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Der
Verfahrensablauf der
Kollegialen Beratung und Supervision (KoBeSu)
Das Verfahren der Kollegialen Beratung und Supervision (KoBeSu) besteht
aus meist zwei Phasen:
1. Phase: Sicherheit und Vertrauen
(Explikation der
Subjektiven
Theorien)
2. Phase: Skepsis und Konfrontation
(Modifikation der
Subjektiven Theorien)
Erste Phase "Sicherheit und Vertrauen"
In der ersten Phase, der Phase "Sicherheit und Vertrauen", geht es
darum, dass die ratsuchende Person ihre persönlichen
Sichtweisen der Dinge, der Problemlagen die sie bewegt, ausspricht. Die
ratsuchende Person berichtet also, während die
Gruppenteilnehmer zuhören.
Nun berichtet die ratsuchende Person nicht nur einfach monologisch in
den Raum hinein, sondern die Gruppenteilnehmer versuchen durch AKTIVES,
anteilnehmendes Zuhören, den Klärungsprozess der
ratsuchenden Person zu unterstützen. Für die
ratsuchende Person bedeutet dieses Vorgehen, dass die ausgesprochenen
Sichtweisen und Einstellungen, also ihre SUBJEKTIVEN THEORIEN einer
Bearbeitung zugänglich gemacht werden. Die Subjektiven
Theorien werden dargelegt, sie werden in ihren Bezügen und
Strukturen (der ratsuchenden Person) deutlich.
Das aktive Zuhören ist der eigentlich kritische Bereich. Diese
Gesprächsform muss intensiv geübt werden, um zu einer
Haltung zu werden. Die Gefahr beim aktiven Zuhören ist, dass
es als Technik
verstanden wird, losgelöst von eigenen Grundhaltungen und
Gefühlen.
Innerhalb der Zusatzqualifikation findet die Einführung in das
aktive Zuhören an einem Samstag mit 6 Stunden
Übungszeit statt.
=>
Exkurs zum Aktiven
Zuhören
Im
Beratungsprozess der ersten Phase hat etwa nach einer Stunde die
ratsuchende Person von ihrem Anliegen vollständig berichtet.
Es folgt eine Pause von etwa einer
halben Stunde, bevor die zweite Phase beginnt.
Zweite Phase: Skepsis und Konfrontation
Während das Ziel der ersten Phase darin besteht, dass die
ratsuchende Person ihre subjektiven Sichtweisen darlegen - explizieren
- kann, besteht das Ziel der zweiten Phase darin, der ratsuchenden
Person Skepsis entgegenzubringen und sie zu konfrontieren. Damit soll
die ratsuchende Person die Möglichkeit erhalten, ihre
Subjektiven Theorien zu überprüfen und ggf. zu
(ver)ändern. Damit die Konfrontationselemente auf der
Sachebene bei der ratsuchenden Person ankommen und auf der
Beziehungsebene ein sorgsamer Umgang gepflegt wird, erfolgt die Phase
der "Skepsis und Konfrontation" sehr stark ritualisiert:
Vor Beginn der zweiten Phase fragt der Moderator der jeweiligen
Sitzung, ob die ratsuchende Person noch etwas zu berichten hat, was sie
in der ersten Phase vergessen hat. Ist das nicht der Fall,
schlägt der
Moderator den Eintritt in die Phase der "Skepsis und Konfrontation"
vor. Da
die ratsuchende Person immer, also auch jetzt selbstbestimmt handelt,
muss
sie der zweiten Phase zustimmen.
Der Moderator berät sich mit der Gruppe, welche
Konfrontationsmethode der ratsuchenden Person vorgeschlagen werden soll
und schlägt der
ratsuchenden Person diese Methode vor. Auch hier hat die ratsuchende
Person
die Möglichkeit, die vorgeschlagene Konfrontationsmethode
abzulehnen.
Wenn beispielsweise die ratsuchende Person mit der Methode
"auftauchende Bilder und Assoziationen" einverstanden ist, berichten
die Gruppenmitglieder reihum von ihren Bildern und Assoziationen
während der ersten Phase.
Folgt dann beispielsweise die Methode "Behalten und Loslassen", wird
die ratsuchende Person reihum die Frage gestellt:
"Was möchtest Du von deinem Problem behalten und was
möchtest du los lassen?"
Mit dieser Fragestellung wird die Ambivalenz von Problemen behandelt.
Beide hier aufgeführten Konfrontationsmethoden und auch alle
weiteren müssen sich konkret aus dem Zusammenhang der
Problemlage der ersten Phase ergeben. Sie haben hier lediglich
Beispielcharakter und keine grundlegende Verfahrensbedeutung.
Durch diese Bearbeitung in einer Sitzung erfährt die
ratsuchende Person sowohl Verständnis als auch skeptische
Sichtweisen zur geäußerten Problemlage, was
letztlich zur Modifikation der eigenen Sichtweisen mit
beiträgt.
=> Exkurs
zu Konfrontationsmethoden
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