Kollegiale Beratung und Supervision (KoBeSu)
Joachim Lange (Supervisior)


Standort: sts-lg-so > Weitere Veranstaltungen > KoBeSu Theoriehintergrund



Anfangsseite KoBeSu

Was ist Supervision

Theoriehintergrund

Verfahrensablauf
Exkurs:
Aktives Zuhören
Exkurs:
Konfrontationsmethoden
Kontakt:


Theoretischer Hintergrund für KoBeSu

Anthropologische Kernannahmen - das Menschenbild

Für die Kollegiale Beratung und Supervision ist die "Psychologie des reflexiven Subjekts" innerhalb der Humanistischen Psychologie grundlegend.

Demnach ist der Mensch ein Wesen, ein Subjekt, das sich in seinem Handeln an Sinn und Bedeutung orientiert. Der Mensch ist bewußtseins- und erkenntnisfähig. Er kann diese Fähigkeiten auch auf sich selbst anwenden und sich auch von außen ansehen. So werden dem Menschen vier Grundfähigkeiten zugeordnet:


1. Der Mensch kann mit anderen Menschen reden.
Potential zur Kommunikation
Ein günstiger Kommunikationskreislauf entsteht durch Aussage, Zuhören und Reaktion.


2. Der Mensch kann Stimmigkeit zwischen seinem Handeln, Denken und Fühlen herstellen.
Potential zur Rationalität

3. Der Mensch handelt nach seinen inneren (Wert-) Vorstellungen von Sinn und Bedeutung autonom. Der Mensch handelt nicht irgendwie, sondern entwickelt Hypothesen und orientiert sich an seinen Wertvorstellungen.
Potential zur Autonomie

4. Der Mensch kann über sich selbst nachdenken, Rückschau halten und sich aus der Distanz betrachten.
Potential zur Reflexivität

Wie der Mensch sich in diesen 4 Potentialen weiterentwickeln kann beschreibt das Forschungsprogramm Subjektive Theorien.


Das Forschungsprogramm Subjektive Theorien
Das Forschungsprogramm Subjektive Theorien (FST) erklärt für die Kollegiale Beratung und Supervision, wie Einstellungen und Sichtweisen beim Menschen entstehen und sich verändern. Das FST arbeitet auf der Grundlage des humanistischen Menschenbildes, der "Pychologie des reflexiven Subjekts".

Das FST besteht aus einem Gesprächskreis von Psychologen, die auf Einladung der Deutschen Forschungsgemeinschaft und der Stiftung Volkswagenwerk zusammen kommen. Alle Psychologen arbeiten auf dem Gebiet der Alltagstheorien, sie wollen also mehr über die inneren Vorstellungen von Menschen herausfinden.


Im Forschungsprogramm Subjektive Theorien wird der Mensch angesehen als Forscher bzw. Wissenschaftler.

Der Mensch entwickelt seine eigenen, individuellen, eben "Subjektiven Theorien" weiter.

Wie ein Wissenschaftler teilt der Alltagsmensch seine Ansichten, Fragen, Hoffnungen anderen Menschen mit (Kommunikation).

Austausch, Anteilnahme und Skepsis helfen, die Subjektiven Theorien weiter zu entwickeln.

Das KoBeSu Konzept ist verwurzelt in der Humanistischen Psychologie    

  • mit den Vertretern
    Carl Rogers (Klientenzentrierte Gesprächsführung),
    Ruth Cohn (Regeln für erfolgreiche Gruppenarbeit) und
    Thomas Gordon (Schüler von Rogers: günstige Kommunikation, Konfliktregelung). 
Weiterer Hintergrund für das KoBeSu Modell ist die

  • Kommunikationspsychologie
    mit ihren Vertretern Watzlawik und Schulz von Thun

Literatur:
Jörg Schlee
Kollegiale Beratung und Supervision für pädagogische Berufe
Hilfe zur Selbsthilfe. Ein Arbeitsbuch
Stuttgart 2004

Jörg Schlee und Wolfgang Mutzeck (Hrsg.)
Kollegiale Supervision - Modelle zur Selbsthilfe für Lehrerinnen und Lehrer
Heidelberg 1996
Anmerkung: Im Kapitel von Jörg Schlee "Veränderung Subjektiver Theorien durch Kollegiale Beratung und Supervision (KoBeSu)" erläutert der Autor theoretisches Fundament, Arbeitsverfahren, Prinzipien und Hilfsmittel. 

 
 





 
 












Rentenversicherung