Segelkurs 2008 Feuchte Ferien – Abenteuer auf dem Wasser  

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Einfach schön braun werden, ein Halbjahr Sportunterricht abkürzen oder mit Höchstgeschwindigkeit durch Wind und Wellen sausen – wir starteten mit unterschiedlichen Vorstellungen in unsere Segelwoche, die wir 12.- und 13.-Klässler vom Gymnasium Süd als Sportkurs anwählen konnten.

Im Olympiazentrum in Kiel erwartete uns aber noch eine ganze Menge mehr. So empfing uns der muntere Segellehrer am Freitag, den 4. Juli, erstmal mit einem Theorieprogramm, bestehend aus der nötigsten Knotenkunde, einer Einführung in das Auftakeln einer Jolle und diversen Warnungen bzw. Hinweisen, sodass ein paar von uns schon ganz ungeduldig wurden, bis wir nach der kurzen Mittagspause endlich in Dreier-Crews die Boote bewegen durften – zur Übung vorerst allerdings nur mit Paddeln.

Als es dann schließlich aus dem Hafen heraus aufs offene Wasser ging, waren wir ziemlich aufgeregt, da wir gleich an diesem Tag mit auflandigem, also vom Meer herkommenden, Wind in Stärke 4-5 und damit auch ordentlich Wellengang konfrontiert wurden. Aufgrund dieser Konditionen legten sich die Boote teilweise recht schräg (fachmännisch: sie krängten stark) und einige von uns waren dementsprechend verängstigt.

Am nächsten Tag konnten wir in schwächerem Wind, der zeitweise auch zur Flaute neigte oder plötzlich drehte, noch einmal ganz in Ruhe mit dem Boot üben und das richtige Gefühl für den Umgang mit den Segeln und der Pinne, mit deren Hilfe man ein Boot lenkt, bekommen. Wir waren ab dann nur noch in wechselnden Zweierpaarungen auf den Jollen.

Auf diese Weise lernten wir – immer erst anhand Tafel und Kreide – nach und nach die wichtigsten Manöver in Grobform kennen, zum Beispiel den Aufschießer, mit dem ein Boot bremsen kann, indem man es in den Wind steuert.

Außerdem ging das uns am Anfang äußerst lästig erscheinende Auftakeln der Boote, bei dem alle Leinen und Segel richtig festsetzen bzw. wieder losmachen muss, uns von Tag zu Tag schneller und sicherer von der Hand. Die Sonne und der Erfolg in Teamarbeit kompensierten locker eventuell aufkommende Motivationstiefs, sodass es nach anfänglichem Stress immer mehr Spaß brachte.

Jedoch lief nicht alles so glatt ab. Wir waren in der Nähe des Nord-Ostsee-Kanals schließlich nicht als Einzige auf dem Wasser unterwegs und kamen so des Öfteren in die prickelnde Nähe der unaufhaltsam dahinstampfenden Fähre, was mit Geschrei und Adrenalinstößen zu sehr raschen Wendemanövern führte. Leider kam es zwischen unseren eigenen Booten dann wirklich zu einem Zusammenstoß – man muss eben immer die Augen offen halten, auch wenn keine Schiffe richtig versenkt wurden.

Nass sind wir deshalb zum Glück nur von dem Regen am letzten Tag geworden. Das war uns aber herzlich gleichgültig, da alle mehr oder weniger mit Regenzeug ausgerüstet waren und wir an diesem Tag an der Küste entlang segeln durften, wobei wir die am Anfang der Woche so erschreckenden Böen regelrecht genossen, um mit tüchtig Schräglage und richtig Speed dahinzurauschen.

Abgesehen von diversen Schwierigkeiten, wie zum Beispiel die nicht immer einfache Hafenaus- und Einfahrt, haben wir also die Herausforderung des Segelnlernens ganz gut gemeistert und sicherlich alle kennen gelernt, was die Faszination des Segelns ausmacht. Ein dickes Dankeschön geht an unseren Sportlehrer Herrn Kiehl und an unseren Segellehrer von der Universität Kiel!                                                

Sophie Scheelen