| Kommunikationsübung
zum Aktiven Zuhören
Aktives
Zuhören hat zum Ziel,
dem Gesprächsparter bei der eigenen Entwicklung zu helfen bzw.
bei der Klärung seiner Anliegen.
Das Aktive
Zuhören muß durch die innere Haltung und Einstellung
des Zuhörenden getragen werden.
Die Anwendung der
bloßen Gesprächstechnik verfehlt das Ziel, der
Gesprächspartner fühlt sich möglicherweise
manipuliert, nicht ernst genommen oder gar fertig gemacht.
Die Übung der
unten stehenden Gesprächstechniken steht zum erfolgreichen
aktiven Zuhören, wie die isolierte Übung von Einwurf,
Elfmeter etc. zum Fußballspiel.
1.
Zeigen Sie, daß sie zuhören (nonverbale
Rückmeldung)
Zugewandte
Körperhaltung, Blickkontakt, nicken
Äußerungen
wie: "hmm", "ja", "aha"
2.
Umschreiben / Paraphrasieren
(inhaltliche Rückmeldung)
Wiederholen Sie mit
Ihren eigenen Worten, was gesagt wurde. So merkt Ihr
Gesprächspartner, ob alles richtig bei Ihnen angekommen ist
und kann Mißverständnisse korrigieren.
Beispiele für
Satzanfänge:
"Habe ich dich richtig
verstanden ..."
"Ich habe
gehört, daß ..."
"Du meinst also ..."
"Ich möchte
das, was du gesagt
hast mal mit meinen Worten zusammenfassen"
"... Habe ich dich so
richtig verstanden?"
"Bei mir ist
angekommen, ..."
3.
Reflektieren (emotionale Rückmeldung)
Beim "Reflektieren"
handelt es sich
um eine "Gesprächstechnik" aus der von Carl Rogers
entwickelten Gesprächspsychotherapie. Gefühle und
Wünsche des Gesprächspartners sollen
möglichst genau erfaßt werden. Dieser (vermutete)
Gefühlszustand und/oder Wunsch wird dem
Gesprächspartner wiedergespiegelt.
Vorgehen:
Hören Sie
aufmerksam zu. Versuchen Sie sich in die Situation und das Befinden
Ihres Gesprächspartners hineinzuversetzen.
Welches Gefühl
mag in ihr / ihm stecken?
Welcher Wunsch steckt
hinter der Äußerung?
Jetzt formulieren Sie
den vermuteten Wunsch / das Gefühl als Aussagesatz.
Beispiele
für Gefühlsansprache:
"Du bist
verärgert."
"Das hat dich
überrascht."
"Das nervt dich."
"Du weißt
garnicht, wohin mit
deiner Wut."
"Jetzt fühlst
du dich verletzt."
"So etwas langweilt
dich schrecklich."
"Das zieht dir glatt
die Schuhe aus."
"Du fühlst
dich pudelwohl."
Bespiele
für Wunschansprache:
"Du möchtest
vom Druck befreit
sein."
"Du wünschst
dir mehr Verständnis."
"Du möchtest
das alleine machen."
"Du hast dir so sehr
etwas anderes gewünscht."
"Du möchtest
gern einen Sinn erkennen können."
"Du brauchst einfach
mehr Freiheit."
"Du
wüßtest gern, wie es
weitergehen soll."
"Du hättest
lieber einen männlichen Lehrer."
also:
keine Fragen stellen
(Fragen "verpflichten" Gesprächspartner zu einer Antwort)
Gesprächspartner
direkt (Du, Sie) ansprechen
wenig sprechen, kurze
Äußerung (Sie sind aktiver Zuhörer, nicht
Redner)
sprechen Sie das
vermutete Gefühl oder den vermuteten Wunsch an (vgl. Beispiele)
Gefühlszustand
an das Satzende
setzen (das zuletzt Gesagte ermöglicht Thema = Gefühl
/ Wunsch)
keine Spekulationen
oder psychologischen Schlußfolgerungen / Interpretationen
Ausblick:
Das aktive Zuhören ist die klassische Methode der
Selbstklärungshilfe
(Selbstaktualisierung), bekannt aus der Klientenzentrierten
Gesprächstherapie
nach Carl Rogers. Es ist eine wichtige Basis, um den
Klärungsprozess
eines Ratsuchenden / Klienten zu unterstützen. Beispielsweise
wird im
Rahmen der Kollegialen
Beratung und Supervision
(KoBeSu) durch das aktive
Zuhören ermöglicht, dass ein Ratsuchender seine
Sichtweisen umfassend
darstellen kann. Nur ausgesprochene Vorstellungen sind einer
Veränderung
zugänglich.
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