Die Don-Bosco-Schule ist eine Haupt- und Realschule in Trägerschaft des Bistums Hildesheim.


Fastenweg 2009
Schöpfung erhalten, Schöpfung bewahren

Schöpfung

Der Anfang vom Ende war das Wort
der Schlange, die sagte:
„Ihr werdet sein wie Gott.“

Besessen von seiner Tüchtigkeit
verschmähte der Mensch bald Besinnung und Ruhe,
und in den Nächten sowie am Tage,
des Sonntags nicht anders als in der Woche
stampfen Maschinen, rauchen die Schlote.

Er füllte die Erde und unterwarf sie,
auch Pflanzen und Tiere, auch seinesgleichen.
Er erkannte nicht mehr das Ebenbild Gottes im hungernden Nächsten,
sondern sah nur den Minderrassigen,
Untüchtigen, weniger Schlauen, der drob sein Schicksal
reichlich verdiente.
Er aber schuf die Rindfleischkonserven, die blitzenden Wagen
und wahre Wunder vernichtenden Waffen
wie ein Zaun um sein Grundstück.

Die unterworfenen Vögel und Fische
erfreuten sich wenig der Herrschaft des Menschen.
Ihrer Stätten beraubt, verschwinden sie klanglos.
An Insektiziden, bestimmt für Käfer und Raupen verscheiden die Vögel.
Im schmutzigen Wasser vergifteter Ströme ersticken die Fische.
Ein dichterer Schleier verhüllt schon die Sonne
aus emsigen Schloten…
Entbehrlich indessen erscheinen dem Städter die nächtlichen Sterne,
da Neon die Nächte taggleich erhellt.

Noch reift auf den Feldern Korn und Gemüse, bedroht zwar,
bestrahlt auch von Reaktoren, von Chemikalien unlieb bereichert.

Still sterben indessen schon Wälder und Bäume. Es freut sich die Steppe,
es jubelt die Wüste: ich wachse, ich siege! – Wüsten auch wachsen am Grunde der Meere. Vergiftetes Wasser und Giftmüll
des Wohlstandes füllt Ozeane.

Doch immer noch harren die Wunder der Waffen auf ihren Einsatz – bis einst
im Gefühl gottgleicher Kräfte jemand es wagt auszusprechen,
das Himmel und Erde, die schützende Sphäre, zerreißt.

Und Feuer verbrennt die lebenden Wesen,
und Finsternis lagert über dem Abgrund, und eisiger Winter erwürgt,
was noch hell blieb, Die Erde aber, bleibt wüst und leer.

Katharina Seidel

 

Vom Beginn der Fastenzeit bis zum Pfingstfest ist in diesem Jahr diese Darstellung des Lebensbaumes mit dem Misereor Hungertuch in unserer Eingangshalle zu sehen. Außerdem kann man das nebenstehende Gedicht "Schöpfung" von Katharina Seidel lesen, das sich - wie auch das Hungertuch - mit der Zerstörung der Umwelt durch den Menschen befasst.


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