BLK- Modellversuch

                     MoF@bS             

Niedersachsen

 

im

BLK-Programm

„Innovative Fortbildung der Lehrerinnen und Lehrer an berufsbildenden Schulen“

 

IQSH Schleswig-Holstein

 

MoF@bS:       Modellversuch zur Entwicklung, Durchführung und Evaluation einer
integrierten Konzeption zur Qualifizierung und Weiterbildung von Lehrerinnen und Lehrern für Fachpraxis an berufsbildenden Schulen

 

Laufzeit des Modellversuchs: 01. Februar 2002 bis 31. Januar 2005

 

Projektziel:

Aufbau eines handlungsorientierten Konzeptes zur Basisqualifizierung und einer curricular integrierten modularen Weiterbildung für Lehrkräfte für Fachpraxis an berufsbildenden Schulen.

 

 

 

OStR F. Dannies,                              D.F.Dannies@gmx.de

Programmträger innovelle-bs        www.innovelle-bs.de

 

 

Kurzübersicht zum Modellversuch

 

 

Innerhalb der Lernfelder des Unterrichts an berufsbildenden Schulen unterrichten Lehrerinnen und Lehrer für Fachpraxis konkrete berufspraktische Unterrichtsanteile. Da diese Inhalte nicht nur theoretisch vermittelbar sind, besteht der Unterricht dieser Lehrkräfte in der theoretisch fundierten Realisation berufspraktischer Handlungen. Dabei setzen sie in Schulwerkstätten, Lehrküchen und Laborräumen fachspezifische Werkzeuge, Maschinen­anlagen und Werkstoffe ein. Es gibt Lehrerinnen und Lehrer für Fachpraxis in nahezu allen Berufsfeldern des öffentlichen berufsbildenden Schulwesens. Je nach Schulprofil sind bis zu fünfundzwanzig Prozent der Lehrkräfte an niedersächsischen berufsbildenden Schulen Lehrerinnen und Lehrer für Fachpraxis.

 

 

Basisanliegen des Modellversuchs MoF@bS-Niedersachsen ist es, die aktuellen erziehungswis­senschaftlich-lerntheoretischen Erkenntnisse zur Handlungsorientierung, die curricular Gegen­stand der Lehrerbildung sind, ernst zu nehmen und seminardidaktisch auch der Lehrerbildung  und der Fort- und Weiterbildung ein handlungsorientiertes Konzept zu Grunde zu legen.

 

 

 

 

 

 

Ziele des Modellversuchs

 

Œ          Entwicklung eines handlungsorientierten Lehrerbildungskonzeptes

 

… reflektiertes Erfahrungslernen, d.h. „Lernen am eigenen Modell“

 

… Möglichkeiten zur Individualisierung der Ausbildung

 

    Verknüpfung von Aus- und Weiterbildung

 

Ž          Vorschläge zur Gestaltung der Rahmenbedingungen für die Ausbildung

 

          Dokumentation des Anforderungsprofils für Lehrerinnen und Lehrer für
Fachpraxis

 

 

 

 

Konzept des Modellversuchs

 

 

Das im Modellversuch MoF@bS-Niedersachsen entwickelte und in wichtigen Teilen praktizierte Qualifizierungskonzept für Lehrerinnen und Lehrer für Fachpraxis ist ein Vier-Säulen-Konzept. Auf der Basis eines vom jeweiligen Seminar zu erstellenden Seminarprogramms können die „Säulen“ als Bausteine unterschiedlich zusammengesetzt werden, konstitutiv ist aber, dass alle vier Elemente realisiert werden.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Systemmodul: Unterricht in Praxis und Theorie

 

Als eine zentrale Innovation wird das Systemmodul „Unterricht in Praxis und Theorie“ angesehen. Unter Berücksichtigung eines didaktischen Schwerpunktes werden in Veranstaltungen zu diesem Modul jeweils konkrete Unterrichtseinheiten in einer für einen Zeitraum stabilen Seminargruppe kollegial beobachtet, analysiert, reflektiert und sequenziell auch an Beispielen geplant. Die Kompetenz, unterrichten zu können, wird so unterrichts-handlungsbezogen erarbeitet.

 

Dabei sind nicht die Unterrichtsbesuche von zentraler Bedeutung. Gemeinsame Unterrichtsbesuche und die dazugehörenden Analysen gehören traditionell zum Standardprogramm jeden Lehrerseminars.

 

Konstitutiv für das Konzept des Modellversuchs sind die internen Steuerungskreisläufe. Jede Veranstaltung (Sitzung) steht im Kontext zu einem didaktischen Schwerpunktthema. Es ist dabei einerlei, ob dieser Schwerpunkt die Unterrichtsplanung präjudiziert oder sich aus dem Unterricht ergibt. Allein wichtig ist, dass die Basis eines realen unterrichtlichen Handelns für den Aufbau von didaktischen Lernprozessen herangezogen wird. So ist es möglich, auf der Grundlage persönlicher Erfahrungen innerhalb der weiteren Bearbeitung, subjektiv kognitive Strukturen aufzubauen.

Dem Grundsatz folgend: „Von der Praxis zur Theorie – und nicht umgekehrt“, enthält jede Übung folgende Elemente …

 

Œ   gemeinsame Unterrichtsbeobachtung im Team,

   gemeinsame Unterrichtsevaluation, -reflexion und Diskussion
      der Unterrichtsführung und möglicher Alternativen,

Ž   Organisation und Moderation durch die Teamteilnehmer,

   Bearbeitung eines didaktischen Schwerpunktthemas in
       Verknüpfung mit den anderen Elementen.

 

 

 

1. Säule

 

 

 

Systemmodule zu Themen der Berufspädagogik und zum Schulverwaltungsrecht

 

Die Bearbeitung von Themen der pädagogischen Psychologie und der pädagogischen Soziologie sichert die kognitive Basis der Lehrerbildung. Bestandteil sind dabei auch Bausteine zur Einübung bestimmter Handlungsstrategien, um den zu qualifizierenden Lehrerinnen und Lehrern für Fachpraxis durch Handlungsbezüge den Zugang zum Erfahrungslernen im Verständnis des Lernfeldkonzeptes zu ermöglichen.

 

Das Curriculum und die Zuordnungen der Themenkomplexe zu den Bausteingruppen (Modulen) ergeben sich aus dem Seminarprogramm.

 

 

 

 

 

 

2. Säule

 

 

 

 

Berufsfeldbezogene Systemmodule

 

Den Bezug zum konkreten Unterrichtsfach erschließen Module zur Didaktik des jeweiligen Berufsfeldes. Lernfeldspezifische Unterrichtsanforderungen, Methoden und Handlungsmuster werden in berufsfeldbezogenen Teams reflektiert und trainiert. Konkrete Unterrichtshandlung können unter besonderer Berücksichtigung berufsfachlicher Belange und der sich in den Berufsfeldern unterscheidenden Schülerinnen und Schüler erarbeitet werden.

 

Das Curriculum und die Zuordnungen der Themenkomplexe zu den Bausteingruppen (Modulen) ergeben sich aus dem Seminarprogramm.

 

 

 

 

 

3. Säule

 

 

 

 

Modellmodule zur Aus- und Weiterbildung in speziellen Bereichen

 

Die vielfältigen, sich ständig verändernden Anforderungen an die Kompetenz der Lehrkräfte erfordert eine Individualisierung der Qualifizierung, nicht nur während der schulpädagogischen Basisausbildung und der Berufseinstiegsphase, sondern auch darüber hinaus.

 

Durch Integration von Basisqualifizierung und Angeboten zur Weiterbildung der Lehrerinnen und Lehrer für Fachpraxis schaffen und sichern modularisierte Veranstaltungen unter Berücksichtigung der persönlichen berufsbiographischen Voraussetzungen bzw. des individuellen Qualifizierungsbedarfs aufgrund des speziellen Unterrichtseinsatzes die Lehrkompetenz. Die Erfahrungen im Modellversuch zeigen, dass die Zusammensetzung der Arbeitsgruppen aus Lehrkräften der Basisqualifizierung und Lehrkräften der Schulen für eine Verstärkung der Realitätsnähe und Schulpraxisorientierung sorgen.

 

Vor dem Hintergrund der besonderen Heterogenität der Bewerber für das Fachpraxislehramt beinhaltet eine Individualisierung der Ausbildung die Chance, berufsbiographisch begründete besondere Stärken, wie beispielsweise spezielle Fachkenntnisse, praktische Erfahrung der Menschenführung, einzubinden, aber auch gegebenenfalls Schwächen auszugleichen.

 

Durch die Zusammenführung der Aus- und Weiterbildung der Lehrkräfte können didaktische und unterrichtsökonomische Synergieeffekte genutzt werden. 

 

 

 

 

4. Säule