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| Pädagogisches Seminar 4
Joachim Lange Stand: Oktober 2010 |
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| Standort: sts-lg-so > Seminare > PS 4 Inhaltsübersicht > Unterrichtsstörungen | ||
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Störende
Schülerinnen und Schüler –
Verstörte Lehrkräfte Protokoll des Vortrages von Prof. Rainer Winkel beim Seminartag der GEW in Verden 2008 aufgezeichnet von Karen Bisanz Als Referent des Tages wurde Professor Dr. Rainer Winkel begrüßt, der zum Thema „Störende Schülerinnen und Schüler – Verstörte Lehrkräfte“ vier Impulsreferate hielt. In den Pausen zwischen den Referaten bot er den Anwesenden die Möglichkeit zum Nachfragen und zur Diskussion, was diese auch kräftig nutzten. Sowohl in den Referaten als auch in der Diskussion zeigte sich Rainer Winkel nicht nur als Mann der Hochschule, sondern auch als Kenner der Praxis, war er doch fünf Jahre lang Gründungsmitglied und Leiter einer Gesamtschule im Ruhrgebiet. In seinem ersten Teilreferat betonte er neben der Notwendigkeit der Fachkompetenz der Lehrenden die Bedeutung einer funktionierenden Beziehung zwischen Schüler/in und Lehrkraft. „Vor aller Erziehung kommt die Beziehung!“, lautete sein Plädoyer. Im nächsten Teil stellte er Fallberichte von Lehrkräften aus dem Schulalltag vor, aus denen vielfach Schulängste der Betroffenen sprachen. Winkel verdeutlichte die Notwendigkeit von Zusammenarbeit und Solidarität in einem Kollegium. Normen müssten gemeinsam erstellt und akzeptiert werden. In seinem nächsten Abschnitt ging er auf die Notwendigkeit von Regeln in der Schule und im Klassenraum ein. Dabei komme es nicht auf die Quantität von Regeln, sondern auf Klarheit und Konsequenz weniger, für alle verbindlichen Regeln an. Abschließend dann stellte er zehn Merkmale guten Unterrichts vor. So forderte er zu gegenseitigen Hospitationen auf, sprach sich für eine intensive Elternarbeit aus, betonte die Notwendigkeit einer echten Ganztagsschule als Ort des gemeinsamen Lebens und Lernens und schloss mit den Worten: „Strahlen Sie Freude aus! In den Schulen wird heute zu wenig gelächelt oder gar gelacht!“ (vgl. E&W Niedersachsen 11/08 S. 27) Vortrag R. Winkel: Verhaltensprobleme
Konsequenzen aus Fallberichten/ Klagen:
Mögliche Ursachen der heutigen Schulprobleme:
Typische Anfängerfehler von jungen Kollegen:
Zudem: schlechte bildungspolitische Rahmenbedingungen, die das Handeln des Lehrers beeinflussen - wir werden immer weniger eine Unterrichtsschule als eine Erziehungsschule! (Kritik: heutige Lehrer lernen „Schwimmen im Trockenen“) Handlungsperspektiven: 1. klare Regeln verabreden (nicht autoritär setzen!)
2. Verstehen lernen (heißt nicht: einverstanden sein!); jede aggressive Handlung will mir etwas sagen (leider oft in entstellter form) „In jeder Faust steckt ein wimmerndes Herz.“ „Krönung“ der Entzifferungskompetenz: Aggressionen (im lat. „auf jemanden zugehen“) sind weder gut noch böse erst das, was sie anrichten, kann problematisch werden! Es gibt mindestens 6 Sinnperspektiven aggressiver Verhaltensweisen:
Stützsysteme, die meinen Erfolg bei Sanktionen ausmachen:
„Ich, XY, verspreche zu meinen MitS freundlich zu sein…“ „Die Lehrer verpflichten sich, weiterhin Geduld zu haben…“ 4. Sozialstation: SS werden als Mediatoren ausgebildet (S- Lotsen, Konfliktlösungshelfer); nicht zu verwechseln mit amerikanischem Trainingsraum aber: es gibt Konflikte, die gehören nicht in S- Hände! + 10 Kriterien eines guten Unterrichts: s. Meyer/ Kiper + Lernfreude (nicht Spaßvermittlung) + Erziehung (muss der Bildung vorangehen) !!! Methodenvielfalt !!! aber: gestufte Entwicklung (ehe ich Partnerarbeit mache, müssen die S Einzelarbeit können!) - Voraussetzungen bedenken u. schaffen HUMOR: ohne diese Fähigkeit ist vieles umsonst (Buch: „Love is not enough“) … aber ohne Liebe ist vieles umsonst… Angst ist etwas Verhängnisvolles; wer Angst hat, verbreitet auch Angst Appell: solidarisiert euch! Als einzelner hat man keine Chance in diesem System Winkel: Der gestörte Unterricht Ein Grund, warum bis heute wenig adäquate u. konstruktive Lösungen für schulisch- unterrichtliche Dilemmata vorliegen: gestörte Unterrichtsprozesse sind multikausal bedingt, d. h. neben den klassen- und schulspezifischen Ursachen gibt es individuelle, familiäre, gesellschaftliche, historische u. a. Aspekte, die den gestörten Unterricht zu verursachen scheinen:
Hinzu kommen folgende Realitätserfahrungen, die ein heutiger Schüler täglich macht:
Was sind überhaupt Unterrichtsstörungen? Begriff Unterrichtsstörung bezeichnet eine Fülle von verschiedenen Geschehnissen; i. d. R. wird dem S die Schuld zugesprochen W. unterscheidet versch. Arten von Unterrichtsstörungen: * Disziplinstörungen * Provokationen + Aggressionen * akustische od. visuelle Dauerstörungen sowie allg. Unruhe bzw. Konzentrationsstörungen * Störungen aus dem Außenbereich des Unterrichts * Lernverweigerung und Passivität * Desmotivationen * neurotisch bedingte Störungen Def., die die Unterrichtsstörung vom Unterricht her kennzeichnet (Pädagogik geht es um das Verstehen- sie will erziehen - geht nur, wenn Schuldfrage erst einmal beiseite gelassen wird; statt dessen: nach möglichen Absichten fragen!) Eine Unterrichtsstörung liegt dann vor, wenn der Unterricht gestört ist, d. h. wenn das Lehren u. Lernen stockt, aufhört, pervertiert, unerträglich oder inhuman wird. ein bestimmtes S- Verhalten kann ganz verschiedene Reaktionen hervorrufen; wichtig: sich zu fragen, ob gerade wirklich der Lehr- u. Lernprozess gestört ist! (oft: scheinbare Störungen) Die meisten Unterrichtsstörungen sind Signale des S, der etwas mitteilen will! Jedes menschliche Verhalten hat Gründe u. verfolgt Ziele. Unterrichtsstörungen können auf 3 Ebenen analytisch betrachtet werden:
- als Lehrer nicht den Konflikt an sich reißen, sondern ihn an alle Beteiligten geben: „Verantwortliches Handeln gründet im Gespräch“ Bsp.: neuer Lehrer, Begrüßung, ein S bleibt „mit gelähmten Beinen“ stehen Wie reagiert er?
„Techniken“ des Lehrerverhaltens:
Wenn ich „mittendrin“ bin:
Das Lehrerverhalten ist dann besonders effektiv, wenn es von
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