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Theoretischer
Hintergrund für KoBeSu
Anthropologische
Kernannahmen - das Menschenbild
Für
die Kollegiale Beratung und Supervision ist die "Psychologie des
reflexiven Subjekts" innerhalb der Humanistischen Psychologie
grundlegend.
Demnach ist der Mensch ein Wesen, ein Subjekt, das sich in seinem
Handeln an Sinn und Bedeutung orientiert. Der Mensch ist
bewußtseins- und erkenntnisfähig. Er kann diese
Fähigkeiten auch auf sich selbst anwenden und sich auch von
außen ansehen. So werden dem Menschen vier
Grundfähigkeiten zugeordnet:
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1. Der
Mensch kann
mit anderen Menschen reden.
Potential
zur Kommunikation
Ein
günstiger Kommunikationskreislauf entsteht durch Aussage,
Zuhören und Reaktion.
2. Der Mensch kann Stimmigkeit zwischen seinem Handeln,
Denken und Fühlen herstellen.
Potential
zur Rationalität
3. Der Mensch handelt nach seinen inneren (Wert-) Vorstellungen von
Sinn und Bedeutung autonom. Der Mensch handelt nicht irgendwie, sondern
entwickelt Hypothesen und orientiert sich an seinen Wertvorstellungen.
Potential
zur Autonomie
4. Der Mensch kann über sich selbst nachdenken,
Rückschau halten und sich aus der Distanz betrachten.
Potential
zur Reflexivität
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Wie der
Mensch sich in
diesen 4 Potentialen weiterentwickeln
kann beschreibt das Forschungsprogramm Subjektive Theorien.
Das Forschungsprogramm Subjektive Theorien
Das Forschungsprogramm Subjektive Theorien (FST) erklärt
für die Kollegiale Beratung und Supervision, wie Einstellungen
und
Sichtweisen beim Menschen entstehen und sich verändern. Das
FST arbeitet
auf der Grundlage des humanistischen Menschenbildes, der "Pychologie
des
reflexiven Subjekts".
Das FST besteht aus einem Gesprächskreis von Psychologen, die
auf Einladung der Deutschen Forschungsgemeinschaft und der Stiftung
Volkswagenwerk zusammen kommen. Alle Psychologen arbeiten auf dem
Gebiet
der Alltagstheorien, sie wollen also mehr über die inneren
Vorstellungen
von Menschen herausfinden.
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Im
Forschungsprogramm Subjektive Theorien wird der Mensch angesehen als
Forscher bzw. Wissenschaftler.
Der Mensch entwickelt seine eigenen, individuellen, eben
"Subjektiven Theorien" weiter.
Wie ein Wissenschaftler teilt der Alltagsmensch seine Ansichten,
Fragen, Hoffnungen anderen Menschen mit (Kommunikation).
Austausch, Anteilnahme und Skepsis helfen, die Subjektiven Theorien
weiter zu entwickeln.
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Das
KoBeSu Konzept ist verwurzelt in der Humanistischen
Psychologie
- mit den
Vertretern
Carl Rogers (Klientenzentrierte Gesprächsführung),
Ruth Cohn (Regeln für erfolgreiche Gruppenarbeit) und
Thomas Gordon (Schüler von Rogers: günstige
Kommunikation, Konfliktregelung).
Weiterer
Hintergrund für das KoBeSu Modell ist die
- Kommunikationspsychologie
mit ihren Vertretern Watzlawik und Schulz von Thun
Literatur:
Jörg Schlee
Kollegiale Beratung und Supervision für pädagogische
Berufe
Hilfe zur Selbsthilfe. Ein Arbeitsbuch
Stuttgart 2004
Jörg Schlee und Wolfgang Mutzeck (Hrsg.)
Kollegiale Supervision - Modelle zur Selbsthilfe für
Lehrerinnen und Lehrer
Heidelberg 1996
Anmerkung: Im Kapitel von Jörg Schlee "Veränderung
Subjektiver Theorien durch Kollegiale Beratung und Supervision
(KoBeSu)" erläutert der Autor theoretisches Fundament,
Arbeitsverfahren, Prinzipien und Hilfsmittel. |