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Einfach schön braun werden, ein Halbjahr
Sportunterricht abkürzen oder mit Höchstgeschwindigkeit durch Wind und
Wellen sausen – wir starteten mit unterschiedlichen Vorstellungen in
unsere Segelwoche, die wir 12.- und 13.-Klässler vom Gymnasium Süd als
Sportkurs anwählen konnten.
Im Olympiazentrum in Kiel erwartete uns aber noch
eine ganze Menge mehr. So empfing uns der muntere Segellehrer am Freitag,
den 4. Juli, erstmal mit einem Theorieprogramm, bestehend aus der nötigsten
Knotenkunde, einer Einführung in das Auftakeln einer Jolle und diversen
Warnungen bzw. Hinweisen, sodass ein paar von uns schon ganz ungeduldig
wurden, bis wir nach der kurzen Mittagspause endlich in Dreier-Crews die
Boote bewegen durften – zur Übung vorerst allerdings nur mit Paddeln.
Als es dann schließlich aus dem Hafen heraus aufs
offene Wasser ging, waren wir ziemlich aufgeregt, da wir gleich an diesem
Tag mit auflandigem, also vom Meer herkommenden, Wind in Stärke 4-5 und
damit auch ordentlich Wellengang konfrontiert wurden. Aufgrund dieser
Konditionen legten sich die Boote teilweise recht schräg (fachmännisch:
sie krängten stark) und einige von uns waren dementsprechend verängstigt.
Am nächsten Tag konnten wir in schwächerem Wind,
der zeitweise auch zur Flaute neigte oder plötzlich drehte, noch einmal
ganz in Ruhe mit dem Boot üben und das richtige Gefühl für den Umgang
mit den Segeln und der Pinne, mit deren Hilfe man ein Boot lenkt,
bekommen. Wir waren ab dann nur noch in wechselnden Zweierpaarungen auf
den Jollen.
Auf diese Weise lernten wir – immer erst anhand
Tafel und Kreide – nach und nach die wichtigsten Manöver in Grobform
kennen, zum Beispiel den Aufschießer, mit dem ein Boot bremsen kann,
indem man es in den Wind steuert.
Außerdem ging das uns am Anfang äußerst lästig
erscheinende Auftakeln der Boote, bei dem alle Leinen und Segel richtig
festsetzen bzw. wieder losmachen muss, uns von Tag zu Tag schneller und
sicherer von der Hand. Die Sonne und der Erfolg in Teamarbeit
kompensierten locker eventuell aufkommende Motivationstiefs, sodass es
nach anfänglichem Stress immer mehr Spaß brachte.
Jedoch lief nicht alles so glatt ab. Wir waren in der
Nähe des Nord-Ostsee-Kanals schließlich nicht als Einzige auf dem Wasser
unterwegs und kamen so des Öfteren in die prickelnde Nähe der
unaufhaltsam dahinstampfenden Fähre, was mit Geschrei und Adrenalinstößen
zu sehr raschen Wendemanövern führte. Leider kam es zwischen unseren
eigenen Booten dann wirklich zu einem Zusammenstoß – man muss eben
immer die Augen offen halten, auch wenn keine Schiffe richtig versenkt
wurden.
Nass sind wir deshalb zum Glück nur von dem Regen am
letzten Tag geworden. Das war uns aber herzlich gleichgültig, da alle
mehr oder weniger mit Regenzeug ausgerüstet waren und wir an diesem Tag
an der Küste entlang segeln durften, wobei wir die am Anfang der Woche so
erschreckenden Böen regelrecht genossen, um mit tüchtig Schräglage und
richtig Speed dahinzurauschen.
Abgesehen von diversen Schwierigkeiten, wie zum
Beispiel die nicht immer einfache Hafenaus- und Einfahrt, haben wir also
die Herausforderung des Segelnlernens ganz gut gemeistert und sicherlich
alle kennen gelernt, was die Faszination des Segelns ausmacht. Ein dickes
Dankeschön geht an unseren Sportlehrer Herrn Kiehl und an unseren
Segellehrer von der Universität Kiel!
Sophie
Scheelen
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