJZ vom 10.02.2010:

Von Freundlichkeit beeindruckt

Gegenbesuch: Schüler der Elbtalschule von einem Aufenthalt in den USA nach Gartow zurückgekehrt

ab Gartow. »Ganz schön aufgeregt» seien sie schon gewesen, berichten die Jugendlichen - zu-mal es für einige von ihnen der erste Flug ihres Lebens war. Am Sonnabend nun sind die zehn Schülerinnen und Schüler der Gartower Elbtalschule mit vielen neuen Eindrücken von ihrer fast 14-tägigen Reise zurückgekehrt - aus Sedona im US-amerikanischen Bundesstaat Ari- zona.

Das Ganze war so etwas wie ein Gegenbesuch.

Rückblick: Im November vergangenen Jahres waren acht Schülerinnen und Schüler der in Sedona beheimateten Verde Valley School Gäste der Elbtalschule. »Ihr müsst uns unbedingt besuchen», hatten die ihre Gastgeber vor der Rückreise in die Staaten eingeladen. Der Au-fenthalt der US-Boys und -Girls im Lüchow-Dannenberger Ostkreis war von dem Gartower John Workman, einem gebürtigen Amerikaner, angeschoben worden. Dessen Tochter Ilka, einst Elbtalschülerin, unterrichtet an dem Internat in Sedona, in dem rund 120 Schülerinnen und Schüler aus 16 verschiedenen Nationen lernen. Und so durfte der ortskundige »Johnny» nun natürlich nicht fehlen, als es für die Elbtalschüler per Flieger nach Arizona ging - ab Hamburg via London zum Zielflughafen Phoenix. Zweite Begleiterin: Lehrerin Elgin Hornbostel. Zum ersten Mal in den USA, habe sie gleich nach der Ankunft in Arizona die großartige Landschaft beeindruckt, erzählt Sabrina Pahlmann. Die Verständigung mit den Gastgebern sei nur zu Beginn ein Problem gewesen. »Doch schließlich haben wir in unserem Schulenglisch einfach drauflos geredet und wenn alles nichts half, Hände und Füße zu Hilfe genommen», so die 16-Jährige. So habe man verständlich kommunizieren können. In den USA sei ihr bewusst geworden, wie wichtig die englische Sprache international sei.

Die Elbtalschülerinnen und -schüler waren während ihres von der Samtgemeinde Gartow fiananziell unterstützen Aufenthaltes in den Vereigten Staaten in der Verde Valley School untergebracht. In ihrer neuen Heimat auf Zeit wohnte jeder Gast gemeinsam mit einem Internatsschüler beziehungsweise einer -schülerin auf einem Zimmer. »Wir haben uns prima mit denen verstanden, es sind Freundschaften entstanden und wir ha-ben unsere E-Mail-Adressen ausgetauscht und werden so in Verbindung bleiben», sagt die 15 Jahre alte Elena Schmidt, die anderen Jugendlichen empfiehlt, sich auch einmal in den USA umzuschauen. »Das lohnt sich auf jeden Fall.» Wer die Möglichkeit habe, vorübergehend in dem Land zu leben, »soll das ruhig machen». Während ihres Aufenthaltes in Arizona haben sich natürlich auch die Gartower Jugendlichen umgeschaut, haben unter anderem den Grand Canyon und den etwas weniger bekannten Antelope Canyon besucht und in der Flagstaff-University mit ihren gut 20000 Studenten erfahren, dass in der Einrichtung auch für den Geheimdienst CIA geforscht wird. »Wir reisen wieder in dieses beeindruckende Land», haben sich die 14-jährige Berit Bögelsack und ihre Mitreisenden »fest vorgenommen». Und dann werde man all die Sehenswürdigkeiten besichtigen, die man nun nicht gesehen habe - die Route 66 beispielsweise.

Berit, Sabrina, Elena und Co. haben an der Verde Vallye School auch an einigen Unterrichtsstunden teilgenommen. Mehr als in Deutschland werde in US-Schulen mehr Wert auf Hausaufgaben gelegt, und dafür werde den Schülern viel Zeit eingeräumt, haben sie erfahren. Teamgeist spiele eine erhebliche Rolle, alle verstünden sich im Internat als große Familie. Überhaupt sei an den Schulen alles viel lockerer und verlaufe im Unterricht nicht so sehr in fes-ten Bahnen. Schüler und Lehrer duzten sich. Felix Eisenblätter ist aufgefallen, »dass es im Gegensatz zu Deutschland auf den Straße und sonst auch viel sauberer und ordentlicher ist.» Auch die Freundlichkeit der Menschen hat den 14-Jährigen beeindruckt: »Wir wurden auf den Straßen nicht selten von fremden Menschen angesprochen, die uns gefragt haben, wie es uns geht.» Und wie war das Wetter in Sedona? »Wärmer als in Deutschland, ab und zu Regen, aber kein Schnee.»

Auf dem Rückflug konnten sich die Elbtalschüler und ihre beiden Begleiter - wenn auch nur nachts - ein wenig London anschauen. Als nämlich das Flugzeug aus Phoenix verspätet in der britischen Hauptstadt landete und der gebuchte Flieger nach Hamburg bereits in der Luft war, spendierte ihnen die Fluggesellschaft eine Hotel-Übernachtung.

Bild: Ein Foto, das an den Aufenthalt in den USA erinnert, muss natürlich sein. Hier posieren die Gartower Elbtalschülerinnen und -schüler vor einem Riesenkaktus in Phoenix. Am Sonnabend ist die Gruppe mit vielen neuen Eindrücken aus Sedona zu- rückgekehrt - nach einem unfreiwilligen Aufenthalt in London. Aufn.: E. Hornbostel

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EJZ vom 18.02.2010

»Spannende Aufgabe»

Gerhard Sprockhoff wird Elbtalschulleiter

ab Gartow. Er wolle möglichst viel Verantwortung auf die Schüler übertragen und möglichst viele Leute in das Unternehmen Schule einbinden - Eltern beispielsweise, Betriebe und Anbieter von Freizeitaktivitäten. Das hat sich Gerhard Sprockhoff auf seine Fahne geschrieben.

Heute ist ein großer Tag für »Sprocki», wie er von seinen Schülerinnen und Schülern liebevoll genannt wird: Regierungsschuldirektor Franz-Josef Kamp wird in Gartow erwartet. Und der Schulrat kommt nicht mit leeren Händen zu der mittäglichen Feierstunde. Kamp hat eine Urkunde im Gepäck; er wird den vor 59 Jahren in Lüchow geborenen Gerhard Sprockhoff zum neuen Leiter der Elbtalschule ernennen.

»Sprocki» ist ein Gartower Lehrer-Urgestein und mit gan-zem Herzen Pädagoge. »Wenn ich mich heute noch einmal für einen Beruf entscheiden müsste, würde ich wohl wieder Lehrer werden.» Lehrer sein, das ist irgendwie die Sache der Sprockhoffs, es »lehrert» sich nur so durch die Familie: Ehefrau Inge unterrichtet an der Gartower Grundschule, Sohn Malte im Schulzentrum in Oedeme. Und auch Gerhard Sprockhoffs beide Brüder sind in dem Job tätig: Rolf Sprockhoff als Leiter der Bergener Grundschule, Jürgen Sprockhoff als Lehrer an den Berufsbildenden Schulen in Lü-chow.

Vor nunmehr zwei Jahren wagte Sprockhoff den Sprung in das für ihn gar nicht mehr so kal-te Wasser: Der bisherige Leiter der Elbtalschule, Jan Hild, erkrankte und sagte dem Schulalltag Ade. »Sprocki» wurde gebeten, die Leitung des Hauses kommissarisch zu übernehmen. Und Sprockhoff wollte, von seinen 14 Kolleginnen und Kollegen unterstützt. Seine 144 Schüler finden es durchweg sowieso »klasse», dass »unser Sprocki» ab heute nun auch offiziell in der Gartower Haupt- und Realschule, einer Ganztagsschule, Regie führt.

Dabei war für Gerhard Sprockhoff gleich nach dem Abitur noch nicht klar, was er beruflich machen wollte. Lange studieren war nicht sein Ding. Bäcker werden, wie sein Vater, kam für ihn auch nicht in Frage. »So habe ich mich entschieden, einen auf Lehramt zu machen», schmunzelt der neue Schul- leiter: »Da musste man nur drei Jahre studieren.» Was er dann auch von 1969 bis 1972 in Lüneburg tat. »Ich war damals ein typischer 68-er, mit allen Ecken und Kanten», blickt Sprockhoff: »Wir haben geglaubt, die Welt verändern zu können.» Seit 1973 ist Gerhard Sprockhoff nunmehr Lehrer. Sein gesamter Berufsalltag hat sich bisher ausschließlich in Gartow abgespielt, die Stationen: Mittel- punktschule, Grund- und Hauptschule und seit 20 Jahren Haupt- und Realschule (Elbtalschule). Auch sein Praktikum absolvierte Sprockhoff in dem Flecken - »gemeinsam mit vier Kommilitonen, wir waren die erste Kommune in Gartow und immer ziemlich gut drauf».

Nun Leiter der Elbtalschule zu sein, ist für Sprockhoff »eine spannende Aufgabe». Nicht zuletzt vor dem Hintergrund, dass immer noch Gerüchte kursieren, die die Schließung der Bildungsstätte zum Inhalt haben. Gerhard Sprockhoff hat sich vorgenommen, die Schule so aufzustellen, »dass die Gerüchte nicht Wahrheit werden». Er will die Elbtalschule weiter nach außen öffnen. »Sie ist schließlich ein fester Bestandteil des Ortes und aus dem Flecken einfach nicht wegzudenken.»

Gerhard Sprockhoff ist es schon bisher mehr als seinem Vorgänger gelungen zu erreichen, dass sich die Schüler stärker mit der Schule identifizieren. Viele tragen ein T- oder Sweatshirt mit einem Logo »Elbtalschule - Das ist meine Schule». Als Lehrer dürfe man heute auf keinen Fall ein reiner Wissensvermittler sein, betont Sprockhoff. Er müsse vielmehr auch Rat in allen Situationen geben können und den Schülern bei ihrer Orientierung helfen - »wie sie sich beispielsweise später in der komplizierten Arbeitswelt zurechtfinden können». Ein Lehrer müsse zudem Werte vermitteln können, »die es zweifelsfrei immer noch gibt». Schule dürfe keine Einrichtung sein, in der ein Schüler lediglich seine Zeit absitze.

Bild: Inmitten von Schülerinnen und Schülern fühlt sich Lehrer Gerhard Sprockhoff wohl. Heute wird dem beliebten Pädagogen offiziell die Leitung der Gartower Elbtalschule übertragen. Aufn.: A. Blütling

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EJZ vom 12.11.2009

»Die sind in Wirklichkeit ganz nett»

Acht Schülerinnen und Schüler aus den USA besuchen die Gartower Elbtalschule - Zuerst keine gute Meinung von Deutschland

ab Gartow. Doch, im Geschichtsunterricht hätten sie schon viel Interessantes über Deutschland erfahren. Auch dass es bis vor 19 Jahren noch zwei deutsche Staaten gab und das Land geteilt war.

Für sie sei das immer noch unfassbar; das mit der Teilung verbundene menschliche Leid. Nicht auszudenken, wenn Gleiches in der Heimat geschehen wäre.

Die Heimat - für Diana, Tam, Carli, Sammie und die anderen vier Jugendlichen sind das die Vereinigten Staaten, wo sie in Arizona in der Stadt Sedona die Verde Valley School besuchen, ein internationales Internat, in dem sie die High-School-Reife erwerben wollen. Derzeit sind die fünf Schülerinnen und drei Schüler Gäste der Gartower Elbtalschule. Ihr Besuch ist der erste Schritt eines von dem Gartower John Workman angeschobenen Schüleraustausches, vom 30. Januar bis 8. Februar 2010 soll es bereits einen Gegen- besuch von Elbtalschülern in Sedona geben.

Ilka Workman, Tochter des in den USA geborenen John Workman und einer deutschen Mutter, betreut die amerikanischen Gäste. Die 29-Jährige, in Gartow geboren und aufgewachsen, hat bis 1996 selbst die Elbtalschule besucht und ist 2002 in das Geburtsland ihres Vaters gezogen, hat auf Lehramt studiert und unterrichtet seit einigen Jahren an der Verde Valley School Englisch und Deutsch. Ihre auf Tage befristete Rückkehr an die Elbtalschule - die amerikanischen Gäste sind am Sonntag in Gartow eingetroffen und bleiben bis zum 20. November - ist für Ilka Workmann auch eine Begegnung mit der Vergangenheit.

Diana, Tam, Carli, Sammie und Co. nehmen am Unterricht der Elbtalschule teil und absolvieren zudem ein Besichtigungsprogramm mit Fahrten nach Hamburg und Berlin. Beeindruckt sind sie immer noch vom Bürgerfest in Bergen anlässlich des Mauerfalls vor 20 Jahren. Sie waren mit Menschen ins Gespräch gekommen und hatten von deren Schicksalen in der DDR erfahren, was ihnen »an die Nieren» gegangen sei.

In den USA hatte sich die Gruppe schon lange vor ihrem Reiseantritt über Deutschland informiert. Dass die Amerikaner nur wenig über die Deutschen wüssten, entspreche freilich nicht der Wahrheit, dennoch ge-be es Vorstellungen. »Bier natürlich, Eisbein, Sauerkraut und Tanzvergnügen», erzählt die 16-jährige Carli: »Ich habe lange nicht gewusst, dass es in Deutschland auch große Städte gibt.» Angel, 14 Jahre alt, sollte erst einen deutschen Vornamen bekommen, »weil meine Mutter mal in Deutschland war und es ihr hier so gut gefallen hat», sagt der Junge. Die Deutschen hätten in den USA den Ruf, sehr strebsam, aber auch sehr laut zu sein. Dass die »aber ganz okay» sind, erlebe er nun in Gartow.

Die 15 Jahre alte Diana gibt zu, zuerst keine gute Meinung von den Deutschen gehabt zu haben. In den amerikanischen Schulen werde im Geschichtsunterricht nämlich immer noch über die typische deutsche His-torie gesprochen, über die NS-Zeit und Hitler. Ihre Vorurteile aber habe sie längst ad acta gelegt - seit sie das Internat in Sedona besuche und dort auch deutsche Mitschüler habe. Diana: »Die Deutschen sind gar nicht so schlimm, wie viele Amerikaner behaupten - die sind in Wirklichkeit ganz nett.»

Die 16-jährige Tam spricht von frohen Erwartungen, mit de-nen sie nach Deutschland gekommen sei. Das liege an ihrem Vater: Der gebürtige Vietnamese hatte von 1994 bis 1996 in Deutschland studiert. »Mein Dad liebt dieses Land und den deutschen Fußball, und er hat erzählt, dass alle Deutschen freundlich sind, freundlicher als die Amerikaner.»

In diesen Tagen wollen die Schüler für ihre Lieben daheim Souvenirs kaufen, aber was nehmen sie mit in die USA? »Shokolade natürlich, Gummibären, Marzipan und Nutella.»

Bild: Die acht amerikanischen Schülerinnen und Schüler um ihre Lehrerin Ilka Workman (links) fühlen sich in Gartow wohl, und auch der Unterricht an der Elbtalschule sagt ihnen zu. Aufn.: A. Blütling

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EJZ-Bericht vom 23.06.2009

Für ihr soziales Engagement und ihren persönlichen Einsatz in der Elbtalschule wurden Michéle Flöter (links) und Ashley Nicole Wernicke geehrt. Auf den besten Notendurchschnitt (2,0) darf Absolvent Jonas Popko stolz sein.
Aufn.: A. Blütling

ab Gartow. Ein noch viel größeres Kompliment von Lehrern für Schüler wird es wahrscheinlich nicht geben: »Es hat Spaß mit euch gemacht.» Die lobenden Worte waren während der Entlassungsfeier an der Gartower Elbtalschule von Gerd Graf und Frank Müßigbrodt zu hören.

Der eine (Graf) war bis Freitag Klassenlehrer der 10. Realschulklasse, der andere (Müßigbrodt) Klassenlehrer der 9H. Insgesamt 21 Absolventinnen und Absolventinnen erhielten ihre Zeugnisse, zehn von ihnen verließen die Elbtalschule jeweils mit dem erweiterten Sekundarabschluss I.

In Sachen Disziplin, Mitarbeit und Fleiß hätten die zu verabschiedeten Schüler Maßstäbe für kommende Abschlussklassen gesetzt, sagte Frank Müßigbrodt, der kritisierte, dass Schüler allzuoft in Schubladen gesteckt würden. In der einen Schublade landeten die Hauptschüler, in einer anderen die Realschüler, in der dritten schließlich die Gymnasiasten. Dieses Schubladendenken, so der Pädagoge, dürfe es nicht länger geben, alle Schüler müssten die gleichen Lernmöglichkeiten und -chancen haben. »Seid selbstbewusst», wünschte Müßigbrodt den Absolventen: »Andere mögen vielleicht über euch stehen, mögen eines Tages vielleicht mehr Geld verdienen. Doch bedenkt: Ohne euch läuft nichts, Ihr gehört zu den Rädern, die das Ganze am Laufen halten.»

»Unternehmen wir eine kleine Zeitreise», lud Gerd Graf in der Schulaula die Anwesenden ein, »in fünf Jahren Schule hat sich nämlich viel verändert.» Lehrer Graf (»Große Worte sind nicht meine Sache») skizzierte mit einer Powerpoint-Präsentation den Werdegang der 10. Realschul-Abschlussklasse. Die Schülerinnen und Schüler seien in dieser Zeit nicht nur länger geworden, sondern hätten auch an Größe gewonnen.

Schulleiter Gerhard Sprockhoff hatte sich schon vor der Entlassungsfeier gefragt, »was wir als Elbtalschule verlieren, wenn gerade dieser Jahrgang nicht mehr da sein wird». Erschrocken sei er über jene Gedanken gewesen, die ihm eingefallen seien. Rein statistisch gingen 21 junge Menschen, aber nur 17 neue Schüler würden mit dem neuen Schuljahr kommen. Sprockhoff: »Für unsere kleine Elbtalschule ist das eine schmerzliche Differenz.» Aber viel wichtiger als die nackten Zahlen seien die Verluste auf menschlicher Ebene. So verliere die Schule beispielsweise Konfliktlotsen, die sich mit den oft recht aufgebrachten Streithähnen zusammengesetzt und die Konflikte immer aus der Welt geschaffen hätten.

»Wir haben als Elbtalschullehrer eine Aufgabe zu stemmen, die wir meistern möchten», betonte Gerhard Sprockhoff: »Wir stehen geschlossen hinter unserer Schule und wir werden dafür kämpfen, dass diese kleine Schule im Ostkreis erhalten bleibt. Wir möchten unsere Schüler wohnortnah unterrichten und möchten, dass Kinder nicht nur als Schüler angesehen werden - womöglich nur noch als reines Zahlenmaterial, das man getrost hin- und herschieben kann. Ohne daran zu denken, dass Schüler auch Kinder sind, die genügend Zeit haben müssen, im Wald Höhlen zu bauen oder mit Freunden einfach mal Blödsinn zu machen. Schule ist wichtig, ohne Frage, aber sie ist nicht alles.»

Gartows stellvertretender SG-Bürgermeister Ulrich Flöter sprach von Glück: vom Glück, dass die Entlassschüler an einer kleinen und überschaubaren Schule unterrichtet worden seien, in der sie von ihren Lehrern entsprechend ihrer Veranlagungen geführt und gefordert worden seien. »Wenn einer fällt, hilft ihm der andere auf», begann Pastor Jürgen Beecken seine kurze Rede mit einem Bibelspruch. Es komme nicht im-mer darauf an, was man in der Schule gelernt habe, und nicht immer seien gute Noten das Entscheidende. Menschlichkeit, Solidarität und andere Werte dürften nicht zu kurz kommen.

Für den musikalischen Rahmen der Entlassungsfeier sorgten Pianist Christian Järnecke und ein Schülerinnen-Chor.

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EJZ- Bericht vom 16.11.2008

Auszeichnung für Sozialtraining

-Elbtalschule erhält Zertifikat-

Am 12. November wurden 16 Schulen in der Landesschulbehörde Lüneburg für ihre Arbeit im Projekt “Sozialkompetenz und Mediation - konfliktfähige Schule“ ausgezeichnet. Aus dem Landkreis war die Elbtalschule aus Gartow vertreten. Das begehrte Zertifikat konnte durch eine Abordnung entgegengenommen werden. Jede Schule hat dabei die Möglichkeit genutzt, die Umsetzung ihres Projekts, das das soziale Lernen sichern soll, auf Schautafeln darzustellen.

An der Elbtalschule hat man sich schon sehr früh mit diesem Projektgedanken befasst, es war Anke Daumann, die dem Kollegium die Problematik nahe brachte. Nach ihrer Versetzung ist die Verantwortlichkeit an Angelika Krüger übergegangen. In den zurückliegenden Jahren wurden im Rahmen dieses Projekts Lehrkräfte zu Schulmediatoren ausgebildet und Klassenleiter für das Sozialtraining gewonnen. Sozialtage sind in der Zwischenzeit fester Bestandteil des Stundenplanes der 5. Klasse. Außerdem bilden Schulmediatoren Konfliktlotsen aus, die wiederum als Paten der 5. Klassen das Sozialtraining unterstützen. Mit dem Auslaufen dieses Projektes der Landesschulbehörde geht die Vernetzung der Schulen einher. Die Gartower Schule wird künftig mit der Geschwister-Scholl-Realschule in Embsen und der Realschule Bleckede einen Ausbildungsverbund bilden.

Dezernatsleiter Hermann Schulze würdigte in seiner Laudatio das Engagement der Lehrkräfte und die intensiven Bemühungen um die Förderung der sozialen Kompetenz von Schülerinnen und Schülern.

Auf dem Bild: Dezernatsleiter Schulze, Schulmediatorin Angelika Krüger, Konfliktlotsin Jennifer Tatzko

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EJZ- Bericht vom 10.10.2008

Was wird aus der Elbtalschule?

ab Pevestorf. »Das wäre der wirtschaftliche Todesstoß für den ganzen Gartower Samtgemeinde-Bereich», befürchtet der Vorsitzende des Gartower Samtgemeinderates, Ulrich Flöter (CDU). Der Christdemokrat äußerte seine Befürchtungen am Dienstagabend während der Sitzung des Kommunalparlamentes im Pevestorfer »Lindenkrug».

Hintergrund: Die mit einem Kreistagsbeschluss eingesetzte Arbeitsgruppe zur Schulentwicklungsplanung hat mehrere Modellvarianten entwickelt. Bei einigen Modellen wird der Schulstandort Gartow für den Sekundarbereich I (Haupt und Realschule) aufgegeben. Gartow künftig ohne Elbtalschule?

Auch für den Rat der Samtgemeinde Gartow ist das undenkbar.

Und so werden Landrat Jürgen Schulz und die Mitglieder des Kreistages in diesen Tagen Post von der Samtgemeinde Gartow erhalten. Während der Sitzung in Pevestorf wurde der Brief einstimmig verabschiedet.

Gartows SG-Rat wendet sich entschieden gegen ein Entwick-lungsmodell, das die Aufgabe des Schulstandortes Gartow zur Folge hätte. Im aktuellen regionalen Raumordnungsprogramm das Landkreises sei Gartow als Grundzentrum festgelegt, so Flöter: »Diese Festsetzung kann aber nur erfüllt werden, wenn neben anderen Einrichtungen insbesondere das schulische Angebot den gesamten Sekundarbereich abdeckt.» Ein Wegbrechen dieses Angebotes sei das Ende jeglicher Entwicklung in der Samtgemeinde Gartow. Der Ratsvorsitzende zeichnete ein für Gartow gewiss nicht wünschenswertes Szenario: Wenn es die Elbtalschule nicht mehr gebe, würden wohl kaum noch junge Eltern mit schulpflichtigen Kindern in den Samtgemeinde-Bereich ziehen.

»Die Problematik vor dem Hintergrund der geringen Schü-lerzahlen mit den dafür anfallenden Kosten ist uns durchaus bewusst», sagte Ulrich Flöter. Die jeweiligen Landeskultusminister hätten jedoch in der Vergangenheit stets den Fortbestand der Elbtalschule zugesichert - zuletzt Minister Bu- semann anlässlich seines Besuches im Januar 2006 in Gartow. Und der jetzt amtierende Kultusminister habe Mitte September dieses Jahres im Landtag erneut bekräftigt, »dass die Zukunft von kleineren Haupt- und Realschulen insbesondere im ländlichen Raum aus Sicht der Landesregierung gesichert ist».

SG-Bürgermeister Friedrich-Wilhelm Schröder (CDU) berichtete, dass die Samtgemeinde Gartow bereits mit mehreren Maßnahmen zur Minderung der Kosten beigetragen habe. So hätten beispielsweise die Elbtalschule und die benachbarte Grundschule nun eine gemeinsame Schulsekretärin und einen gemeinsamen Hausmeister. Die Heizungsanlage werde mit Fernwärme gespeist, und zudem beteilige sich die Samtgemeinde jährlich mit 10000 Euro an der zum August eingerichteten Ganztagsschule.

Bei Aufgabe des Schulstand-ortes Gartow würden neben den Kosten für die Gebäudeunterhaltung - ein Verkauf der Turnhalle und des Schulgebäudes werde sich wohl nicht realisieren lassen - erhebliche Mehr- kosten für die Schülerbeförderung anfallen, ist der Rat überzeugt. Und abgesehen von den Kosten könne es den Schülern nicht zugemutet werden, täglich Schulwege von etwa zwei Stunden ertragen zu müssen.

Schröder betont in dem Schreiben: »Bei allem Verständnis für die finanzielle Situation des Landkreises und dem Be-mühen, ein gutes pädagogisches Angebot zu erbringen, erwartet die SG vom Kreistag, dass er für den Erhalt des Fleckens als Schulstandort für den Sekundarbereich I votiert. Die an mehreren Stellen in der Planung dargestellten pädagogischen Nachteile für kleinere Schulen seien bisher nicht eingetreten.

Bild: "Wir stellen uns quer!" Die Schülerinnen und Schüler sowie auch das Lehrerkollegium um den kommissarischen Rektor Gerhard Sprockhoff (Foto) machen sich für den Erhalt der Gartower Elbtalschule stark. Aufn.: A. Blütling