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Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage

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 „Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage" (SOR-SMC) ist ein Projekt bzw. Netz zur Bekämpfung von Rassismus und Diskriminierung aller Art in unserer Gesellschaft. Es ist in einigen europäischen Ländern, auch in Deutschland in allen Bundesländern, präsent. Das Projekt hat zahlreiche Auszeichnungen erhalten, unter anderem am 4. März 2001 in Bremen die "Buber-Rosenzweig-Medaille" und am 28. April 2012 in Stuttgart die Theodor Heuss-Medaille der Theodor Heuss-Stiftung.

Die Entstehung des Projektes

Entstanden ist das Projekt 1988 in Belgien („School Zonder Racisme“) als Antwort auf die Propaganda und die Wahlerfolge der Rechten (Vlaams Blok). Antirassismusinitiativen in den Niederlanden, Deutschland, Österreich und Spanien ließen sich von der Idee inspirieren. "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage“ ist jedoch kein europaweites Projekt mit einer europaweiten Dachorganisation. Gemeinsam ist in allen Ländern jedoch die Grundidee, sich als Schule in einer Selbstverpflichtung gegen Rassismus und Diskriminierung zu stellen.

In Deutschland wurde im Jahr 1995 die erste Schule mit dem Titel "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage" ausgezeichnet, in Niedersachsen im Jahr 1999. Inzwischen (Stand: Mai 2016) haben in Niedersachsen 240 Schulen den Titel "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage" erworben, deutschlandweit sind es (Stand: Mai 2016) etwa 2065 Schulen.

Der Träger: Die Aktion Courage e.V.

www.aktioncourage.org

Träger des Projekts in Deutschland ist die „Aktion Courage e.V.“ Diese wurde 1992 von Bürgerinitiativen, Menschenrechtsgruppen, Vereinen und Einzelpersonen aus allen gesellschaftlichen Bereichen und politischen Lagern in Bonn als eine Antwort auf den gewalttätigen und tödlichen Rassismus in Rostock, Mölln, Hoyerswerda und Solingen gegründet. Im gesamten Bundesgebiet haben sich inzwischen zahlreiche lokale und regionale Organisationen der Aktion angeschlossen. Aktion Courage e.V. setzt sich für ein friedliches Miteinander von Menschen verschiedener Nationalitäten und unterschiedlicher kultureller und religiöser Prägung ein. Der Verein wird von der Bundesregierung und der EU unterstützt. Er war es, der 1995 in Deutschland die Initiative „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ gründete, die heute mit über 2000 Schulen das größte Schulnetz seiner Art in Deutschland ist.

Die Aktiven

"Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage" kommt „von unten", aus den Reihen der Schülerinnen und Schüler. Das heißt aber nicht, dass die Lehrerinnen und Lehrer von der Mitarbeit ausgeschlossen sind. Im Gegenteil, mit ihrer Unterstützung können sie wesentlich zum Gelingen der Sache beitragen. Sie können das Thema in den dazu geeigneten Unterrichtsfächern behandeln und darüber hinaus die Schülerinnen und Schüler bei besonderen Aktivitäten, zum Beispiel Projekttagen oder Einzelaktionen, unterstützen. Ganz im Sinne einer wünschenswerten Öffnung der Schule und des Projekts nach außen können auch außerschulische Einrichtungen mit einbezogen werden. Wichtig und wünschenswert aber ist, dass die Schülerinnen und Schüler selbst die Initiative ergreifen und die Regie übernehmen, sich mit den Phänomenen des Rassismus und der Diskriminierung, auch mit dem weit verbreiteten „Mobbing“ in ihrem unmittelbaren Umfeld und im Netz auseinandersetzen und „couragiert“ nach Lösungsmöglichkeiten suchen.

Die Voraussetzungen

Um eine "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage" zu werden, müssen gewisse Voraussetzungen erfüllt sein. Der erste Schritt ist in der Regel, dass diese Bedingungen in der interessierten Schule bekannt gemacht und diskutiert werden. Oft geschieht dies in Form eines Schulprojekts oder eines Projekttages. Grundvoraussetzung ist, dass mindestens 70 % der Schüler/innen, Lehrer/innen und Mitarbeiter/innen durch Eintragung in eine vorbereitete Unterschriftenliste bestätigen: „Ich kenne die Regeln für eine "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage", ich möchte mich an diese Regeln halten und möchte, dass meine Schule diesen Titel erwirbt."

Das allein genügt allerdings nicht. Mit der Bewerbung verbunden ist die Suche nach einem oder auch mehreren Paten, die mit Hilfe ihrer Prominenz oder ihres öffentlichen Einflusses ihre Patenschule unterstützen und das Anliegen des Projekts nach außen tragen. Dazu kommt die Verpflichtung, einmal im Jahr ein zum Thema passendes Projekt oder eine Aktion (Diskussionsforen, Theater, Musik/Konzert, Videos, Filmtage, Begegnungsfeste, Befragungen, Info-Stände, Hilfseinsätze anlässlich von Gedenktagen, Mahnwachen etc.) durchzuführen und generell im Schulalltag offen mit Konflikten umzugehen und diese im Sinne des Gebots der Gewalt- und Diskriminierungsfreiheit zu lösen.

Der Titel

Wenn die Unterschriften gesammelt sind, der Pate gefunden ist und idealerweise ein erstes Projekt feststeht oder sogar schon stattgefunden hat, kann der Titel "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage" verliehen werden. Dieses sollte möglichst öffentlichkeitswirksam mit Presse und Lokalradio geschehen und am besten im Rahmen einer Aktion oder eines Schulfestes stattfinden. Prominente Paten, vorzugsweise aus Politik, Sport und Kultur (wie etwa Cem Özdemir, Ursula von der Leyen, Franziska v. Almsick, MousseT, Smudo, "Die Fantastischen Vier") verstärken in der Regel das öffentliche Interesse. Der Titel wird in einer Urkunde dokumentiert, gleichzeitig gibt es das Schild "Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage", das am besten gut sichtbar am Haupteingang der Schule montiert wird. Mit dem Schild gibt die Schule zu erkennen, dass sie mit Rassismus, Diskriminierung und „Mobbing“ in ihren Mauern und in der Gesellschaft nicht einverstanden ist und den Weg des friedlichen Ausgleichs und Miteinanders sucht.

Der Auftrag

Mit der Verleihung des Titels ist das Projekt "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage" für die Schule keinesfalls beendet. Neue Schülerinnen und Schüler sollten zu Schuljahresbeginn über das Projekt informiert werden, weitere gemeinsame Aktivitäten sind zu planen und durchzuführen. Der Titel und das Schild "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage" sind als permanenter Auftrag zu verstehen.

Adressen

Landeskoordination Niedersachsen

"Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage"
Niedersächsisches Kultusministerium

Referat Politische Bildung, Gedenkstätten, Medienbildung, Mobilität, Bildung für nachhaltige Entwicklung
Claudia Schanz
Schiffgraben 12
30159 Hannover

Tel. 0511 120 - 7160
Fax. 0511 120 – 99 – 7160
E-Mail: claudia.schanz@mk.niedersachsen.de
Internet: www.politischebildung.niedersachsen.de

Bundeskoordination
"Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage"

Sanem Kleff, Eberhard Seidel
Ahornstraße 5
10787 Berlin

Telefon: 030/214586-0,

FAX: 030/214586-20
E-Mail: schule@aktioncourage.org
Internet: www.schule-ohne-rassismus.org/start.htm

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