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Ich-Botschaften
Ich-Botschaften,
so entwickelt Thomas Gordon, sind Äußerungen, die
dem anderen mitteilen, wie sein oder ihr Verhalten auf einen selbst
wirkt. Wichtig hierzu ist für sich selbst klar zu haben, wer
von den beiden Gesprächspartnern das Problem besitzt. Im
Verhaltensfenster unterscheidet Gordon drei Fälle:
1. Sind
Bedürfnisse eines Schülers unbefriedigt,
fühlt er sich unwohl, so besitzt der Schüler das
Problem. Als Lehrkraft können Sie das Verhalten des
Schülers akzeptieren. Sie haben kein Problem.
2.
Schülerverhalten bringt weder
dem Kind noch der Lehrkraft Probleme = problemfreie Lehr-Lern-Zone.
3. Wenn ich als
Lehrkraft das Verhalten eines Schülers nicht akzeptieren kann,
besitze ich das Problem.
| 1. akzeptables Sverhalten: |
Schüler besitzt das Problem |
Schüler ist zornig und
enttäuscht |
| 2. akzeptables Sverhalten: |
kein Problem |
Schüler arbeitet ruhig und
vergnügt |
| 3. inakzeptables Sverhalten: |
Lehrer besitzt das Problem |
Schüler ritzt seine Initialen
in die Tischplatte |
Das Wahrnehmen von
(starken) Gefühlsregungen kann in vielen Situationen ein guter
Indikator für den eigenen Problembesitz sein.
Die
positive Ich-Botschaft
Lob und positive
Bewertung wird von Gordon als Kommunikationssperre eingeordnet.
Warum?
a) Hat beispielsweise
ein Schüler Probleme mit sich, ist unglücklich, so
stößt Lob auf taube Ohren.
b) Ist die
Lehrer-Schüler-Beziehung problemfrei, bedeutet Lob keine
Kommunikationssperre, wenn das Lob als spontane, zufällige
(nicht geplante) und ehrliche Reaktion auf Schülerleistungen
kommt.
c) Wird Lob von der
Lehrkraft bewußt und absichtlich eingesetzt, erkennen die
Schüler dieses Lob als Manipulation. "Die lobt ja nur, weil
die will, daß ich mich immer so verhalte."
d) Wird nur eine
Schülerin gelobt, fühlen sich andere Schüler
negativ bewertet. Gewöhnt sich
ein Schüler an ein Lob, das zufällig ausbleibt, kann
er sich negativ bewertet fühlen. "Sie hat nichts zu meinem
Bild gesagt, das hat ihr also
nicht gefallen."
e) Ein Lob beurteilt
eine andere Person, Sie stellen sich über diese Person. "Das
hast du aber gut gemacht."; "Du bist gut organisiert."
Eine
Alternative zum Lob kann die positive Ich-Botschaft sein. Dabei handelt
es sich um genaue, offene, selbstdarstellende Botschaften, die deutlich
machen, was sich in Ihnen abspielt:
"Ich fühle
mich gut, wenn ...";
"Ich war angenehm überrascht, als ..."; "Ich war erleichtert,
als ..."
Die
konfrontative Ich-Botschaft
Eine konfrontative
Ich-Botschaft hat
das Ziel Schüler zu beeinflussen, inakzeptables Verhalten
abzuändern.
Eine konfrontative
Ich-Botschaft ist
eine nicht-vorwurfsvolle, urteilslose Botschaft, die dem
Schüler mitteilt, was die Lehrerin als Reaktion auf ein
inakzeptables Schülerverhalten erlebt.
"Wenn in der Klasse ein
solcher Lärm ist, kann ich nicht hören, was ihr
sagt."; "Ich bin wirklich ärgerlich, wenn ihr euch
herumschubst."
Ich-Botschaften
belassen die Verantwortung das Verhalten zu ändern beim
Schüler. Sie erfüllen drei Kriterien für
eine erfolgreiche Konfrontation: Sie fördern die Bereitschaft
zur Änderung. Sie enthalten eine nur ganz
geringfügige negative Einschätzung des
Schülers. Sie verletzen die Beziehung nicht.
Die
präventive Ich-Botschaft
Eine
präventive Ich-Botschaft hat das Ziel Schüler zu
beeinflussen, in Zukunft ein bestimmtes Verhalten zu zeigen, um so den
Mißmut der Lehrkraft (das Nichtakzeptieren) zu vermeiden. Die
Botschaft macht deutlich, was man vielleicht braucht oder
wünscht.
"Wir fahren nächste Woche auf Klassenfahrt, daher
möchte ich mit
euch überlegen, welche Regeln wir aufstellen müssen,
um Probleme
zu vermeiden."
Präventive
Botschaften bringen Vorteile für sich und andere: Sie bleiben
sich Ihrer Gefühle und Bedürfnisse bewußt.
Andere erfahren, wie Ihre Bedürfnisse sind. Sie geben
ein Modell für Offenheit. Sie vermindern das Risiko
für Konflikte
und Spannungen.
Formulierung
von Ich-Botschaften
| 1.
Bezug auf das Verhalten des anderen: |
Wenn
ich unterbrochen werde, |
Verhalten |
| 2.
Beschreibung der Auswirkung auf mich: |
dann
verliere ich leicht den Faden |
konkreter
Effekt |
| 3.
Beschreibung der ausgelösten Gefühle: |
und
ärgere mich, weil ich stecken bleibe. |
Gefühl |
| 4.
Wunsch/Bitte anfügen (erhöht Wirkung): |
Es
würde mir sehr helfen, wenn ... |
Bitte/Wunsch |
oder: "Ich bin
...(nennen eines Gefühls), wenn du ...(nennen eines
Auslösers) weil ...(Begründung) und ich
möchte ...(Erwartung)" oder verkürzt: "Ich bin ...,
weil ..." oder: "Ich bin ... und ich möchte ..."
Arbeitsauftrag:
Gruppenarbeit:
1. Formulieren Sie
bitte schriftlich
zu den Situationen Ich-Botschaften. Vergleichen Sie Ihre
Ergebnisse.
2. Formulieren Sie
bitte schriftlich
beispielhafte Du-Botschaften als Ich-Botschaften um. Vergleichen Sie.
Wird deutlich, dass ICH
ein Problem habe? Wird eine konkrete Auswirkung des anderen
für mich deutlich? Wird Gefühl / Betroffenheit
deutlich? Wird Wunsch nach Bearbeitung
geäußert?
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