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Birgit
Lütje-Klose und Monika Willenbring
"Kooperation
fällt nicht vom Himmel"
Möglichkeiten
der Unterstützung
kooperativer
Prozesse in Teams von Regelschullehrerin und Sonderpädagogin
aus systemischer Sicht
BEHINDERTENPÄDAGOGIK,
38. Jg., Heft 1/1999, Seite
2-31
1.
Einleitung
Eine
integrative
Förderung von Schülerinnen (1) mit
sonderpädagogischem Förderbedarf, wie sie seit
einigen
Jahren zunehmend gefordert und praktiziert wird, ist nur in Kooperation
von Regelschullehrerinnen und Sonderpädagoginnen
durchzuführen.
Gleichzeitig zeigen die bisherigen Erfahrungen, daß die
Kooperation auch eines der größten Probleme bei der
Umsetzung integrativer Unterrichtung und Förderung darstellt:
"... und dann wurde mir deutlich, so
selbstverständlich
ist das gar nicht, daß Lehrer zusammenarbeiten, kooperieren
können. Ich meine schon, daß unsere Arbeit
weitgehend
davon abhängt, ob das klappt oder nicht" (Günther
in Lütje-Klose 1997, S. 398). Beide Berufsgruppen
müssen
die Sicherheit ihrer bisherigen Berufsrolle teilweise aufgeben
und neue Kompetenzen erwerben. Oftmals finden die Probleme auf
der Beziehungsebene ihren Kristallisationspunkt und führen
im Extremfall zum Scheitern der gemeinsamen Arbeit.
Die Sonderpädagogin, Frau Kramer, hat nach
jahrelanger
Tätigkeit an einer Sonderschule für Sprachbehinderte
den Entschluß gefaßt, mit der integrativen Arbeit
zu beginnen, und hat sich ca. ein Jahr lang im Rahmen von Fortbildungen
darauf vorbereitet. Zum neuen Schuljahr beginnt sie mit der
Hälfte
ihrer Stundenzahl in einer Grundschulklasse, wo sie die Integration
von drei Kindern mit Förderbedarf unterstützen und
die
Kinder fördern soll. Die Grundschullehrerin, Frau Meyer,
die sich ebenfalls auf die integrative Arbeit freut, ist im Kollegium
der Grundschule als engagierte und kompetente Lehrerin bekannt
und beliebt.
Von Anfang an bestehen allerdings Vorbehalte zwischen den beiden
Lehrerinnen, sie sind sich nicht sympathisch. Frau Meyer sieht
Frau Kramers Aufgabe vor allem in der Förderung der Kinder
mit besonderem Förderbedarf und empfindet die Art, wie diese
in der Klasse auftritt, als Einmischung. Frau Kramer versteht
ihre Aufgabe auf die ganze Klasse bezogen und fühlt sich
von Frau Meyer nicht als gleichwertig akzeptiert. Aber auch im
Schulkollegium insgesamt fühlt sie sich in einer schlechten
Position: Sie kommt "von außen" und ist nur einen
begrenzten Teil der Zeit dort. Auf erste Anzeichen von
Kooperationsproblemen
hin bekommt Frau Meyer in ihrer Schule "Rückendeckung",
während Frau Kramer sich alleingelassen fühlt. Nach
einem halben Jahr ist die Situation so festgefahren, daß
keine von beiden es mehr aushält. Frau Meyer will die
Kooperation
beenden.
Im Gespräch wirft Frau Meyer der Sonderschullehrerin vor,
daß ihre Fördermaßnahmen unzureichend und
schlecht
vorbereitet seien. Für Frau Kramer steht das Zeitproblem
ihrer Kollegin im Vordergrund: Weil Frau Meyer als Mutter von
zwei kleinen Kindern immer sofort nach Unterrichtsende nach Hause
müsse und auch nachmittags verplant sei, habe sie keine Zeit
zur dringend notwendigen Reflexion des Unterrichts und zur gemeinsamen
Planung.
Frau Kramer geht nun dazu über, die Kinder nur noch in
äußerer
Differenzierung zu fördern. Beide Lehrerinnen sind
enttäuscht
und fühlen sich um ihre Hoffnungen und Erwartungen in bezug
auf integrativen Unterricht betrogen. Ob sie das Wagnis der Kooperation
noch ein zweites Mal eingehen werden, ist fraglich.
Obwohl beide Lehrerinnen im Fallbeispiel ein großes Interesse
an der integrativen Unterrichtung der Kinder haben, findet ihre
Auseinandersetzung nach kurzer Zeit nur noch auf der Beziehungsebene
statt. Sie endet im gegenseitigen Vorwurf der Inkompetenz. Es
gelingt ihnen nicht mehr, ihre Aufmerksamkeit gemeinsam auf den
Gegenstand der Auseinandersetzung zu richten oder
äußere
Bedingungen zu hinterfragen. In einem zweiten Fallbeispiel dagegen
gelingt den Kolleginnen die Bewältigung einer Krise:
Der Grundschullehrer, Herr Zabel, und die
Sonderpädagogin,
Frau Kirch, arbeiten in weitgehender Doppelbesetzung in einer
Integrationsklasse. Sie sind sich sympathisch und erleben ihre
Zusammenarbeit in den ersten Schulwochen als produktiv. Frau Kirch,
die vorher in einer Sonderschule für Lernhilfe gearbeitet
hat, ist begeistert von den Fähigkeiten der Kinder in der
Klasse, der Entwicklung ihrer sozialen Beziehungen und
Kommunikationsfähigkeiten.
Für sie besteht besonders im täglichen Morgenkreis
die
Gelegenheit, diese Prozesse zu unterstützen, und sie
räumt
dieser Aktivität deshalb gerne viel Zeit ein. Nach einiger
Zeit kommt von Herrn Zabel aber vermehrt Kritik am
ausführlichen
Morgenkreis, er macht "Druck" und betont, was noch alles
zu schaffen sei. Frau Kirch versteht das Problem nicht, der Morgenkreis
sei doch eine effektive Fördersituation. Herr Zabel verweist
auf die Parallelklasse, die im Lesen, Schreiben und Rechnen schon
viel weiter sei. Frau Kirch ärgert sich über diesen
"typischen" Leistungsvergleich und will sich nicht unter
Druck setzen lassen. Es kommen Spannungen zwischen den beiden
auf, die schließlich dazu führen, daß
beide verunsichert
sind und mit Bauchschmerzen in die Schule kommen.
In dieser Situation kann eins der üblichen
Wochenplanungstreffen
der beiden Lehrkräfte nicht stattfinden. Sie geben sich am
Telefon den Auftrag, jede/r für sich etwas zu
überlegen.
Das Wochenende nutzen beide, um sich die Rahmenrichtlinien vorzunehmen
und einen langfristigen Stoffverteilungsplan aufzustellen. Frau
Kirch wird dabei deutlich, daß sie aus ihrer
Sonderschulperspektive
sich bisher nicht in diesem Maße mit
äußeren
Leistungsvorgaben beschäftigen mußte, daß
das
aber in der Regelschule unvermeidlich ist. Sie versetzt sich in
die Lage des Grundschullehrers, und ihr wird klar, daß sie
gemeinsam mit Herrn Zabel die Verantwortung für die ganze
Klasse trägt, nicht nur für die Kinder mit
Förderbedarf,
von deren Fortschritten in dieser integrativen Situation sie so
begeistert ist. Motiviert entwickelt sie den Entwurf einer
differenzierten
Langzeitplanung. Als die Lehrkräfte sich nach dem Wochenende
treffen, stellen sie fest, daß sie beide dieselbe Arbeit
gemacht haben, und entdecken bei einem Vergleich ihrer
Überlegungen
weitreichende Parallelen. Beide sind über ihre offensichtliche
Übereinstimmung sehr froh. Sie thematisieren ihre bis dahin
diffusen Gefühle, die den Druck in der Klasse verursacht
haben, und nehmen sich vor, mit ihren unterschiedlichen
Zugängen
in Zukunft bewußter und offener umzugehen.
Auch in diesem Beispiel werden die Spannungen für die
Lehrerinnen
auf der Beziehungsebene spürbar, sie fühlen sich von
der/dem jeweils anderen unverstanden und erleben das als diffusen
Druck. Durch die Fokussierung der Aufmerksamkeit auf die Sache
gewinnen sie die Möglichkeit, von einer anderen Ebene aus
an ihr Problem heranzugehen und es in einem größeren
Zusammenhang zu sehen. Dadurch können sie ihre Gemeinsamkeiten
wieder stärker in den Vordergrund stellen und sich
gleichzeitig
der unterschiedlichen Perspektiven bewußt werden, die sie
aus ihren bisherigen Erfahrungsbereichen in diese Klasse hineintragen.
Durch die Bewältigung des Konflikts kann ihre kooperative
Beziehung wachsen.
Wie die beiden Beispiele zeigen, "fällt Kooperation
nicht vom Himmel", sondern findet im Kontext konkreter struktureller
Bedingungen statt und muß auf sachlicher,
persönlicher
und Beziehungsebene von den beteiligten Personen immer wieder
neu erarbeitet werden. Daß diese Aufgabe schwierig ist,
wird auch an zahlreichen anderen Erfahrungsberichten und Untersuchungen
deutlich (vgl. Bews 1992; Cannon et al. 1991; Haeberlin et al.
1992; Kreie 1985; Lütje-Klose 1997; Wocken et al. 1988 u.a.).
Es besteht offenbar für Lehrerinnen die Notwendigkeit der
Vorbereitung auch auf diesen Aspekt des gemeinsamen Unterrichts
und der Möglichkeit einer begleitenden Unterstützung,
damit sie nicht der Erfahrung des persönlichen Scheiterns
ausgesetzt sind und in der Konsequenz integrative Arbeit für
sich ablehnen.
Die positive Gestaltung kooperativer Prozesse gilt nicht nur in
Deutschland als schwierig, sondern beispielsweise auch in den
USA, wo bereits mit dem "Education of All Handicapped Children
Act" 1975 der schulischen Integration das Primat gegenüber
der Sonderbeschulung eingeräumt wurde. Dort wurden seitdem
Konzepte und Instrumente entwickelt, die auf eine vorsichtige
Anbahnung und förderdiagnostische Unterstützung von
Kooperationsprozessen abzielen und die unseres Erachtens auch
für die deutsche Diskussion fruchtbar gemacht werden
können.
Die bewußte Gestaltung dieser Prozesse halten wir
für
wesentlich, "denn über die bewußte
Auseinandersetzung
mit Einschränkungen, über die Toleranz und Akzeptanz
von nicht aufhebbaren Unterschieden werden integrative Prozesse
bei der gemeinsamen Erziehung behinderter und nichtbehinderter
Kinder erst möglich" (Kreie 1994, S. 286). Ziel
dieses Artikels ist es deshalb, Reflexionsinstrumente vorzustellen,
durch deren Einsatz eine Erweiterung der kooperativen
Fähigkeiten
von Lehrerinnen und ein bewußter Umgang mit Gemeinsamkeiten
und Unterschieden unterstützt werden kann.
Unsere Ausführungen basieren auf einer
systemisch-konstruktivistischen
Sichtweise und ihren Konsequenzen für kooperatives Handeln
in der Schule, die in Kapitel zwei erläutert werden. Im
dritten
Kapitel wird auf den Begriff der integrativen Kooperation und
auf Voraussetzungen, Schwierigkeiten und Möglichkeiten einer
integrativen Unterrichtung in gemeinsamer Verantwortung von Regel-
und Sonderpädagogin eingegangen. Es werden vier Ebenen der
Betrachtung von Kooperationsbeziehungen dargestellt, die einen
Anknüpfungspunkt zum Wechsel der 'problematischen'
(Beziehungs-)Ebene
bieten können. Im vierten Kapitel werden für jede
Ebene
Instrumente als "Handwerkszeug" vorgestellt, anhand
derer kooperative Teams den Stand ihrer Beziehung reflektieren,
Probleme und Veränderungsnotwendigkeiten identifizieren
können.
Wir beziehen uns neben der Rezeption deutscher und amerikanischer
Literatur zur umfeldbezogenen Erfassung und Beschreibung des Standes
der Kooperation ("environmental assessment: readiness for
collaboration") auf die Ergebnisse einer qualitativen
Expertinnenbefragung,
die mit kooperierenden Grundschullehrerinnen und
Sonderpädagoginnen
in Deutschland und den USA durchgeführt wurden
(Lütje-Klose
1997). Weiterhin legen wir Untersuchungsergebnisse von KREIE (1985),
ELKSNIN et al. (1994), HAEBERLIN et al. (1992), MARVIN (1990),
NELSON u. KINNUCAN-WELSCH (1992) und SEMMEL et al. (1991) zugrunde.
2.
Eine
systemisch-konstruktivistische Sichtweise von Kooperationsbeziehungen
in der Schule
Um
die Komplexität
und Kontextabhängigkeit einer
Kooperationsbeziehung erfassen zu können, legen wir die
theoretischen
Annahmen des systemisch-konstruktivistischen Ansatzes zugrunde.
Die unseren Ausführungen zugrundegelegte Theorie ist der
systemisch-konstruktivistische Ansatz. Dieser geht davon aus,
daß menschliches Verhalten nicht isoliert zu betrachten,
sondern in sozialen Systemen eingebettet ist und in Wechselwirkung
mit seiner Umwelt steht. Unter sozialen Systemen verstehen wir
- in Anlehnung an die Definition von BATESON (1981) - Systeme
handelnder Personen, die miteinander interagieren und sich ein
Bild von ihrer Wirklichkeit machen. Zudem machen sie die
Berücksichtigung
des Lebenskontextes der Personen erforderlich.
Um Systeme erkennen zu können, ist eine bestimmte Perspektive
erforderlich: das systemische Denken. Mit systemischem Denken
meinen wir hier eine grundlegende Betrachtungsweise eines
Phänomenbereichs,
der den Blick auf Muster, Zusammenhänge und Dynamiken richtet
(2).
2.1
Systemisch-konstruktivistisches Beschreibungsmodell der
Kooperation
Erlebt
jemand in einer
Kooperationsbeziehung ein Problem, so
ist die eigene Aufmerksamkeit (Wahrnehmung, Denken, Fühlen,
Verhalten) sehr auf das Problem gerichtet. Kooperationsprobleme
werden dabei von den Betreffenden selbst häufig als Defizit
und Unfähigkeit erlebt. Sie werden nicht als Ergebnis eines
komplexeren Systemgefüges gesehen, in dessen Kontext die
eigene Handlung als eine anerkennenswerte Sicherheitshandlung
gesehen werden kann. VON SCHLIPPE und SCHWEITZER begründen
dieses menschliche Verhalten damit, daß Menschen dazu neigen,
"gezielt aus der Komplexität des Geschehens das
herauszunehmen,
also erinnern, was zu ihren bevorzugten Sinnkonstruktionsmustern
(oder sagen wir: Persönlichkeit, Belief-System, Life-Script,
Lebensstil, Familienregelsystem usw.) paßt" (von
Schlippe u. Schweitzer 1996, S. 73).
Konflikte in der Kooperation, die aus dem Zusammenprallen
widersprüchlicher
Wertsysteme (bei den einzelnen Pädagoginnen oder zwischen
den Kooperationspartnerinnen) entstehen, lassen sich eher verstehen,
wenn Regeln, Werte und Normen der für die
Kooperationspartnerinnen
relevanten Bezugsgruppen (eigene Familiensituation, Ausbildung,
Schulklasse, Schule) mit berücksichtigt werden.
Ausgehend von der systemisch-konstruktivistischen Perspektive
versuchen wir nun mit Hilfe eines Beschreibungsmodells das komplexe
Systemgefüge der Kooperation zu erfassen. Modelle haben
generell
zum Ziel, die System-Umwelt-Interaktionen und die Mehrebenenbetrachtung
zu unterstreichen. Die Systembeschreibung bezieht sich auf die
Gesamtstruktur eines Systems und unterteilt den
Phänomenbereich
- hier die Kooperation - in unterschiedliche Systemdimensionen.
Wir beziehen uns hier auf die Typologie von BRONFENBRENNER (1981).
BRONFENBRENNER unterscheidet zum einen vier sich ausweitende
Systemebenen:
Mikrosystem, Mesosystem, Exosystem und Makrosystem. Zum anderen
weist er auf die Systeme im Individuum hin wie Verhalten, kognitives
intrapsychisches System und das organische System. Darüber
hinaus berücksichtigt BRONFENBRENNER auch die zeitliche
Dimension.
Die Erläuterung der verschiedenen Systemebenen bei der
Kooperation
möchten wir mit Hilfe des eingangs dargestellten Beispiels
1 (Frau Kramer und Frau Meyer) vornehmen.
Wir betrachten insbesondere die Kooperation zwischen dem Subsystem
Regelschullehrerin und dem Subsystem Sonderpädagogin. Die
beiden Kooperationspartnerinnen, die Schulklasse, in der die
Kooperation
durchgeführt wird und die Beziehungen zwischen ihnen beiden
bilden die unterste Systemebene - das Mikrosystem.
Im Beispiel
gehören zu diesen Mikrosystemen also Frau Kramer, Frau Meyer
und die Grundschulklasse. Auf dieser Systemebene wird häufig
das Problem wahrgenommen.
Die nächste Ebene ist das Mesosystem. Es
beschreibt
die Wechselbeziehungen zu anderen Lebensbereichen der beiden
Lehrerinnen,
also zum Beispiel die Eltern der Kinder, das Lehrerkollegium und
die eigene private Situation (z.B. Familie). Bei der Analyse der
Kooperationsbeziehung zwischen Frau Kramer und Frau Meyer lassen
sich hier einige Aspekte finden, die zum Scheitern der
Kooperationsbeziehung
beigetragen haben könnten: Zum Beispiel die unterschiedlichen
Loyalitätsbindungen im Schulkollegium (Frau Kramers isolierte
Position) oder die unterschiedliche Eingebundenheit im privaten
Lebensbereich (Frau Meyer hat zwei Kinder).
Das Exosystem ist die
nächsthöhere Systemebene.
Es beschreibt die Lebensbereiche, an denen die Pädagoginnen
nicht direkt beteiligt sind, von denen sie aber beeinflußt
werden, wie zum Beispiel die Räumlichkeiten der Schule, das
materielle Angebot, Aus-, Fort- und Weiterbildungen,
Lehrpläne,
die Schulverwaltung und das schulische Umfeld. Auf dieser Systemebene
wäre zum Beispiel zu fragen, ob den Lehrerinnen
institutionalisierte
gemeinsame Planungszeiten zur Verfügung standen und ob die
Möglichkeit der Supervision bestand, um die
Problemlösung
zu unterstützen. Auch bisherige Erfahrungen mit gemeinsamem
Unterricht in der Region sowie Akzeptanz einer Förderung
in innerer und äußerer Differenzierung durch die
Eltern
und die Schulbehörden könnten sich als
unausgesprochene
Erwartungen auf die Gestaltung der Kooperation ausgeübt haben.
Das übergeordnete System ist das Makrosystem.
Das
Makrosystem beschreibt die gesellschaftlichen Bedingungen von
Integration und Kooperation. Hierzu zählen vor allem die
Normen und Werte unserer Leistungsgesellschaft und ihre Auswirkungen
auf das Bildungssystem. SANDER weist in diesem Zusammenhang darauf
hin, daß zum Beispiel Schulversagen nicht als individuelles
Problem eines Schülers zu betrachten ist, sondern in unserem
auf Leistungswettbewerb ausgerichteten Schulsystem bewußt
in Kauf genommen wird. Förderansätze aus der
Pädagogik
dürfen sich somit nicht auf Veränderungen des
Mikrosystems
beschränken, sondern sollten alle Systemebenen
berücksichtigen
und die Mitarbeit an der Veränderung der Rahmenbedingungen
beinhalten, um eine umfassende Wirkung zu erzielen (3).
Für den Kooperationsprozeß viel deutlicher
wahrnehmbar
sind die einzelnen Untersysteme des Individuums wie Verhalten,
kognitives und intrapsychisches System und organisches System .
Am Beispiel möchten wir diese Aspekte wieder etwas
näher erläutern.
Die unterschiedlichen Perspektiven der beiden Pädagoginnen
bei der Beschreibung ihrer Problemsituation machen die
unterschiedlichen
kognitiven und emotionalen Zuschreibungen und Erklärungen
deutlich. Frau Kramer sieht das Scheitern der Kooperation in der
geringen zeitlichen Ressource von Frau Meyer begründet. Frau
Meyer hingegen schreibt das Scheitern der mangelnden fachlichen
Qualifikation von Frau Kramer zu (unzureichende Vorbereitung der
Fördermaßnahmen). Auch wenn beide Frauen sich auf
die
integrative Arbeit gefreut haben, hatten beide unterschiedliche
Erwartungen an den Kooperationsprozeß und waren sich nicht
sympathisch, was sich vermutlich in ihrem Verhalten widerspiegelte.
Neben diesen unterschiedlichen Systemebenen spielt in der Kooperation
der Faktor Zeit eine bedeutende Rolle. Hiermit ist
sowohl
die historische Situation, die Entwicklung der Schule (life cycle
of the school) als auch die Biographie der beiden Pädagoginnen
gemeint. Die historische Situation des Bildungssystems und insbesondere
der Integration haben besondere Auswirkungen auf die
Kooperationsprozesse.
Zum Thema Schulentwicklung wären zum Beispiel Fragen von
Bedeutung wie: Welche Erfahrungen gibt es an der Schule mit Integration
und Kooperation? Wie wurden Veränderungen bisher an der Schule
eingeführt und aufgenommen? Wie ist bisher der Umgang im
Kollegium mit Subsystemen (Kooperationspartnerinnen)? Welche
Entwicklungsziele
hat die Schule sich gesetzt?
Die Biographie ist die individuelle zeitliche Dimension bei der
Beschreibung der Kooperation. Hier könnten zum Beispiel die
unterschiedlichen Vorerfahrungen der Pädagoginnen in der
Kooperation und in der beruflichen Laufbahn eine wichtige Rolle
spielen.
Die Vielschichtigkeit dieses Beschreibungsmodells verdeutlicht
also sehr anschaulich, wie komplex und kontextabhängig die
Kooperation zwischen Sonderpädagogin und Regelschullehrerin
sein kann. In der nachfolgenden Abbildung ist dieses Modell graphisch
dargestellt.
2.2
Zur Bedeutung der
Kommunikation in kooperativen Beziehungen
In
einer kooperativen
Beziehung hat die Kommunikation zwischen
den Kooperationspartnerinnen eine ganz besondere Bedeutung, da
sich Kooperationsprobleme häufig auch in
Kommunikationsproblemen
widerspiegeln. Die Analyse des Kommunikationsprozesses stellt
zudem eine weitere Perspektive dar, die Kooperation zu beschreiben
und zu reflektieren. Hierbei bezeichnen wir Kommunikation nicht
nur als linearen Übermittlungsprozeß von
Informationen
eines aktiven Senders an einen passiven Empfänger, sondern
als zirkulären, interaktiven Prozeß, der durch die
Kooperationspartnerinnen gemeinsam geschaffen wird. Zur Beschreibung
des Kommunikationsprozesses beziehen wir uns auf die
Kommunikationstheorie
von PEARCE und CRONEN (CMM: Coordinated Management of Meaning,
1980).
Die beiden Autoren gehen in ihrer Theorie davon aus, daß
die Kommunikation sowohl von interpersonellen als auch intrapersonellen
Regeln bestimmt wird, die wiederum in Wechselwirkung stehen. Bei
der Beschreibung des Kommunikationsprozesses werden dabei zwei
bestimmende Regeltypen unterschieden: die regulativen (oder
Handlungs-)Regeln
und die konstitutiven (oder Bedeutungs-)Regeln. Die regulativen
Regeln bestimmen den Grad, bis zu dem ein spezifisches Verhalten
in bestimmten Situationen gezeigt oder unterlassen werden soll.
Es handelt sich dabei also um kulturell vermittelte Normen, die
für ein angemessenes Verhalten in bestimmten Kontexten gelten.
Konstitutive Regeln hingegen determinieren den Prozeß, bei
dem einem spezifischen Verhalten, einer Aussage, einem Ereignis
oder einer zwischenmenschlichen Beziehung usw. eine Bedeutung
beigemessen wird. In der Kooperationsbeziehung messen die
Gesprächspartnerinnen
also ihrem wechselseitigen Verhalten Bedeutung bei, reagieren
auf die verbalen und nonverbalen Äußerungen der
jeweils
anderen und konstituieren so gemeinsam den Sinn ihrer Kommunikation.
In der folgenden Abbildung haben wir die Regeltypen beispielhaft
dargestellt.
Abb. 2.: Beispiel möglicher
konstitutiver
und regulativer
Kommunikationsregeln
Im Unterschied zu WATZLAWICK, der nur zwei Ebenen (Inhalts- und
Beziehungsaspekt) unterscheidet, entwickeln PEARCE und CRONEN
sechs Bedeutungsstufen. Sie umfassen - hierarchisch geordnet:
1. den Inhalt (bezieht sich auf die kognitiven Prozesse der
Kommunikationspartnerinnen;
subjektive Wirklichkeitskonstruktionen: Über was wird
gesprochen?)
2. den Sprechakt (die Äußerung des Ganzen, z.B.
Information,
Kompliment, Drohung: Wie wird miteinander gesprochen?
3. den Kontrakt (die gemeinsame Definition der sozialen Beziehung,
z.B. Ehe, Vertragspartner, Freunde, Beratungssituation)
4. die Episode (gemeinsame kommunikative Gewohnheiten, charakterisiert
durch verbale und nonverbale Verhaltensregeln; die
Berücksichtigung
des aktuellen Kontextes: Was ist vorher und nachher passiert?)
5. das Lebensskript (die biographisch entstandenen interaktiven
Muster eines Individuums; eine alternative Bezeichnung wäre
das soziale Selbstbild oder Selbstkonzept, das eine stärker
individuelle Komponente beinhaltet)
6. die kulturellen Muster (Archetypen: Sie gewinnen besonders
an Bedeutung, wenn die Gesprächspartnerinnen aus
unterschiedlichen
Kulturen kommen).
In Anlehnung an BATESON gehen diese beiden Autoren davon aus,
daß eine zirkuläre Beziehung zwischen diesen Ebenen
besteht. So hat nicht nur die Beziehung einen Einfluß darauf,
wie die Bedeutung des Inhalts festgelegt wird, umgekehrt bestimmt
auch der Inhalt die Beziehungen. Das Lebensskript wird unter anderem
durch die kulturellen Muster beeinflußt und wirkt sich
seinerseits
auf die geschlossenen Kontrakte aus. Der Kontrakt hat wiederum
Auswirkungen auf die Auswahl der besprochenen Inhalte und die
Form des Sprechaktes usw.
Wenn wir dieses Kommunikationsmodell auf die Kooperation
übertragen,
so ließe sich hiermit eine Analyse der Kooperation und ihrer
Probleme durchführen. Zur Konkretisierung beziehen wir uns
wieder auf das Beispiel: die Kooperation zwischen Frau Kramer
und Frau Meyer. Es lassen sich zum Beispiel folgende Fragen stellen:
1. Was verstehen beide Lehrerinnen unter Kooperation (subjektive
Be-Deutungen)?
2. Wie reden sie miteinander? (Veränderungen im Laufe der
Zusammenarbeit; z.B. Wann beginnen sie mit Vorwürfen?)
Über
welche Aspekte sprechen sie/nicht?
3. Welche Vorstellungen haben sie von ihrer Zusammenarbeit? (Regeln
der Kooperation; Teamteaching?) Gehen sie mit ihren Vorstellungen
bewußt um?
4. Welche Kommunikationsgewohnheiten haben sich zwischen beiden
Lehrerinnen eingeschliffen (z.B. Nicht-Kommunikation)?
5. Welche Interaktionsmuster bringen beide Frauen aus ihrer
Vergangenheit
mit (bzgl. Fachgespräche, Konfliktgespräche usw.)?
6. Wie sehen die schulischen Interaktionsmuster aus? (Bei Frau
Kramer auf die Sonderschule und die Grundschule bezogen.) Welche
Unterschiede gibt es?
Einen ausführlicheren Fragebogen zur Reflexion des
Kommunikationsprozesses
im Team finden Sie im Kapitel 4.6 unter den Reflexionsinstrumenten.
3.
Kooperation im
integrativen Unterricht
3.1
Zum Verständnis
von integrativer Kooperation in der
Schule
In
der
integrationspädagogischen Fachliteratur wird unter
Kooperation die Zusammenarbeit von zwei oder mehreren Partnerinnen
mit einem gemeinsamen Ziel verstanden. So bestimmen WACHTEL u.
WITTROCK (1990, S. 264) Kooperation als "... die
bewußte,
von allen Beteiligten verantwortete, zielgerichtete, gleichwertige
und konkurrenzarme Zusammenarbeit in allen Bereichen der Schule" und
verweisen damit besonders auf die Natur der Beziehung
zwischen den Partnerinnen. Über das Ziel der Kooperation,
die Verfahren und die gemeinsame Übernahme von Verantwortung
müssen die Beteiligten eine Einigung herbeiführen und
dabei Probleme auf verschiedenen Ebenen bewältigen, wie KREIE
(1985) und HAEBERLIN et al. (1992) hervorheben. Von ihnen wird integrative
Kooperation verstanden als
"(1) ein vom Demokratiegedanken
bewußt
geprägter
und vom Bemühen aller getragener dynamischer Prozeß,
der
(2) im pädagogischen Handlungsfeld ... einer
integrativen
Regelklasse (4) stattfindet, wo
Persönlichkeits-,
Sach-, Beziehungs- und Organisationsprobleme die Zusammenarbeit
erschweren, mittels
(3) dessen nach dem Modus der Annäherung eine
befriedigende
Einigungssituation hergestellt werden soll,
(4) mit dem Ziel, im gemeinsamen Lernprozeß
Handlungsspielräume
zu erweitern und damit Entwicklungs- und Sozialisationsprozesse
optimal zu unterstützen"
(Haeberlin et al. 1992, S. 24).
In diesen Definitionen wird betont, daß Kooperation kein
Zustand ist, sondern ein fortwährender
Einigungsprozeß zwischen Menschen mit
unterschiedlichen Fähigkeiten
und
Sichtweisen unter den konkreten Bedingungen der integrativen Arbeit
mit all ihren Problemen. Es wird davon ausgegangen, daß
die daran beteiligten Pädagoginnen diesen Prozeß auf
einer partnerschaftlichen Grundlage, also in einer gleichwertigen
und wechselseitigen Beziehung , gemeinsam verantworten. Es
sollte sich um eine konkurrenzarme Beziehung handeln, so daß
gegenseitiges Vertrauen entstehen kann. Im Fokus der gemeinsamen
Aufmerksamkeit steht dabei das gemeinsame Ziel der
bestmöglichen
Unterrichtung und Förderung aller Schülerinnen und
der
Unterstützung ihrer integrativen Prozesse.
In den USA wird der Begriff der "collaboration"
im Sinne einer weitestmöglichen Form der Kooperation zwischen
Pädagoginnen verwendet. Dieser Begriff stammt aus dem
militärischen
Sprachgebrauch und steht für ein "willentliches
Überlaufen
zum feindlichen Lager" . Er beinhaltet die Bereitschaft
dazu, zumindest zeitweise die Perspektive der anderen Person
einzunehmen, "die Welt mit den Augen der anderen zu sehen" und
ihre Sichtweise als eine gültige zu erkennen (Hoskins 1990,
S. 32), ohne dabei den eigenen Standpunkt gänzlich aufzugeben.
Diese grundlegende Akzeptanz bildet die Basis dafür,
daß
eine Partnerschaft aufgebaut werden kann. Eine kooperative
Arbeitsbeziehung
im Sinne der "collaboration" kann, wie die amerikanische
Sprachpathologin MARVIN (1990) darlegt, nur allmählich durch
den Aufbau von gegenseitigem Respekt und Vertrauen entstehen und
sehr unterschiedliche Grade und Ausprägungen annehmen kann.
Sie beschreibt vier Stufen der Zusammenarbeit zwischen Lehrerin
und Sonderpädagogin, die sich aus der Beziehung zwischen
diesen beiden Personen auf einem Kontinuum von gegenseitiger
Wertschätzung ("reciprocity") und
Vertrauen ("trust")
ergeben.
Abb. 3.: Kontinuum wechselseitiger
Interaktionen
(nach
Marvin 1990, S. 41)
Am einen Ende dieses Kontinuums ist die "co-activity"
angesiedelt, bei der Regel- und Sonderpädagogin
ähnliche
Arbeitsbereiche haben, aber ihre Unterrichtsaktivitäten
getrennt
voneinanderdurchführen und nicht oder nur selten ihre Ideen
austauschen, ihre Pläne oder ihr Verhalten erklären
und einander nicht um Rückmeldung oder Unterstützung
bitten.
Der Begriff der "cooperation" steht für
eine Zusammenarbeit zwischen Regel- und Sonderpädagogin,
die eine Absprache der Stundenpläne und allgemeiner
Zielsetzungen
beinhaltet, nicht aber notwendigerweise bezogen auf einzelne Kinder
mit Förderbedarf. Beide Pädagoginnen sind vorsichtig
und gehen nicht das Risiko ein, ihre Anschauungen oder Meinungen
offenzulegen. Wenn unter diesen Bedingungen gemeinsamer Unterricht
stattfindet, so beinhaltet das nicht, daß
grundsätzliche
Einigungsprozesse über spezifische Notwendigkeiten
für
einzelne Schülerinnen und den Beitrag der einzelnen
Pädagoginnen
stattgefunden haben.
Dies ist dagegen bei der "coordination" der Fall:
Regel- und Sonderpädagogin beginnen sich zu vertrauen, treffen
klare Absprachen über die Verantwortlichkeiten jeder einzelnen
im Förderprozeß und führen gemeinsame
Aktivitäten
durch. Sie tauschen allerdings nicht die Rollen und haben klar
abgegrenzte Verantwortungsbereiche.
Die umfassendste Form der "collaboration" ist
gekennzeichnet durch eine grundlegende Übereinstimmung in
den Werten und Zielen der Pädagoginnen, verbunden mit einem
hohen Maß an gegenseitigem Vertrauen und Respekt. Beide
Pädagoginnen bringen ihre spezifischen Fähigkeiten
situationsabhängig
und flexibel ein und übernehmen bzw. übergeben
dementsprechend
die Führung ("situational leadership") .
Die Rollen von Regel- und Sonderpädagogin sind nicht mehr
streng abgegrenzt, sondern überschneiden sich in der Arbeit
auf das gemeinsame Ziel hin.
Die "collaboration" wird in vielen aktuellen
Veröffentlichungen
in den USA als die erwünschte und effektivste Form der
sonderpädagogischen
Förderung in der Regelschule bezeichnet. Eine so umfassende
Kooperation ist allerdings auch am schwierigsten zu realisieren,
denn sie erfordert das größte Maß an
Vertrauen
und Respekt der zusammenarbeitenden Personen. Wie NELSON u.
KINNUCAN-WELSCH
aufgrund einer qualitativen Befragung von integrativ arbeitenden
Teams herausarbeiten, sind für den Aufbau einer kooperativen
Beziehung unter anderem folgende Faktoren von zentraler Bedeutung
(Nelson u. Kinnucan-Welsch 1992, S. 45f.):
- Flexibilität
- Fähigkeit zur Selbstreflexion
- gegenseitige Wertschätzung der Fachkompetenzen
- Übereinstimmung in den Werten und Zielen
- komplementäre Unterrichtsstile
- eine bereits bestehende soziale oder berufliche Beziehung
("Geschichte")
durch gemeinsame Interessen, gemeinsam besuchte Fortbildungen
etc.
Von diesen Autorinnen wird besonders die Bedeutung eines gemeinsamen
philosophischen Rahmens für eine gelingende Zusammenarbeit
betont, der das Entwicklungsverständnis und
grundsätzliche
Erziehungsziele beinhaltet. Dazu gehört außerdem die
gegenseitige Akzeptanz als Fachleute in unterschiedlichen Bereichen
und die Bereitschaft, Aspekte der eigenen Rolle zu übertragen
(das "Territorium" zu teilen). Unter diesen Voraussetzungen
fiel den Befragten das Austragen von Konflikten leichter,
während
große Differenzen in diesem Bereich zu Konkurrenzproblemen
führten. Für die Autorinnen überraschend
häufig
wurde außerdem der Aspekt einer vorausgehenden gemeinsamen
"Geschichte", gemeinsamer Erfahrungen auch im privaten
Bereich genannt, der die Beziehungsebene anspricht. Diese Tatsache
erklärt sich vor dem Hintergrund des oben angeführten
Kontinuums von "reciprocity and trust" : Es kann
davon ausgegangen werden, daß das Ausmaß von
Vertrauen
und gegenseitiger Wertschätzung bei den befragten Teams mit
der Zeit gewachsen ist und die Zusammenarbeit sich in Richtung
"collaboration" weiterentwickelt hat. Die interviewten
Teams berichteten, daß sie anfangs sehr viel mehr gemeinsame
Zeit benötigten als später (vgl. Nelson u.
Kinnucan-Welsch
1992, S. 47).
3.2
Schwierigkeiten und
Möglichkeiten der Kooperation
in der Schule
Während
über die Forderung nach einer weitestmöglichen
integrativen Unterrichtung und Förderung von Kindern mit
besonderen Förderbedürfnissen in Kooperation von
Regel-
und Sonderpädagoginnen im politischen Raum (und bei vielen
Wissenschaftlerinnen) inzwischen weitgehend Konsens besteht (vgl.
SALAMANCA Statement 1994; KMK-Empfehlungen 1994; EG-Richtlinien
1990 sowie die neueren Fassungen deutscher Schulgesetze), bestehen
bei denjenigen, die diese Aufgabe leisten sollen, zum Teil umfangreiche
Vorbehalte und Ängste. Einer amerikanischen Untersuchung
von SEMMEL et al. zufolge identifizierten die 381 schriftlich
befragten Lehrerinnen in Illinois und Kalifornien sich zu weniger
als einem Drittel mit der Auffassung, daß
Schülerinnen
mit leichten Behinderungen am besten mit sonderpädagogischer
Unterstützung in der Regelklasse gefördert werden
könnten
(vgl. Semmel et al. 1991, S. 20f.). Die Autorinnen führen
diese unerwartet niedrige Übereinstimmung mit dem Ziel einer
weitgehend integrativen und kooperativ durchgeführten
Förderung
zum einen darauf zurück, daß Lehrerinnen sich mit
ihren
neuen Aufgaben überfordert und ungenügend darauf
vorbereitet
fühlen. Zum anderen vermuten sie, daß Rollen- und
Aufgabenveränderungen
grundsätzlich Widerstände erzeugen, weil sie mit der
Befürchtung von Mehrarbeit und Überforderung
einhergehen.
Die Einstellungen von Lehrerinnen und Sonderpädagoginnen
zur integrativen Förderung werden von vielen amerikanischen
Autorinnen als größtes Hinternis bei der
Verwirklichung
einer integrativen und kooperativen Förderung von Kindern
mit besonderem Förderbedarf gesehen (vgl. Fuchs u. Fuchs
1994; Kauffman 1993 u.a.). SEMMEL et al. schließen aus ihren
Untersuchungsergebnissen, daß eine gemeinsame sonder- und
allgemeinpädagogische Verantwortungsübernahme
für
Schülerinnen mit Förderbedarf wesentlich von
Veränderungen
in der Einstellung und in den Fähigkeiten von
Pädagoginnen
abhängt (vgl. Semmel et al. 1991, S. 21).
3.3 Ebenen zur Betrachtung kooperativer Beziehungen
Die berichteten Voraussetzungen für das Gelingen kooperativer
Prozesse und die Schwierigkeiten, die dabei entstehen können,
liegen auf unterschiedlichen Ebenen, die wir - auch wenn sie eng
miteinander verknüpft sind und sich gegenseitig
ständig
beeinflussen - zur Analyse getrennt voneinander betrachten wollen.
Um die Prozesse reflektieren und dabei entstehende Schwierigkeiten
identifizieren zu können, unterscheiden wir als Strukturebenen
pädagogischer Zusammenarbeit die organisatorische Ebene,
die Sachebene, die Beziehungsebene und die
Persönlichkeitsebene
(5). Unsere im vierten Kapitel vorzustellenden Reflexionsinstrumente
beziehen sich auf die Kategorien, die den einzelnen Ebenen zuzuordnen
sind.
Organisatorische Ebene
Auf der organisatorischen Ebene sind die strukturellen Bedingungen
zu betrachten, unter denen die Kooperation stattfindet (vgl. Abbildung
1). Neben den von NELSON u. KINNUCAN-WELSCH herausgearbeiteten
Faktoren der administrativen Unterstützung, gemeinsamen
Planungszeiten
und Klassenfrequenzbegrenzung nannten die von LüTJE-KLOSE
befragten Sprachbehindertenpädagoginnen räumliche und
materielle Bedingungen sowie die Unterstützungssysteme Aus-
und Fortbildung, Supervision und Schulentwicklung. Darüber
hinaus wurde das Vorhandensein eines gesetzlichen und institutionell
abgesicherten Auftrags zur integrativen und kooperativen Unterrichtung
und Förderung als makrosystemisch bedeutsamer Faktor genannt,
mit dem entsprechende Unterstützungssysteme verbunden sind
(vgl. ebd., S. 188ff.).
Diese Faktoren bilden zusammen mit dem organisatorischen Modell,
in dem Regel- und Sonderpädagogin zusammenarbeiten, den Rahmen
der Zusammenarbeit. Es bestehen schon zeitlich große
Unterschiede
zwischen den Möglichkeiten der Kooperation in einer
Integrationsklasse,
einer Kooperationsklasse, dem Modell sonderpädagogischer
Grundversorgung oder ambulanter Förderung. Diese Unterschiede
werden von uns in diesem Zusammenhang nur insofern
berücksichtigt,
als sie die Kooperationsbeziehung direkt betreffen (6). Es geht
uns hier also um ihre subjektive Einschätzung durch die
Kooperationspartnerinnen,
die ihre spezifischen Rahmenbedingungen im gegebenen
Arbeitszusammenhang
als angemessen, ausreichend oder mangelhaft sehen können.
Mit Hilfe des "Fragebogens zur Organisationsentwicklung"
(vgl. Kap. 4.1) haben zusammenarbeitende Pädagoginnen die
Möglichkeit, sich über ihre Einschätzungen
auszutauschen,
Problembereiche zu identifizieren und einen Aktionsplan zur
Veränderung
der Aspekte zu entwickeln, auf die sie direkt Einfluß nehmen
können.
Sachebene
Auf der Sachebene ist nach den fachlichen Kompetenzen und
Verantwortungsbereichen
von Regel- und Sonderpädagoginnen zu fragen, die mit der
Bewältigung der Rollen- und Aufgabenveränderungen in
der integrativen Arbeit verbunden sind. Die Heterogenität
der Schülerinnen ebenso wie die der Lehrerinnen im
integrativen
Unterricht (Wocken et al. 1988) macht eine umfangreiche Differenzierung
des Unterrichts notwendig und erfordert vielfältige
Kompetenzen,
die im besten Fall von einer Fachfrau zur anderen übertragen
werden sollen (Kompetenztransfer). Dadurch, daß im
Unterschied
zum normalen Unterricht zwei Lehrkräfte mit unterschiedlichen
Qualifikationen in der Klasse arbeiten, ergibt sich die Frage
nach der Verteilung der Aufgaben. KRETSCHMANN spricht in diesem
Zusammenhang die Problematik an, ob Sonderpädagoginnen in
Integrationsklassen eher "Generalisten" sein und damit
im Grunde dieselben Aufgaben übernehmen sollten wie die
Regelpädagoginnen,
oder ob sie "Spezialisten" sein sollten, die sich
ausschließlich
um die Kinder mit besonderem Förderbedarf kümmern
(Kretschmann
1993, S. 68f.). Er sieht bei beiden Extrempositionen Probleme:
Sonderpädagoginnen als Generalistinnen könnten die
besondere
Förderung vernachlässigen;
Sonderpädagoginnen als
Spezialistinnen könnten dagegen den Zusammenhang zur Gruppe
und zum Unterricht verlieren und damit die Integration der
Schülerinnen
behindern, anstatt sie zu unterstützen. KRETSCHMANN
schlägt
vor, bei der Aufteilung der Verantwortungsbereiche zwischen der
Planung und der Durchführung des Unterrichts zu unterscheiden.
Während sich die Aufgaben von Regel- und
Sonderpädagogin
bei der Durchführung von Unterricht und Förderung
seiner
Auffassung nach überschneiden können und sollen,
sollten
bei der Planung klare berufsgruppenspezifische Unterschiede gemacht
und die je spezifischen Kompetenzen genutzt werden: "Ohne
eine eindeutige Festschreibung der Verantwortlichkeiten auf der
Planungsebene befürchte ich eher eine Verflachung der
Kompetenzprofile
als einen Kompetenztransfer" (Kretschmann 1993, S. 70).
Seiner Auffassung nach ist die Sonderpädagogin in der Planung
schwerpunktmäßig für die Feststellung des
Lernentwicklungsstandes
und des besonderen Unterstützungsbedarfs von Kindern mit
Förderbedarf und für das Erstellen eines
Förderplans
sowie für die Organisation und Planung der zur Umsetzung
notwendigen Maßnahmen zuständig. Die
Regelpädagogin
hat die grundsätzliche Unterrichtsverantwortung
einschließlich
Stoffverteilung und methodischen Umsetzung für die
Gesamtgruppe.
Bei regelmäßigen Planungstreffen sollten die
jeweiligen
Entwürfe besprochen und die Umsetzung ausgehandelt werden,
so daß auch ein Kompetenztransfer möglich wird (vgl.
Kretschmann 1993, S. 69). Allerdings sind die Aufgabenverteilungen
von den Teams in Abhängigkeit von den jeweiligen
Rahmenbedingungen
und individuellen Vorstellungen auch anders möglich; wichtig
für einen gelingenden Kooperationsprozeß ist es
unseres
Erachtens, daß die Kooperationspartnerinnen sie zum Thema
machen und sich darüber einigen. Dazu bieten wir einen
"Erhebungsbogen
der Planungs- und Durchführungsaufgaben" (vgl. Kap.
4.2) an, der die von KRETSCHMANN genannten Kategorien aufgreift.
In die Durchführung des Unterrichts und der Förderung
können die je spezifischen Fähigkeiten der Regel- und
Sonderpädagogin in unterschiedlicher Form eingebracht werden.
Das in Deutschland mit integrativem Unterricht assoziierte Teamteaching
stellt dabei nur eine unter anderen Formen dar, und zwar die Form,
die das größte Maß an entwickelter
Kooperation
erfordert. FRIEND identifiziert aufgrund ihrer Beobachtung integrativ
durchgeführten Unterrichts in den USA insgesamt sieben
Kooperationsformen,
die unseren Beobachtungen zufolge auch in Deutschland verwendet
werden (nach Friend 1992, zit. in Elksnin et al. 1994):
1. Lehrerin und Beobachterin ("one teach, one observe"):
Eine der Pädagoginnen übernimmt die primäre
Unterrichtsverantwortung,
während die andere Person beobachtet.
2. Lehrerin und Helferin ("one teach, one 'drift'"):
Eine der beiden Lehrpersonen übernimmt die primäre
Unterrichtsverantwortung,
die andere unterstützt Schülerinnen bei ihrer Arbeit,
bei der Regulation ihres Verhaltens, bei der Verwirklichung ihrer
kommunikativen Absichten usw.
3. Stationsunterricht ("station teaching"): Der Unterrichtsinhalt
wird in zwei Bereiche aufgeteilt. Es werden Gruppen gebildet,
die von einer Person zur nächsten wechseln, so daß
alle Schülerinnen nacheinander von beiden Lehrpersonen
unterrichtet
werden.
4. Parallelunterricht ("parallel teaching"): Jede Lehrerin
unterrichtet eine Klassenhälfte, beide beziehen sich auf
dieselben Inhalte.
5. Niveaudifferenzierter Unterricht ("remedial teaching"):
Eine Lehrerin unterrichtet die Gruppe von Schülerinnen, die
den Unterrichtsstoff bewältigen können, die andere
arbeitet
mit denjenigen, die auf einem anderen Niveau operieren.
6. Zusatzunterricht ("supplemental teaching"): Eine
Lehrperson führt die Unterrichtsstunde durch; die andere
bietet zusätzliches Material und differenzierte Hilfen
für
diejenigen Schülerinnen an, die den Stoff so nicht
bewältigen
können.
7. Gemeinsamer Unterricht ("team teaching"): Regelschulleherin
und Sonderpädagogin führen den Unterricht mit allen
Schülerinnen gemeinsam durch. Das kann heißen,
daß
sie gemeinsam oder abwechselnd die Führung
übernehmen.
Diese sieben Kooperationsformen wurden in einer schriftlichen
Befragung von ELKSNIN et al. zugrundegelegt, in der amerikanische
Sprachpathologinnen ihre Effektivität und Einsetzbarkeit
einschätzen sollten. Befragt wurden zum einen solche
Sprachpathologinnen,
die bereits kooperativ arbeiten, und zum anderen solche, die planen,
in der nächsten Zeit damit zu beginnen. Dabei kamen sie zu
interessanten Ergebnissen, die die enge Verflochtenheit der Sachebene
mit der Beziehungs- und der Persönlichkeitsebene deutlich
machen:
Während die Sprachpathologinnen mit Kooperationserfahrungen
die Formen des Teamteaching (61%), des 'one teach-one drift' (53,3%)
und des Stationsunterrichts (38,9%) am geeignetsten fanden, waren
sich in bezug auf das Teamteaching 38,5% der Befragten ohne
Kooperationserfahrung
unsicher, und 30,8% lehnten es ab. Von dieser Gruppe wurden solche
Kooperationsformen bevorzugt, bei denen die Lehrpersonen gleichzeitig
mit unterschiedlichen Gruppen von Kindern arbeiten, wie beim
Stationsunterricht
(92,3%), Zusatzunterricht (84,6%) und niveaudifferenzierten Unterricht
(77,0%). Die Autorinnen deuten diese Unterschiede als Ausdruck
dessen, daß es unrealistisch sei, von
Kooperationsanfängerinnen
Teamteaching und damit eine sehr intensive Form der Zusammenarbeit
zu erwarten, und daß die Bereitschaft dazu im Laufe der
Zusammenarbeit zunimmt (vgl. Elksnin u. Capilouto 1994, S. 260).
Darüber hinaus ist festzustellen, daß bei den von
kooperationsunerfahrenen
Sprachpathologinnen bevorzugten Formen das Maß an sozialer
Kontrolle weitaus geringer ist, weil jede Partnerin für sich
mit einer Gruppe von Kindern arbeitet. Dies spricht für die
These, daß die Art der Beziehung einerseits und ein positives
berufliches Selbstkonzept andererseits, sich auf die Aufgabenverteilung
auf der Sachebene auswirken. Die auf der Persönlichkeitsebene
noch zu thematisierende Angst vor Kontrolle und vor der
Enthüllung
der eigenen Rolle dürfte dabei von besonderer Bedeutung sein.
Die Ergebnisse machen deutlich, daß auch die Einigung
über
die Kooperationsformen bei der Durchführung des Unterrichts
eines bewußten Prozesses bedarf, damit nicht unterschiedliche
Erwartungen sich unausgesprochen gegenüberstehen und die
Beziehung belasten. Wir bieten zur Reflexion dieses Aspekts einen
"Erhebungsbogen der Kooperationsformen" an (vgl. Kap.
4.3).
Beziehungsebene
Kooperation ist ein "Beziehungsgeschäft" (vgl.
Kap. 3.1), und auf der Beziehungsebene kristallisieren sich, wie
anfangs in den Beispielen deutlich wurde, Kooperationsprobleme
häufig als erstes heraus. Lehrerinnen müssen in der
kooperativen Arbeit, wie WOCKEN formuliert, ihre Autonomie im
Unterricht ebenso wie die Befriedigung über Erfolge teilen
und sich über Ziele und Wege der gemeinsamen
pädagogischen
Bemühungen einigen. Diese Einigungsprozesse zwischen Personen
mit unterschiedlichen Ausbildungsvoraussetzungen, unterschiedlichem
beruflichen Status und unterschiedlicher Arbeitszeit, vermutlich
unterschiedlichen und unterschiedlich langen Berufserfahrungen
können konflikthaft sein, deshalb ist die Bereitschaft zum
Austragen von Konflikten ebenso erforderlich wie die
grundsätzliche
Wertschätzung und Akzeptanz der anderen Person. Als weitere
Faktoren auf der Beziehungsebene identifizierten HAEBERLIN et
al. Solidarität, Vertrauen,
Anpassungs-/Veränderungsbereitschaft
und ein ausgebildetes Selbstkonzept, ein Bewußtsein
für
die eigenen Beitragsmöglichkeiten in der Kooperation.
Als Voraussetzung für einen Kompetenztransfer ist es
außerdem
notwendig, die andere Person am eigenen Wissen und den eigenen
Fähigkeiten teilhaben zu lassen und den Einsatz der besonderen
Qualifikationen der anderen Person zu unterstützen, statt
ihn aus Konkurrenzängsten zu verhindern ( "to
capitalize
from the skills" , Marvin 1990). Dieses
prozeßhafte
Geschehen betrifft sowohl die soziale als auch die Arbeitsbeziehung
der Partnerinnen. So geht MARVIN davon aus, daß der Aufbau
einer sozialen Beziehung dem Funktionieren der Arbeitsbeziehung
vorausgehen muß (vgl. Kap. 3.2). Folgt man dieser Autorin
in der Auffassung, daß eine angemessene Arbeitsbeziehung
nicht nur vom guten Willen der Beteiligten abhängt, sondern
erst allmählich durch den Aufbau von gegenseitigem Respekt
und Vertrauen entsteht, so kann man davon ausgehen, daß
von der "co-activity" bis zur "collaboration"
bestimmte Zwischenstadien durchlaufen werden. Auch die der
"collaboration"
vorausgehenden Stufen sind demnach legitime Möglichkeiten
der Zusammenarbeit und können, in Abhängigkeit von
den
strukturellen Bedingungen und Wünschen der beteiligten
Pädagoginnen,
angemessene Fördermöglichkeiten bieten. Sie
können
als Schritte auf einem gemeinsamen Weg verstanden werden. Um die
Zusammenarbeit zu einem für beide Personen befriedigenden
Stand weiterzuentwickeln, soll der Prozeß der Teamentwicklung
professionell unterstützt werden.
Wir greifen dazu MARVINs Vorschlag auf, anhand eines Modells von
Niveaustufen den gegenwärtigen Stand der Beziehung zu
analysieren
und davon ausgehend die nächsten Schritte zu planen (vgl.
Marvin 1990, S. 40) (7). Sechs verschiedene Niveaustufen von "keiner"
Beziehung über eine "soziale", "begrenzte",
"angemessene" und "informierte" bis hin zu
einer "gegenseitigen" Arbeitsbeziehung werden dabei
angenommen. Für jede Niveaustufe werden die Einstellungen
und die Verhaltensweisen der Lehrerinnen sowie die nächsten
notwendigen Schritte formuliert. Mit Hilfe dieses Instruments
kann jede der beiden Partnerinnen oder können im
günstigsten
Fall beide gemeinsam den Stand ihrer Beziehung einschätzen
und weiterentwickeln (vgl. Kap. 4.4). Die Aufnahme sozialer Beziehungen
und der Aufbau einer gemeinsamen "Geschichte" bildet
in diesem Modell die Grundlage für die schrittweise
Entwicklung
einer wechselseitigen Arbeitsbeziehung. Einen großen Vorteil
des Modells sehen wir darin, daß es eine Zielperspektive
aufzeigt und die verschiedenen, von einzelnen Pädagoginnen
oder Teams unter Umständen als unbefriedigend erlebten
Zwischenstufen
als Schritte auf einem gemeinsamen Weg einordnet, der weitergegangen
werden kann. Als Reflexionsgrundlage der Arbeitsbeziehung von
Sprach- und Regelpädagoginnen, die ihre Kooperation im
Interesse
der zu fördernden Kinder weiterentwickeln wollen, legt es
offen, daß Zusammenarbeit in unterschiedlichem Umfang
erfolgen
kann, und ermöglicht die gemeinsame oder individuelle
Reflexion
des derzeitigen Standes. Die eigenen Zielvorstellungen und die
der Partnerin können daran festgemacht, Gemeinsamkeiten und
Unterschiede zwischen den Positionen können deutlich werden
und die Grundlage für einen bewußten
Einigungsprozeß
legen. Allerdings sollte dieses Instrument unseres Erachtens nicht
ohne Berücksichtigung der Sachebene betrachtet werden.
Problematisch
kann die Prämisse sein, derzufolge grundsätzlich ein
freundschaftlicher Kontakt den Ausgangspunkt einer funktionierenden
Arbeitsbeziehung bieten muß. Im Sinne professionellen
pädagogischen
Handelns halten wir eine Betonung sachlicher Notwendigkeiten zur
gemeinsamen Bemühung um die Unterstützung eines
Kindes
für vorrangig. Die in der systemischen Pädagogik
vertretene
Wertschätzung der anderen Person bei gleichzeitigem
Bemühen
um Unvoreingenommenheit erscheint uns vor allem für die
frühen
Stadien im Aufbau kooperativer Beziehungen bedeutsam. Wo die
Voraussetzung
gegenseitiger Sympathie nicht gegeben ist und die strukturellen
Bedingungen trotzdem eine Zusammenarbeit der Pädagoginnen
erfordern, ist möglicherweise (zunächst?) ein
niedrigeres
Niveau der Zusammenarbeit zu akzeptieren.
Eine wichtige Grundlage für die Herstellung von
Verläßlichkeit
und Transparenz in der Beziehung ist dabei das Schließen
eines Kontrakts, in dem die Grundlagen der Kooperation auf den
einzelnen Ebenen besprochen und geklärt werden:
"... ein ganz wichtiger Punkt, der häufig
vergessen
wird, das ist der Kontrakt. Daß überhaupt kein
Kontrakt
geschlossen wird über diese Teamarbeit. Es wird nicht
besprochen,
was ist administrativ festgelegt, was wollen wir aufnehmen ..." (Tepp
in Lütje-Klose 1997, S. 119). "...
ich
glaube deswegen, daß solche Kontrakte ... notwendig sind,
um auch das Gefühl der Verläßlichkeit geben
zu
können. Daß man sich sicher fühlt, ja,
dieser
Prozeß wird von allen getragen und beobachtet, ich selbst
kann mich einbringen und habe eine verbindliche Form. Ich
weiß,
der andere muß auch das und das leisten. Und ich bin kein
Bittsteller mehr, sondern es gibt eine Grundlage für eine
geregelte Zusammenarbeit" (Kleinert-Molitor in
Lütje-Klose
1997, S. 119).
Wir machen deshalb in einem weiteren Instrument "Vorschläge
zur Kontraktgestaltung" (vgl. Kap. 4.8).
Wenn - wie in unserem ersten Fallbeispiel - ein Kooperationskonflikt
entsteht, so kann eine bewußte Auseinandersetzung mit der
Konfliktdefinition der Beteiligten, ihren jeweiligen
Erklärungen
und bisherigen Lösungsversuchen unter Umständen
hilfreich
sein. Unser "Fragebogen zur Reflexion eines Kooperationskonflikts"
(vgl. Kap. 4.5) zielt darauf ab, die Veränderbarkeit der
Situation einzuschätzen und gemeinsam Handlungsschritte zur
Problemlösung zu entwickeln. Zur vertieften Auseinandersetzung
mit der gestörten Kommunikation kann außerdem der
"Fragebogen
zur Analyse des Kommunikationsprozesses im Team" (vgl.
Kap. 4.6)
herangezogen werden.
Persönlichkeitsebene
Nicht nur fachliche Kompetenzen und ein reflektierter Umgang mit
der Kooperationsbeziehung sind notwendig, um kooperativ arbeiten
zu können, sondern auch bestimmte persönliche
Orientierungen
und Einstellungen. Durch ihre Ausbildung und ihre bisherigen
Erfahrungen
sind viele Lehrerinnen als "Einzelkämpferinnen"
in ihrer Persönlichkeit geprägt. Die Perspektive, die
eigenen Klassentüren zu öffnen und mit einer
Sonderpädagogin
zusammenzuarbeiten, kann deshalb Ängste wecken, wie aus dem
folgenden Zitat deutlich wird: "Ein ganz großes
Problem liegt immer noch bei den Ängsten der Lehrer
voreinander.
... die Ängste der Lehrer vor der Kontrolle des anderen,
die vielleicht gar nicht als Kontrolle gemeint ist. Daß
sie nun zusammenarbeiten müssen und sich wechselseitig
Einblick
geben müssen in ihre Arbeit, ich glaube, daß da eine
ganz große Angst besteht und auch dadurch ein Widerstand
begründet ist gegen diese ganze Entwicklung" (Kleinert-Molitor
in Lütje-Klose 1997, S. 391).
Auch WOCKEN et al. und HAEBERLIN et al. berichten von den zu
bewältigenden
Problemen hinsichtlich der Teilung der Autonomie und
Enthüllung
der Rolle und Person. KREIE kennzeichnet Kooperationsprobleme
als notwendige Folge der Tatsache, daß bisher allein
arbeitende
Lehrerinnen ihren Unterricht durch die Anwesenheit einer zweiten
erwachsenen Person "veröffentlichen" (vgl.
Kreie 1994, S. 286).
Die Ängste vor Neuheit und Überforderung, vor
Mehrarbeit
und Autonomieverlust, die mit Systemveränderungen
häufig
einhergehen, müssen berücksichtigt werden, damit sich
eine positive Einstellung zur integrativen und kooperativen Arbeit
entwickeln kann. Eine Überwindung dieser
Ängste und
darauf aufbauend eine positive Einstellung zur Kooperation entwickelt
sich, wie NELSON u. KINNUCAN-WELSCH (1992, S. 46) herausarbeiten,
in vielen Fällen erst durch die positive Erfahrung der
gegenseitigen
Entlastung im Prozeß der intensiven Zusammenarbeit
selbst . Die Entscheidung darüber, mit der
Kooperation zu
beginnen,
beruht diesen Autorinnen zufolge vor allem auf der Voraussetzung,
daß die Vorzüge der Veränderung in der
Wahrnehmung
der betreffenden Person gegenüber ihrem Aufwand
überwiegen.
Dabei können positive Beispiele und Gelegenheiten zur
bewußten
Reflexion der kooperativen Prozesse eine wichtige Rolle spielen.
So wurde in der Untersuchung von LüTJE-KLOSE von
kooperationserfahrenen
Pädagoginnen die Überzeugung ausgedrückt,
daß
die Kooperation nicht nur einen höheren
Qualitätsstandard
des Unterrichts und der Förderung, sondern auch eine
gegenseitige
Entlastung und höhere Berufszufriedenheit für die
Pädagoginnen
bringt: "Da hat sich schon vieles durch die Zusammenarbeit
und durch die Aufgabe der Integration entwickelt ... Wir haben
damit wirklich nur positive Erfahrungen gemacht, daß zwei
verschiedene Berufsgruppen in der Klasse vertreten sind. Es kommen
unterschiedliche Qualifikationen zusammen. Und es bringt eine
andere Sichtweise in die Schule, nicht nur die Lehrerposition,
Leistungsorientierung usw. ... während so ein völlig
anderer Standpunkt mit einfließt und dazu beiträgt,
daß man Situationen noch einmal anders betrachtet und deutet"
(Rodust u. Höntsch in Lütje-Klose
1997, S.
392).
Um in den Genuß dieser Erfahrung kommen zu können,
ist zunächst die Offenheit erforderlich, sich auf die
kooperative
Arbeit einzulassen. Als weitere Aspekte wurden in der Untersuchung
von LüTJE-KLOSE unter anderem Flexibilität und die
Fähigkeit
zur Selbstreflexion, Gelassenheit und Empathie sowie die Bereitschaft
zum Aushandeln der Verantwortlichkeiten und Aufgaben in der
kooperativen
Arbeit genannt.
Welche persönlichen Aspekte darüber hinaus den
einzelnen
Teams bedeutsam für das Gelingen des kooperativen Prozesses
sind, kann durchaus unterschiedlich sein. Das Kooperationsprofil
(vgl. Kap. 4.7) greift die angesprochenen Untersuchungsergebnisse
auf. Es bietet einzelnen Pädagoginnen die
Möglichkeit,
die für sie wichtigen persönlichen Aspekte zu
kennzeichnen,
ihre Ausprägung anhand einer Skala einzuschätzen und
bei Bedarf mit ihrer Kooperationspartnerin zu diskutieren.
4.
Reflexionsinstrumente
für kooperativ arbeitende Teams
Nach
den theoretischen
Ausführungen zur Kooperation sollen
im folgenden die genannten Verfahren vorgestellt werden, die dazu
dienen, den eigenen Kooperationsprozeß näher zu
beleuchten.
Jedes Instrument beinhaltet eine andere Sichtweise und lenkt den
Fokus der Aufmerksamkeit auf andere Aspekte der Kooperation. Es
handelt sich um folgende Instrumente:
|
Reflexionsinstrumente für kooperativ
arbeitende
Teams |
4.1
Fragebogen
zur Organisationsentwicklung
4.2 Erhebungsbogen der Planungs- und Durchführungsaufgaben
4.3 Erhebungsbogen der Kooperationsformen
4.4 Schema zur Einschätzung des Niveaus der Kooperation
4.5 Fragebogen zur Reflexion eines Kooperationskonfliktes
4.6 Fragebogen zum Kommunikationsprozeß im Team
4.7 Kooperationsprofil
4.8 Vorschläge zur Kontraktgestaltung |
organisatorische
Ebene
Sachebene
Sachebene
Beziehungsebene
Beziehungsebene
Beziehungsebene
Persönlichkeitsebene
alle Ebenen |
Diese Instrumente wollen eine Hilfestellung im Prozeß
der Auseinandersetzung zwischen kooperativ arbeitenden Regel-
und Sonderpädagoginnen anbieten. Sie stellen einen
möglichen
Rahmen für die "Gesprächsarbeit" dar, die
für professionelles pädagogisches Handeln
erforderlich
ist: "Ich denke wirklich, daß es darum geht, die
pädagogische Profession miteinander zu erläutern. Und
daß dies auch thematisch gefaßt wird in einem
kultivierten
Gesprächsrahmen. Daß eben Gesprächsarbeit
dazugehört,
daß das mit zur Profession gehört" (Tepp
in
Lütje-Klose 1997, S. 403).
Entsprechend der systemischen Sichtweise sollen die Verfahren
den Horizont an möglichen Erklärungen erweitern und
dadurch zur Erarbeitung von Problemlösungsstrategien
beitragen.
Sie bieten unterschiedliche Zugänge zum Thema und damit eine
Vielfalt an, aus der jedes Team seinen persönlich angemessenen
Themenschwerpunkt auswählen kann. Jeder Teil kann für
sich oder im Verbund des gesamten Materials angewendet werden.
4.1
Fragebogen zur
Organisationsentwicklung
Dieser
Fragebogen hat das
Ziel, einige organisatorische Rahmenbedingungen
einer Schule, in der Integration und Kooperation durchgeführt
wird oder werden soll, abzuklären. Die Fragen sind als eine
kleine Auswahl von möglichen Fragen zu verstehen. Es sollen
Denkanstöße sein, die organisatorischen Aspekte und
ihre Einflußkräfte zu erkennen und wenn
möglich
zu verändern.
1. Personalstruktur
Wie sieht die personelle Ausstattung der Schule aus? (Ganz- und
Halbtagskräfte)
Welche Altersstruktur hat das Kollegium?
Wie lange arbeiten die Lehrerinnen an der Schule?
Wie hoch ist die Zufriedenheit der Lehrerinnen?
Welche Kooperationsformen liegen vor?
Gibt es zusätzliche pädagogische Mitarbeiterinnen?
Wie sind die Arbeitszeiten strukturiert? (z.B. Zeit für
Planungsgespräche?)
Wie sieht es mit Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten aus?
Wie werden Fortbildungen organisiert? Schulintern oder extern?
Vorbereitend oder begleitend?
Wird Supervision angeboten?
2. Infrastruktur
Wie hoch sind die Klassenfrequenzen?
Wieviel Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf
sind zu betreuen?
Wie hoch ist der Betreuungsaufwand?
Wie sehen die räumlichen Bedingungen aus?
Wie groß sind die Klassenräume?
Stehen zum Beispiel zusätzliche Räume zur
Verfügung?
Wie sieht die materielle Ausstattung aus?
Gibt es zusätzliches Fördermaterial?
Muß das Material selbst erstellt werden oder gibt es
hierfür
finanzielle Ressourcen?
3. Schulkultur
Welche Philosophie hat die Schule?
Welche Werte werden in der Schule formell/informell vertreten?
Welche Zusammenarbeits-Lehrsätze hat die Schule?
Welche Tabus gibt es?
Welche Traditionen, Rituale und Gebräuche werden gepflegt?
Wie werden Entscheidungen getroffen oder Richtlinien geändert?
Wie wird die Schule von außen gesehen? Andere Schulen,
Eltern,
Öffentlichkeit usw.
Hat die Schule Freizeiteinrichtungen? Wenn ja, welche?
Welches architektonische Innen- und Außenerscheinungsbild
und welche Bedingungen hat die Schule? (Behindertengerecht?)
4. Beziehung der Schule zur Außenwelt?
Wie sieht die Beziehung zu den Eltern aus?
Wie sieht die Zusammenarbeit mit anderen Schulen aus?
Mit welchen anderen Institutionen arbeitet die Schule zusammen?
Welches Image hat die Schule?
Welche Rolle spielt die Schule in der Öffentlichkeit?
Welche schulischen oder außerschulischen
Unterstützungssysteme
sind vorhanden? Eltern, Kollegium, Hochschule usw.
5. Zusammenkünfte, Gremien, Konferenzen
Welche formellen und informellen Zusammenkünfte gibt es?
Welche Funktionen, Entscheidungsbefugnisse, Bedeutung und
Einfluß
haben die einzelnen Zusammenkünfte?
Wie häufig finden sie statt?
Wie verlaufen die typischen Kommunikations- und Argumentationsmuster
in diesen Zusammenkünften? Gibt es Meinungsmacher?
6. Kollegium
Welche und wie viele Hierarchiestufen gibt es im Kollegium?
Welche und wie viele Subgruppen gibt es?
Welche Gruppe hat formell/informell in welchen Bereichen am meisten
zu sagen?
Welche Lehrerinnengruppen und welche Einzelpersonen haben
regelmäßig
Kontakt außerhalb der Dienstzeiten und
-räumlichkeiten?
Welche Mythen und Gerüchte kursieren über das
Kollegium?
7. Auswirkungen der organisatorischen Rahmenbedingungen
auf
die Kooperationsbeziehung
Welche Einflußkräfte und Bedingungen der Schule
wirken
sich auf die Kooperation
hemmend oder fördernd aus? (Auflistung)
1. ......................... 1. .........................
2. ......................... 2. .........................
3. ......................... 3. .........................
Was ist der am meisten hemmende Faktor? Was ist der am meisten
fördernde Faktor?
Wie könnte man die hemmenden Faktoren Wie könnte man
die fördernden Faktoren
beseitigen oder abschwächen? verstärken und
unterstützen?
(Vorschläge sammeln)
Aktionsplan erstellen (Maßnahmen
konkretisieren)
Wer macht was wann und mit wem ..., um die notwendigen
Veränderungen
für das Gelingen der kooperativen Beziehungen zu bewirken?
4.2
Erhebungsbogen der
Planungs- und Durchführungsaufgaben
Der
Erhebungsbogen listet
Aufgaben aus den Bereichen Unterricht,
Materialbeschaffung, Diagnostik und Beratung auf, deren Verteilung
unter folgenden Fragestellungen reflektiert werden kann: Wie sind
unsere Aufgaben in der Planung und Durchführung von Unterricht
und Förderung derzeit verteilt? Wie sollten sie idealerweise
verteilt sein?
a) Welche Aufgaben übernehme ich? Bringe ich meine
spezifischen
Kompetenzen ein?
b) Welche Aufgaben übernimmt meine Partnerin? Bringt sie
ihre spezifischen Kompetenzen ein?
| Aufgaben |
Regelschul-
lehrerin
Planung Durch-
führung |
Sonderpäd-
agogin
Planung Durch-
Führung |
gemeinsame
Aufgaben
Planung Durch-
führung |
Festlegung von
Unterrichtsgegenständen
Stoffverteilung
Unterrichtsmethoden
Niveaudifferenzierung
Gestaltung des Klassenraums
Festlegung von Lernorten |
|
|
|
Beschaffung von
allgemeinen Unterrichtsmaterialien
Beschaffung von Differenzierungsmaterialien
Beschaffung von Fördermaterial |
|
|
|
Erhebung
des
Lernentwicklungsstandes für alle Kinder
Erhebung des Lernentwicklungsstandes für Kinder mit
individuellem Förderbedarf
Feststellung des sonderpädagogischen Förderbedarfs
Erstellung von Förderplänen |
|
|
|
Beratungsgespräche
mit Eltern
Elternabende
kollegiale Beratung |
|
|
|
| Sonstige
Aufgaben: z.B. Außendarstellung |
|
|
|
4.3
Erhebungsbogen der
Kooperationsformen
Der
Erhebungsbogen beschreibt
mögliche Formen der Kooperation
im Unterricht (nach Elksnin u. Capilouto 1994). Sie können
unter folgenden Fragestellungen reflektiert und vom Team besprochen
werden:
In welchen Formen kooperieren wir derzeit bei der Durchführung
von Unterricht und Förderung vorrangig?
Welche Kooperationsformen sollten idealerweise eingesetzt werden?
1.
Lehrerin und
Beobachterin ("one teach, one observe"): Eine der Lehrerinnen
übernimmt die primäre Unterrichtsverantwortung, die
andere beobachtet.
2. Lehrerin und Helferin ("one teach, one 'drift'"): Eine der beiden
Lehrpersonen übernimmt die primäre
Unterrichtsverantwortung, die andere unterstützt
Schülerinnen bei ihrer Arbeit, bei der Regulation ihres
Verhaltens, bei der Verwirklichung ihrer kommunikativen Absichten usw.
3. Stationsunterricht ("station teaching"): Der Unterrichtsinhalt wird
in zwei Bereiche aufgeteilt. Es werden zwei Gruppen gebildet, die
zuerst von der einen, dann von der anderen Lehrerin unterrichtet
werden.
4. Parallelunterricht ("parallel teaching"): Jede Lehrerin unterrichtet
eine Klassenhälfte, beide beziehen sich auf dieselben Inhalte.
5. Niveaudifferenzierter Unterricht ("remedial teaching"): Eine
Lehrerin unterrichtet die Gruppe von Schülerinnen, die den
Unterrichtsstoff bewältigen können, die andere
arbeitet mit denjenigen, die auf einem anderen Niveau operieren.
6. Zusatzunterricht ("supplemental teaching"): Eine Lehrperson
führt die Unterrichtsstunde durch; die andere bietet
zusätzliches Material und differenzierte Hilfen für
diejenigen Schülerinnen an, die den Stoff so nicht
bewältigen können.
7. Gemeinsamer Unterricht ("team teaching"): Regelschullehrerin und
Sonderpädagogin führen den Unterricht mit allen
Schülerinnen gemeinsam durch. Das kann heißen,
daß sie gemeinsam oder abwechselnd die Führung
übernehmen. |
4.4
Schema zur
Einschätzung des Niveaus der Kooperationsbeziehung
Das
Schmea auf Seite 25
beschreibt (in Anlehnung an Marvin
1990, S. 42) verschiedene Niveaus der Kooperation in ihrer aktuellen
Erscheinungsform und zeigt Entwicklungsperspektiven auf. Es kann
von einer oder beiden Kooperationspartnerinnen genutzt werden,
um die eigene Kooperationsbeziehung einzuschätzen und die
Weiterentwicklung zu planen.
4.5
Fragebogen zur Reflexion
eines Kooperationskonfliktes
Der
Fragebogen (siehe Seite
26) dient der bewußten Auseinandersetzung
mit einem Kooperationskonflikt. Dabei sollen die ressourcen- und
lösungsorientierten Fragen zu einer zielstrebigen
Veränderung
der Situation beitragen.
| Schema
zur Einschätzung des Niveaus der
Kooperationsbeziehung |
|
Keine
Beziehung |
soziale
Beziehung |
begrenzte
Arbeitsbeziehung |
angemessene
Arbeitsbeziehung |
informierte
Arbeitsbeziehung |
wechselseitige
Arbeitsbeziehung |
aktuelle
Situation
kein vorheriger Kontakt
oder
teilnahmslose, indifferente, feindselige Haltung
|
freundschaftliche, informelle Beziehung |
passiver Widerstand von einer Lehrerin
oder
defensiv, erschöpft, unzugänglich |
Bereitschaft zur Zusammenarbeit und gegenseitigen Beratung bei beiden
Partnerinnen |
Offenheit für Zusammenarbeit und gegenseitige Beratung bei
beiden Partnerinnen |
involviert, gegenseitiges Vertrauen, Bereitschaft zur Ausweitung der
Kooperation |
derzeitiges
Verhalten
weder informelle noch arbeitsbezogene Kontakte |
keine Diskussion über Arbeitsthemen |
Wunsch nach Zusammenarbeit wird geäußert, aber nicht
konkretisiert |
aktive Kontaktaufnahme, effektive Beteiligung an
Teamgesprächen; noch keine angemessene Einschätzung
hinsichtlich notwendiger Unterstützung |
aktive Kontaktaufnahme, effektive Beteiligung an
Teamgesprächen; angemessene Einschätzung hinsichtlich
notwendiger Unterstützung |
beide Partnerinnen fordern Kontakt ein und setzen sich aktiv
für Zusammenarbeit ein |
Entwicklungsperspektiven
freundschaftliche Beziehungen aufbauen |
arbeitsbezogene Gespräche entwickeln |
Faktoren identifizieren, die die Zusammenarbeit behindern und/oder
Strategien zur Problemlösung entwicklen |
Partnerin im Erkennen von Problemen schulen, die Zusammenarbeit
erfordern |
gegenseitige Ermutigung zur Ausweitung der Kooperation |
Aufrechterhalten der Beziehung, Entwickeln eines gleichberechtigten
Status, Kompetenztransfer |
| Fragebogen
zur Reflexion eines Kooperationskonfliktes |
1.
Konfliktdefinition
" Für wen ist die Kooperationsbeziehung am ehesten ein
Konflikt, für wen am wenigsten?
" Gibt es eher einheitliche oder unterschiedliche Konfliktsichten?
" Welche Auswirkungen hat das jeweils für die
Kooperationsbeziehung und für die Aufrechterhaltung des
Konfliktes?
" Gibt es Situationen, in denen der Konflikt nicht als Konflikt gesehen
wird? Welche Auswirkungen hat dies dann auf die Interaktion?
2. Erklärungen für den Konflikt
" Welche Erklärungen gibt es? Unterschiede zwischen den
Beteiligten?
" Welche Schlußfolgerungen werden daraus gezogen?
" Wie wirken diese Schlußfolgerungen auf den Konflikt?
3. Bisherige Lösungsversuche
" Welche Lösungsversuche gab es bisher schon?
" Wie waren die Reaktionen der Beteiligten?
" Welche Schlußfolgerungen wurden aus den
Lösungsversuchen gezogen?
" Was würde sich ändern, wenn tatsächlich
eine Lösung gefunden würde?
4. Veränderbarkeit des
Kooperationskonfliktes
" Wie häufig tritt ein Konflikt auf?
" Wann und wo (Ort) findet am häufigsten die Konfliktsituation
statt?
" Wie heftig ist in der Regel der Konflikt und wie lange dauert er an?
" Wer reagiert wie auf die Konfliktsituation?
" Wie würde ein Austausch der Kooperationspartnerinnen die
Konfliktsituation verändern?
5. Vorstellungen von Kooperationsbeziehungen
" Welche Ziele für eine Kooperationsbeziehung sind
erstrebenswert?
" Welche Wünsche werden geäußert?
" Wie realisierbar sind die verschiedenen Vorstellungen? |
4.6
Fragebogen zur Analyse
des Kommunikationsprozesses im
Team
Bei
der näheren
Betrachtung der Kooperationsbeziehung
kann eine Analyse der Kommunikation sehr hilfreich sein, da sich
Kooperationsprozesse häufig in Kommunikationsprozessen
widerspiegeln.
Der hier vorliegende Fragebogen dient dazu, verdeckte Probleme
rechtzeitig zu erkennen bzw. bestehende Probleme zu analysieren.
1. Was verstehen Sie unter Kooperation?
Wann und wo gab oder gibt es darüber einen Austausch?
2. Wie reden Sie miteinander?
Gibt es dabei im Laufe Ihres Kontaktes Unterschiede?
(Kommunikation zu Beginn, in bestimmten Situationen,
Veränderungen
bis heute?)
Welche Aspekte sprechen Sie an/welche eher nicht?
Wie deuten Sie die Verhaltensweisen (Mimik, Gestik usw.) Ihrer
Kommunikationspartnerin? (als Vorwurf, Kompliment usw.)
3. Welche Vorstellung haben Sie von Ihrer Zusammenarbeit?
Gehen Sie mit Ihrer Vorstellung bewußt um und sprechen diese
an oder haben Sie andere Strategien?
4. Haben Sie einen Kontrakt über Ihre Zusammenarbeit
geschlossen?
Wenn ja, wie sieht dieser aus? Sind eventuell Korrekturen notwendig?
Wenn nein, was hindert sie daran, einen Kontrakt zu
schließen?
Gibt es vielleicht einen informellen (unausgesprochenen) Kontrakt
zwischen Ihnen?
5. Welche Kommunikationsgewohnheiten haben sich zwischen Ihnen
eingeschliffen?
Wie bewerten Sie diese (als förderlich oder hinderlich
für
Ihren Prozeß)?
Wären Veränderungen notwendig? Wenn ja, welche?
Welche gemeinsamen Regeln haben sich aus Ihren
Gesprächsgewohnheiten
entwickelt?
In welchen Kontexten (Raum, Ort) und zu welchen Zeitpunkten (z.B.
Pausengespräche) finden Ihre Gespräche am
häufigsten/am
wenigsten statt?
Wann sind Ihre Gespräche am effektivsten?
6. Welche Interaktionsmuster bringen Sie aus Ihrer Vergangenheit
mit? (z.B. im Hinblick auf Ihre Erfahrungen)
" in Fachgesprächen
" in Streitgesprächen
" mit Mißverständnissen usw.
Wie wirken sich diese auf Ihren aktuellen
Kommunikationsprozeß
aus?
7. Wie sehen die schulischen Interaktionsmuster aus?
Welchen Einfluß haben diese auf Ihren
Kommunikationsprozeß?
Gibt es Unterschiede zwischen den beteiligten Schulen
(allgemeinbildende
Schule und Sonderschule)?
4.7
Das Kooperationsprofil
Überprüfen
Sie anhand des Profils Ihre Einschätzungen!
1. Welche persönlichen Aspekte sind für das Gelingen
der Kooperationsbeziehung erforderlich? (allgemeine
Einschätzung;
mit roter Farbe kennzeichnen)
2. Welche persönlichen Fähigkeiten bringen Sie mit?
(persönliche Einschätzung; Farbe grün)
Tragen Sie Ihre Einschätzungen in die Skala ein und
diskutieren
Sie anschließend mit Ihrer Partnerin!
sehr stark stark wenig gar nicht
Authentizität:
.........................................................
Autonomie:
.........................................................
Empathie:
.........................................................
Engagement:
.........................................................
Fachkompetenz:
.........................................................
Flexibilität:
.........................................................
Kommunikationsfähigkeit:
.........................................................
Kompetenztransfer:
.........................................................
Konfliktbereitschaft:
.........................................................
Kongruenz:
.........................................................
Konkurrenz:
.........................................................
Kreativität:
.........................................................
Neutralität:
.........................................................
Offenheit:
.........................................................
Organisationsplanung:
.........................................................
Partnerschaftlichkeit:
.........................................................
Selbstkonzept:
.........................................................
Solidarität:
.........................................................
Strategisches Handeln: .........................................................
Sympathie:
.........................................................
Übereinstimmung:
.........................................................
Veränderungsbereitschaft:
.........................................................
Verantwortungsbewußtsein:
.........................................................
Vertrauen:
.........................................................
Kooperationsprofil
Im folgenden werden die einzelnen Kategorien des Kooperationsprofils
näher erläutert:
Ausgewählte Begriffe zur Kooperation:
Authentizität: Echtheit, Zuverlässigkeit,
Glaubwürdigkeit
Autonomie: selbständige Regelung der
eigenen Aufgaben
und Zuständigkeiten; Willensfreiheit
Empathie:
Einfühlungsvermögen
für die Gefühle
des Kooperationspartners; emotionales Verstehen
Engagement: Motivation; Einsatzbereitschaft
für die
gemeinsame Sache (Integration); Begeisterungsfähigkeit
Fachkompetenz: aus der pädagogischen
bzw.
sonderpädagogischen
Ausbildung mitgebrachte fachdidaktische Fähigkeiten
Flexibilität: Fähigkeit,
sich im
Verhalten und
Erleben wechselnden Unterrichtssituationen rasch anzupassen
Kommunikationsfähigkeit: sich
kontextangemessen mitteilen
(Kommunikationsabsicht) und die Mitteilungen des anderen verstehen,
unter Berücksichtigung kommunikativer Regeln (nonverbale
und verbale Aspekte; Inhalts- und Beziehungsaspekte);
Wahrnehmungsfähigkeit
Kompetenztransfer: den anderen am eigenen
Wissen und
an
den besonderen Fähigkeiten teilhaben lassen
Konfliktbereitschaft: Offen sein für
die
Interessen
der anderen; Kompromißbereitschaft; Mitarbeit bei der
Problemdefinition
und Lösungsfindung; konstruktive Kritik
äußern
Kongruenz: intrapersonale
Übereinstimmung
in den Zielen,
Vorstellungen, Einstellungen zum gemeinsamen Unterrichten und
Fördern und dem konkreten Handeln
Konkurrenz: Umgang mit Wettbewerbssituationen;
eigene Fähigkeiten
und Status ins Spiel bringen
Kreativität: neue Ideen entwickeln,
Umdeutung von
Situationen, neue Lösungswege finden
Neutralität: In gewissen Situationen
die
eigene Meinung
zurückhalten und eine unparteiische Haltung einnehmen
Offenheit: Bereitschaft, die eigene Meinungen,
Vorstellungen,
Ziele, Haltungen, Einstellungen mitzuteilen und wenn nötig
zu korrigieren, selbstbewußtes Handeln
Organisationsplanung:
"Management"-Fähigkeit,
strukturierende Fähigkeit; "über den eigenen
Tellerrand
gucken können"; Metaperspektive
Partnerschaftlichkeit: den anderen trotz aller
Unterschiede
akzeptieren (Toleranz); ihn ernst nehmen, so wie er ist; ihn
gleichwertig
behandeln und annehmen; Wertschätzung der fachlichen und
persönlichen Kompetenz des anderen
Selbstkonzept: Selbstbewußtsein,
Bewußtsein
über eigene Leistungsfähigkeit; Bereitschaft zur
Enthüllung
der Rolle und der Person
Solidarität: gemeinsames
zielgerichtetes
Handeln;
Wir-Gefühl
Strategisches Handeln: zielorientiertes,
plangeleitetes
Handeln, z.B. auch mal Interesse mimen oder Informationen
zurückhalten
Sympathie: Zuneigung, Ähnlichkeit in
der
Art des Erlebens
und Reagierens
Übereinstimmung: interpersonale
(fachliche
und inhaltliche)
Übereinstimmung in den Zielen, Vorstellungen, Einstellungen
zum gemeinsamen Unterrichten und Fördern
Veränderungsbereitschaft: Neugier,
Überwindung
von Angst; Akzeptieren der Unsicherheit
Verantwortungsbewußtsein: die
eigenen
fachlichen
und persönlichen Fähigkeiten und Grenzen erkennen und
danach handeln; Verbindlichkeit
Vertrauen: emotionales Zutrauen;
unausgesprochene
Erwartungshaltung
von Sicherheit und Einhaltung von Grenzen und Regeln
(Loyalität)
4.8
Vorschläge zur
Kontraktgestaltung
Bei
einem
Kontraktgespräch zwischen Sonderpädagogin
und Regelschullehrerin zur Strukturierung der Zusammenarbeit sind
folgende Aspekte zu klären:
1.
2.
3.
4.
5.
6.
7.
8.
9.
10.
11.
12.
13.
14.
15. |
zeitlicher
Rahmen (z.B. Zeitabsprachen für Planungen)
räumliche Bedingungen
materielle Bedingungen (Material, Finanzen usw.)
Erwartungen (Zustimmungen und Vorbehalte) an die Kooperation
austauschen
Formen der Zusammenarbeit
Inhaltliche Arbeit (Prozeßfragen klären - Wie wollen
wir vorgehen?
Ziele der Kooperation
Verpflichtungen und Bedingungen, "Arbeitsmoral" (gemeinsame
Verhaltensregeln des Miteinander abklären)
Verantwortlichkeiten klären
Entscheidungen: Wer entscheidet was? Wie werden Entscheidungen
getroffen?
Umgang mit Kritik, Konflikten und Veränderungen
Bedingungen, die zur Auflösung des Kontraktes führen
können
Zusammenarbeit mit dem Kollegium/der Schule
Zusammenarbeit mit den Eltern und sonstigen Personen
Sonstiges |
Einzelne Ergebnisse des Kontraktgespräches sollten
anschließend schriftlich als Vertrag festgehalten werden.
Anmerkungen
(1)
Wir verwenden
durchgängig die weibliche Form, um die
Lesbarkeit des Textes nicht zu beeinträchtigen.
Männliche
Personen sind dabei selbstverständlich mitgedacht.
(2) Vgl. SCHIEPEK 1986.
(3) Vgl. SANDER 1990, S. 68f.
(4) Nicht das Hamburger Modell der integrativen Regelklasse, sondern
jede integrativ arbeitende Klasse ist gemeint.
(5) Die Ebenen lehnen sich an die von KLEIN et al. (1987) unter
Bezugnahme auf das Modell der Themenzentrierten Interaktion
eingeführten
Ebenen der Betrachtung kooperativer Prozesse an, die seither von
verschiedenen anderen Autorinnen der integrativen Pädagogik
aufgegriffen und modifiziert wurden (Haeberlin et al. 1992; Hinz
1993; Reiser 1990; Wocken et al. 1988).
(6) Eine differenziertere Auseinandersetzung findet sich in
LüTJE-KLOSE
1997.
(7) MARVIN argumentiert dabei aus der Perspektive der
Sonderpädagogin
als "Beratende" und sieht die Lehrerin als "zu
Beratende". Sie geht gemäß der amerikanischen
Erfahrungen davon aus, daß die Kooperation fast immer auf
die Initiative der Sonderpädagoginnen zurückgeht und
diese den kooperativen Prozeß forcieren. Unseres Erachtens
kann, zumindest in Deutschland, nicht von dieser Prämisse
ausgegangen werden, deshalb haben wir das Schema im Sinne einer
gleichberechtigten und wechselseitigen Beziehung verändert.
Literatur
BEWS,
S.: Integrativer
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Österreichischer Studienverlag 1992. - BRONFENBRENNER; U.:
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und geplante Experimente. Stuttgart: Klett 1981. - CANNON, G.S.,
IDOL, L., WEST, F.J.: Educating Students with Mild Handicaps in
General Classrooms: Essential Teaching Practices for General and
Special Educators. In: Journal of Learning Disabilities 25(5),
1992, S. 300-317. - ELKSNIN, L.K., CAPILOUTO, J.G.: Speech Language
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25(1994), S. 258-267. - FERGUSON, M.L.: Implementing
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- FUCHS, D., FUCHS, L.S.: Inclusive Schools Movement and the
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S. 294-309. - HAEBERLIN, U., JENNY-FUCHS, E., MOSER OPITZ, E.:
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Sonderpädagogik in integrativen Kindergärten und
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S. 6-16. - KLEIN, G., KREIE, G., KRON, M., REISER, H.: Integrative
Prozesse in Kindergartengruppen. München: DJL 1987. - KREIE,
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gemeinsam. Handbuch der Integrationspädagogik. Weinheim,
Basel: Beltz, 3. Aufl., 1994, S. 235-240. - KRETSCHMANN, R.: Methodik
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- LÜTJE-KLOSE, B.: Wege integrativer Sprach- und
Kommunikationsförderung
in der Schule. Konzeptionelle Entwicklungen und ihre
Einschätzung
durch amerikanische und deutsche Expertinnen. Saarbrücker
Hochschulschriften Bd. 31. St. Ingbert: Röhrig
Universitätsverlag
1997. - NELSON, N.W., KINNCUN-WELSCH; K.: Curriculum-based
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Band 4: Zur Praxisrelevanz der Systemtheorien. Köln:
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1990, S. 65-72. - SCHLIPPE, von A., SCHWEITZER, J.: Lehrbuch der
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Zürich:
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in einer sich wandelnden Schule. In: Die Sprachheilarbeit 40(1995)3,
S. 225-233. - SEMMEL, M.I., ABERNATHY, T.V., BUTERA; G., LESAR,
S.: Teacher Perceptions of the Regular Education Initiative. In:
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- VOSS, R.: Systemische Konsultation und interdisziplinäre
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Unterstützung. In: Huschke-Rhein 1990, S. 15-27. - WACHTEL,
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Distanz in verschiedenen Schulen. In: Gehrmann, P., Hüwe,
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WOCKEN, H., ANTOR, G., HINZ, A.: Integrationsklassen in Hamburger
Grundschulen. Bilanz eines Modellversuchs. Hamburg: Curio 1988.
Anschrift
der Verfasserinnen:
Prof.in Dr. Birgit Lütje-Klose
Sonderpädagogik mit dem Schwerpunkt Heterogenität
Universität Bielefeld
Fakultät für Erziehungswissenschaft
Postfach 10 01 31
33501 Bielefeld
Dr. Monika Willenbring erreichen Sie über Prof.in Dr. Birgit Lütje-Klose.
Prof.in Dr. Birgit Lütje-Klose ist Diplompädagogin und
Förderschullehrerin mit den Förderschwerpunkten Sprache und Lernen.
Seit 2007 lehrt und forscht sie als Professorin für Sonderpädagogik mit
dem Schwerpunkt Heterogenität an der Universität Bielefeld, Fakultät
für Erziehungswissenschaft, in der AG3: Schultheorie mit dem
Schwerpunkt Grund- und Förderschulen.
Externe Verweise:
Vortrag von Prof. Dr. Birgit Lütje-Klose zum Thema:
"Kooperation von Regelschullehrkräften und Sonderpädagogen"
im Dezember 2009 auf der GEW Fortbildungstagung in Jeddingen.
unter:
http://www.uni-bielefeld.de/erziehungswissenschaft//ag3/pdf/luetje_vortrag_2009_12.pdf
Reflexionsinstrumente für kooperativ arbeitende Teams (Textausschnitt aus Punkt 1)
unter:
http://www.gew-nds.de/sos/Reflexionsinstrumente_fur_kooperativ_arbeitende_Teams.pdf
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